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OECD: Gute Ausbildung bewahrt Deutsche vor Absturz

OECD: Gute Ausbildung bewahrt Deutsche vor Absturz

26.06.2013, 09:11 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

OECD: Gute Ausbildung bewahrt Deutsche vor Absturz. Eine hohe berufliche Qualifikation schützt in der Krise vor Arbeitslosigkeit (Quelle: imago/Felix Jason)

Eine hohe berufliche Qualifikation schützt in der Krise vor Arbeitslosigkeit (Quelle: imago/Felix Jason)

In der Vergangenheit hat das deutsche Bildungssystem nicht nur Lob eingeheimst. In der Krise hat sich das Nebeneinander von Studium und Berufsausbildung hierzulande aber offenbar besonders positiv ausgewirkt: Für nahezu jeden Akademiker und Meister in Deutschland gibt es laut dem jüngsten weltweiten Bildungsbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) einen Job. Demnach lässt eine hohe Qualifikation zudem den Verdienst in die Höhe springen - und die Staatskasse klingeln.

Beinahe Vollbeschäftigung unter Akademikern

Nur 2,4 Prozent der Hochqualifizierten hatten der OECD-Analyse zufolge in der Bundesrepublik 2011 keine Arbeitsstelle - während es im Schnitt der 30 wichtigsten OECD-Industrienationen 4,8 Prozent waren. Aber selbst für EU-Krisenländer wie Griechenland und Spanien gilt: Je höher die Qualifikation der Menschen, desto niedriger die Arbeitslosenquote.

Auch bei Erwerbstätigen mit abgeschlossener beruflicher Lehre schneidet Deutschland im Bildungsbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) diesmal gut ab. Mit einer Erwerbslosenquote von 5,8 Prozent liegt die Bundesrepublik dabei deutlich unter dem Schnitt der 30 weltweit wichtigsten Industrienationen (7,3 Prozent).

Duales Bildungssystem gegen die Krise

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) resümierte: "Ein abgeschlossenes Studium oder eine erfolgreiche Ausbildung sind immer noch die besten Voraussetzungen gegen Arbeitslosigkeit." Bund und Länder würden weiterhin auf dieses "zweigleisige Bildungssystem" setzen.

Bei den Studienanfängern hinkt die Bundesrepublik allerdings hinterher: Nach dem OECD-Bericht ist ihre Zahl in Deutschland zwischen 2005 und 2011 zwar von 36 auf 46 Prozent eines Altersjahrganges gestiegen, bei den anderen Industrienationen erhöhte sich jedoch im gleichen Zeitraum der Anteil von 54 auf 60 Prozent. Auch bei den Studienabschlüssen muss Deutschland noch aufholen: 28 Prozent der jungen Deutschen zwischen 25 und 34 verfügen laut dem Bericht über einen akademischen Abschluss, im OECD-Schnitt sind es 39 Prozent.

Frauen erobern Naturwissenschaften

Als positiv für die Bundesrepublik wird von der OECD der überdurchschnittliche Anstieg der Studienanfängerzahlen in naturwissenschaftlichen und technischen Fächern herausgestellt. Und bei den Abschlüssen in diesen Disziplinen dringen zunehmend Frauen nach vorn: In den Naturwissenschaften stieg der Anteil der weiblichen Absolventen innerhalb von zehn Jahren von 27 Prozent auf 42 Prozent im Jahr 2011.

An der Spitze liegen die Deutschen im weltweiten Vergleich bei den Doktorarbeiten. 2,7 Prozent eines Altersjahrganges schließen ihre akademische Ausbildung mit einer Promotion ab. Nur in der Schweiz (3,2 Prozent) und Schweden (2,8) werden mehr Doktorhüte vergeben.

Starker Verdienstunterschied

Eine gute Ausbildung macht sich zudem immer mehr in der Vergütung bemerkbar: In Deutschland ist der Einkommensunterschied zwischen Akademikern und beruflich ausgebildeten Fachkräften in den vergangenen zehn Jahren laut OECD sprunghaft geklettert, und zwar um 20 Prozentpunkte. Das ist mehr als in jeder anderen Industrienation.

Akademiker verdienten 2011 nahezu zwei Drittel mehr als Kollegen, die eine Lehre absolviert hatten. Im Jahr 2000 waren es erst 40 Prozent mehr. "Bei Spitzenqualifikationen hat die Bundesrepublik nach wie vor Nachholbedarf", sagte OECD-Experte Andreas Schleicher. Dies schlage sich auch in den hohen Gehältern für Akademiker nieder.

Männer sahnen das Doppelte ab

Von der Entwicklung profitieren in Deutschland Männer jedoch deutlich mehr als Frauen: Weibliche Beschäftigte verdienen nur etwa 74 Prozent des Gehalts der Männer. Besonders deutlich wird der Unterschied bei Spitzenfunktionen. So erhalten 43 Prozent der Männer mit akademischer Qualifikation mehr als das Doppelte des Durchschnittseinkommens. Bei den Frauen sind dies hingegen nur elf Prozent. Als eine mögliche Begründung verweist der Bericht darauf, dass 56 Prozent der Frauen mit akademischem Abschluss nur Teilzeit beschäftigt sind, während dies nur für 19 Prozent der Männer gilt.

Wie die OECD festgestellt hat, bedeutet eine gute Ausbildung aber auch nach wie vor eine hohe Rendite für die Gesellschaft. Pro ausgebildetem Akademiker erhält der Staat in Deutschland über das gesamte Lebenseinkommen gerechnet im Schnitt 115.000 Euro mehr an Steuern zurück als er in die Studienkosten investiert hat.

Akademiker sind gesünder

Erstmals unter die Lupe genommen hat der Bericht der Organisation auch Nebenaspekte wie die Gesundheit von unterschiedlich gebildeten Bevölkerungsgruppen. Das Ergebnis spricht ebenfalls für eine gute Qualifikation: Danach neigen Akademiker seltener zu Fettsucht und rauchen deutlich weniger.

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