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Siemens-Chef Peter Löscher winken 15 Millionen Euro Abfindung

Siemens-Chef Löscher muss gehen - über 15 Millionen Euro Abfindung?

29.07.2013, 10:19 Uhr | dpa, rtr

Siemens-Chef Peter Löscher winken 15 Millionen Euro Abfindung. Peter Löscher wird als Siemens-Vorstands-Chef abgelöst. (Quelle: Reuters)

Peter Löscher wird abgelöst. (Quelle: Reuters)

Nach mehreren geschäftlichen Misserfolgen soll Siemens-Vorstands-Chef Peter Löscher seinen Posten räumen. Als Nachfolger wird der bisherige Finanz-Chef Joe Kaeser an der Spitze des Elektrokonzerns hoch gehandelt. Offen ist noch, ob Löscher einer einvernehmlichen Trennung zustimmt oder sich feuern lässt. Sein Vertrag läuft noch bis 2017. Auch die Höhe einer möglichen Abfindung bzw. Ausgleichszahlung ist davon abhängig.

Peter Löscher (re.) mit dem möglichen Nachfolger Joe Kaser auf der vergangenen Hauptversammlung  (Quelle: dpa)Peter Löscher (re.) mit Joe Kaser auf der vergangenen Hauptversammlung (Quelle: dpa) Joe Kaeser Favorit für Nachfolge

Am Samstagabend hatte das Unternehmen nach einer Marathon-Sitzung des Kontrollgremiums in München mitgeteilt, dass die Aufseher bei ihrer nächsten regulären Sitzung am kommenden Mittwoch (31. Juli) über das vorzeitige Ausscheiden Löschers beschließen werden. Dann dürfte auch bereits über den Nachfolger entschieden werden. Kreisen zufolge hat sich die Mehrheit der Aufseher für den 56-Jährigen Finanzchef Joe Kaeser als Nachfolger ausgesprochen. Die gesamte Arbeitnehmerseite stehe hinter ihm. Auf der Kapitalseite gebe es dagegen drei Vertreter, die gegen eine Ablösung Löschers seien, heißt es im Umfeld des Unternehmens.

Über 15 Millionen Euro Abfindung?

Löschers Vertrag sollte bis 2017 laufen. Eine Folge der Abberufung Löschers dürfte eine Ausgleichszahlung sein. Laut Geschäftsbericht beläuft sich diese auf "maximal zwei Jahresvergütungen". Abhängig auch von einer tatsächlich erhaltenen variablen Vergütung dürfte Löscher dann eine zweistellige Millionensumme zum Abschied erhalten. Das "Handelsblatt" errechnete eine Abfindung in Höhe von 15,74 Millionen Euro.

Die Agentur Reuters spricht von "zwei Jahresgrundgehältern inklusive Bonus, was sich in Löschers Fall auf 6,7 Millionen Euro summiert". Diese Zahlung werde jedoch nur gezahlt, wenn der Rauswurf nicht als "Trennung aus wichtigem Grund" ausgelegt wird - was unwahrscheinlich ist. Hinzu käme eine Spritze für Löschers Pensionskonto über gut 2,2 Millionen. Seine Pensionsansprüche summieren sich darüberhinaus auf 14,7 Millionen Euro.

Rauswurf zeichnete sich ab

Löschers (55) Rauswurf hatte sich in den vergangenen Tagen bereits abgezeichnet, nachdem Siemens am Donnerstag die Börsen mit einer neuerlichen Gewinnwarnung verschreckte. Das für 2014 angepeilte operative Gewinnziel von mindestens zwölf Prozent werde voraussichtlich nicht erreicht, erklärte das Unternehmen. Die Siemens-Aktie sackte nach dem neuerlichen Paukenschlag zeitweise um fast sieben Prozent ab. Es war bereits die zweite Gewinnwarnung innerhalb von nicht einmal drei Monaten.

Mehrere hausgemachte Projektpannen

Siemens-Chefaufseher Gerhard Cromme hatte Löscher 2007, mitten im Strudel des milliardenschweren Schmiergeld-Skandals, an die Konzernspitze geholt. Damals galt er als Hoffnungsträger, doch kämpfte er immer wieder mit Problemen wie zuletzt mit Konjunkturflaute, einer nachlassenden Wachstumsdynamik in Schwellenländern wie China sowie teuren, hausgemachten Projektpannen. Dazu gehören die verspätete Lieferung von ICE-Zügen an die Deutsche Bahn und Verzögerungen bei der Anbindung von Nordsee-Windparks.

Gewinnprognosen gekappt

Schon für das laufende Geschäftsjahr, das am 30. September endet, hatte Löscher die Gewinnprognose angesichts der Probleme Anfang Mai kappen müssen. Das nun kassierte Gewinnziel für 2014 galt allerdings als Kernstück des milliardenschweren Sparprogramms "Siemens 2014". Für sein Erreichen waren Löscher und Kaeser persönlich eingetreten.

Trotz der Pannenserie hatte sich Löscher bis zuletzt kämpferisch gegeben. "Mir bläst jetzt der Wind ins Gesicht, aber es war noch nie meine Art, aufzugeben oder schnell die Segel zu streichen", sagte der Manager der "Süddeutschen Zeitung". "Ich habe einen Vertrag bis 2017, und gerade jetzt ist der Kapitän bei Siemens mehr gefragt denn je."

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