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Hartz IV: Neuer Ratgeber will Empfänger das Sparen lehren

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Hartz-IV-Ratgeber  

Neuer Hartz-IV-Ratgeber will Empfänger Sparen lehren

18.07.2013, 17:39 Uhr | t-online.de, dpa

Hartz IV: Neuer Ratgeber will Empfänger das Sparen lehren. Eine aktuelle Hartz-IV-Broschüre des Jobcenters Pinneberg hat Aufsehen erregt (Quelle: imago/Sven Simon)

Jobcenter sollten "die konsequente Prüfung und Verfolgung von Sanktionssachverhalten" sicherstellen, fordert die BA (Quelle: imago/Sven Simon)

Um Familien, die mit Arbeitslosengeld II über die Runden kommen müssen, das Sparen zu lehren, hat das Jobcenter Pinneberg jetzt einen mit Comics illustrierten Ratgeber herausgegeben. Der allerdings dürfte die Stimmung von Hartz-IV-Beziehern nicht unbedingt heben, die Ratschläge darin wurden bereits als "absolut albern" kritisiert.

Der etwa 100 Seiten starke Ratgeber, der online zum Download angeboten wird, stellt anhand der fiktiven Geschichte der Familie Fischer die Antragsformalitäten für Arbeitslosengeld II und die Leistungen des Jobcenters dar. Damit sollte die "komplizierte Materie" verständlicher gemacht und Zusammenhänge aufgezeigt werden, zitiert das Jobcenter Pinneberg auf der Website seinen Geschäftsführer Gerold Mellem.

Eine Woche kein Fleisch

Doch die Spar-Broschüre könnte manchem Betroffenen bitter aufstoßen. So beschließen darin die Fischers, aus Kostengründen "eine Woche auf Fleisch zu verzichten". "Ich will sowieso Vegetarierin werden", erklärt daraufhin die elfjährige Tochter, "schon wieder bester Laune". Direkt zuvor hat sie erfahren, dass die Familie von nun an zunächst von Hartz IV leben muss, da der Vater inzwischen eineinhalb Jahre ohne Job ist.

Nichts gegen den Tipp - aber die begeisterte Reaktion auf die Fleischabstinenz ist kaum vorstellbar. Auch nicht unbedingt glaubwürdiger: Um an Geld zu kommen, versteigern Fischers elf Jahre alte Möbel online. Ein Schrank und eine Kommode, die bisher auf dem Dachboden verstaubten, bringen ihnen demnach mehr als 350 Euro ein.

Leitungswasser statt Selters

Der Tipp dazu: Den Verdienst durch die Versteigerung darf die Familie behalten. Besserwisserisch kommen auch die Empfehlungen einer Freundin von Frau Fischer beim gemeinsamen Einkauf daher: "Wusstest du eigentlich, dass Leitungswasser oft eine bessere Qualität hat als Mineralwasser?" Einwände werden beiseite gewischt: "Vielleicht müsst ihr euch nur daran gewöhnen."

Auch die nicht in die Geschichte eingebundenen Ratschläge könnten Hartz-IV-Empfängern die Laune trüben. Sie sollten nicht hungrig einkaufen gehen, statt eines Vollbades duschen oder Steine in alte WC-Spülkästen legen, um Wasser zu sparen.

Kritik an fragwürdigen Tipps

Kritik an der Broschüre kommt etwa vom Paritätischen Wohlfahrtsverband: "Es ist absolut albern, wenn Hartz-IV-Beziehern nahegelegt wird, ihre Möbel zu verhökern, nur noch Leitungswasser zu trinken, Vegetarier zu werden oder Gemüse am besten gleich selbst anzubauen", zitiert die "Bild"-Zeitung Verbands-Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider.

Bundesanstalt verteidigt Spar-Vorschläge

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) verteidigte die Broschüre. "Das sind Tipps, die auch in vielen Zeitungen und Zeitschriften zu finden sind", sagte eine BA-Sprecherin. Zudem sei das Heft zum größeren Teil ein hilfreicher Ratgeber für Behördengänge. Der Kreis Pinneberg sei außerdem nicht der erste mit der Idee.

Vorgestellt wurde das Heft bereits in der vergangenen Woche. Dennoch brachte die jüngste Diskussion die Nachfrage erst richtig in Schwung. Inzwischen wurde sie über 34.000 Mal heruntergeladen - wohl nicht nur von hilfesuchenden Hartz-IV-Empfängern. Bis zum Mittwoch seien es weniger als 200 Downloads gewesen.

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