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Chef Prügel angedroht - Abfindung kassiert

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Chef Prügel angedroht - Abfindung kassiert

10.05.2013, 11:31 Uhr | dpa-AFX, t-online.de, AFP

Chef Prügel angedroht - Abfindung kassiert. Gegenüber dem Boss ausfällig werden? Das kann den Job kosten (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Gegenüber dem Boss ausfällig werden? Das kann den Job kosten (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Schlechte Nachrichten für Choleriker: Wer den Chef mit drastischen Worten angreift und ihm gar Prügel androht, muss damit rechnen, fristlos gekündigt zu werden. Selbst wenn der Krakeeler schon 25 Jahre im Dienst ist, schützt ihn das nicht vor dem Rauswurf. Das entschied das Arbeitsgericht Mönchengladbach im Fall eines Straßenarbeiters (Az.: 6 Ca 1749/12). Vor dem Landesarbeitsgericht in Düsseldorf setzte der Mann aber jetzt trotzdem eine Abfindung in Höhe von 3000 Euro durch.

"Ich hau dir vor die Fresse"

Der Mann war seit dem Jahr 1987 bei der Stadt Mönchengladbach beschäftigt. Er hatte bei Straßenarbeiten seinen unmittelbaren Vorgesetzten angefahren: "Ich hau dir vor die Fresse, ich nehme es in Kauf, nach einer Schlägerei gekündigt zu werden, der kriegt von mir eine Schönheitsoperation, wenn ich dann die Kündigung kriege, ist mir das egal."

Rauswurf gerechtfertigt

Die verbale Attacke geschah im Beisein eines weiteren Mitarbeiters, die Stadt präsentierte dem Randalierer die fristlose Kündigung. Zu Recht, wie die Richter befanden. Der Gekündigte habe die Führungskraft "in strafrechtlich relevanter Art und Weise bedroht".

Provokation nicht nachgewiesen

Außerdem sei er ungefähr ein Jahr zuvor wegen Bedrohung seines damaligen Chefs schon einmal wegen einer ähnlichen Beschimpfung abgemahnt worden. Der Straßenarbeiter hatte zwar behauptet, er sei von seinem Vorgesetzten massiv provoziert worden, konnte das dem Gericht zufolge aber nicht beweisen.

Mitarbeiter hat vertragliche Rücksichtnahmepflicht

Generell gilt: Wer den Chef oder Arbeitskollegen grob beleidigt und deren Ansehen in der Öffentlichkeit schädigt, riskiert eine außerordentliche oder auch normale Kündigung, sagt Kati Kunze von der Berliner Kanzlei Steinkühler. In diesem Fall verstoße der Mitarbeiter nämlich gegen seine vertragliche Rücksichtnahmepflicht gemäß § 241 Abs. 2 BGB.

Keine starren Grenzen

Zwar darf ein Angestellter der Fachanwältin zufolge den Chef in der Firma und öffentlich kritisieren. Der aber muss keine unsachlichen Angriffe hinnehmen, die ihn öffentlich diffamieren. Entscheidend sei die damit verbundene Störung des Vertragsverhältnisses, so Kati Kunze. Exakte Grenzen, was sich ein Mitarbeiter herausnehmen dürfe und wann eine Kündigung gerechtfertigt sei, gebe es allerdings nicht. Im Einzelfall prüfen demnach die Richter, ob den verbalen Querschläger nicht auch eine Abmahnung zur Besinnung bringt.

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