Sie sind hier: Home > Finanzen > Karriere > Arbeit & Beruf >

Nachwuchsmangel: Viele Lehrstellen bleiben unbesetzt

Nachwuchsmangel: Viele Lehrstellen bleiben unbesetzt

15.05.2013, 15:06 Uhr | dpa-AFX, dpa

Nachwuchsmangel: Viele Lehrstellen bleiben unbesetzt. Lehrlingsmangel in Deutschland: Unbesetzt blieben vor allem Lehrstellen in der Gastronomie und in Nahrungsberufen (Quelle: dpa)

Lehrlingsmangel in Deutschland: Unbesetzt blieben vor allem Lehrstellen in der Gastronomie und in Nahrungsberufen (Quelle: dpa)

Die Bunderegierung warnt vor drastischem Lehrlingsmangel: Nach Informationen der "Passauer Neuen Presse" is dies dem Berufsbildungsbericht 2013 zu entnehmen. "Betriebe haben zunehmend Schwierigkeiten, ihre angebotenen Ausbildungsstellen zu besetzen", zitiert die Zeitung aus dem Bericht. Vor allem im alten Bundesgebiet bleiben die Lehrstellen unbesetzt.

33.000 Lehrlinge fehlen

Nach dem vom Kabinett verabschiedeten Berufsbildungsbericht wird die Zahl der Schulabgänger mit und ohne Abitur in den kommenden zehn Jahren im Westen von gut 780.000 (2014) auf unter 600.000 (2024) sinken. Im Osten wird sich die Zahl bei etwa 110.000 Abgängern pro Jahr einpendeln. Das ist verglichen mit dem Jahr 2000 weniger als die Hälfte.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) verwies darauf, dass bereits im vergangenem Jahr mehr als 33.000 angebotene Lehrstellen nicht besetzt werden konnten - deutlich mehr als in den Vorjahren. Gleichzeitig gebe es immer noch zu viele Jugendliche, denen der Übergang von der Schule in die Ausbildung nicht unmittelbar gelinge. "Auch diese Jugendlichen werden gebraucht, um den Fachkräftenachwuchs in Deutschland langfristig zu sichern", mahnte Wanka.

Metzger, Bäcker und Köche gesucht

Laut Bilanz des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) fanden 76.000 an einer betrieblichen Ausbildung Interessierte bis zum gesetzlichen Stichtag am 30. September keinen Platz. Das waren 5,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei der Vermittlung gab es regionale Probleme, aber auch Besetzungsschwierigkeiten in bestimmten Berufen. Frei blieben vor allem Lehrstellen in der Gastronomie, etwa bei Köchen, oder im Nahrungsmittelgewerbe, zum Beispiel bei Metzgern und Bäckern.

Diese Berufe weisen laut Berufsbildungsbericht auch extrem hohe Abbruchquoten auf. Im Bundesschnitt wird etwa jeder vierte Lehrvertrag vorzeitig aufgelöst, im Restaurantgewerbe und bei Köchen dagegen jeder zweite. Zum Vergleich: Die Zahl der Studienabbrecher im Bachelor-Studium liegt bei 28 Prozent.

Von den 20- bis 29-Jährigen in Deutschland hat jeder siebte keinen Berufsabschluss und ist auch nicht mehr in Fortbildung. Das sind knapp 1,4 Millionen junge Menschen. Die SPD-Arbeitsmarktpolitiker Katja Mast und Willi Brase forderten ein Sofortprogramm "2. Chance auf Berufsbildung". Mit entsprechender Hilfe könnten mindestens 100.000 sofort eine Ausbildung oder eine Einstiegsqualifizierung starten.

Zahl der "Altbewerber" gesunken

Wanka hob hervor, dass die Zahl der "Altbewerber", die sich bereits seit längerem vergeblich um eine Lehrstelle bemüht hätten, erneut zurückgegangen sei. Auch die Zahl der Jugendlichen, die nach der Schule zunächst in sogenannten Warteschleifen des Übergangsbereichs landeten, sei auf knapp 267.000 gesunken. Vor einigen Jahren waren dies noch mehr als 400.000. Das Hilfsprogramm "Jobstarter" ihres Ministeriums, das besonders Klein- und Mittelbetriebe im Blick habe, werde deshalb auch 2014 fortgesetzt.

2012 wurden von Betrieben und Verwaltungen 551.000 Lehrverträge neu abgeschlossen. Das ist der niedrigste Wert seit 2005. Das Lehrstellenangebot von Unternehmen und Verwaltung sank bundesweit um 14.500 Plätze auf 584.500 (minus 2,4 Prozent). Zugleich ging die Zahl der Bewerber demografisch bedingt weiter zurück, um 2,2 Prozent

Schlechte Ausbildungsbedingungen in einzelnen Branchen

Zuletzt hatte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die Ausbildungsbedingungen in einigen Branchen kritisiert. "Die Branchen, die laut über einen Bewerbermangel klagen, haben die schlechtesten Ausbildungsbedingungen", sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock dem "Focus".

Sie forderte, die Kontrolle der Ausbildungsbetriebe von den Handwerks- und Handelskammern auf "unabhängige Stellen" zu verlagern. Notfalls müsse es Sanktionen geben.

Aus einer DGB-Studie auf Basis des Berufsbildungsberichts 2013 geht dem Bericht zufolge hervor, dass Auszubildende im Hotel- und Gaststättengewerbe, in Bäckereien und im Klempnerhandwerk am stärksten über die Zustände in ihren Betrieben klagen. Sie verdienen besonders wenig Geld, fallen überdurchschnittlich oft durch die Prüfung und kündigen häufiger als andere Auszubildende ihren Vertrag. Genau in diesen Branchen fehle aber oft Nachwuchs.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Magenta SmartHome Bonus: bis zu 4 Geräte für nur 1,- €*
zur Telekom
Gerry Weberbonprix.deOTTOUlla PopkenHappy SizeLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe