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Siemens-Chef Peter Löscher will nicht ohne Gerhard Cromme gehen

Siemens-Chef dementiert Wunsch nach Cromme-Abgang

29.07.2013, 13:33 Uhr | rtr, dpa

Siemens-Chef Peter Löscher will nicht ohne Gerhard Cromme gehen. Siemens-Aufsichtsrats-Chef Gerhard Cromme (li.) und Vorstandsvorsitzender Peter Löscher im Jahre 2007 (Quelle: dpa)

Siemens-Aufsichtsrats-Chef Cromme (li.) und Vorstandsvorsitzender Löscher (Quelle: dpa)

Der Vorstandsvorsitzende von Siemens, Peter Löscher, soll nach dem Willen des Aufsichtsrats abgelöst werden. Doch Löscher will seinen Platz nur freimachen, wenn auch Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard Cromme aufgibt, schreibt die "Süddeutsche Zeitung" (SZ). Löscher indes dementiert den Bericht. Nun äußert sich sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Kampfabstimmung im Aufsichtsrat

Der vor seiner Abwahl stehende Siemens-Chef Peter Löscher drängt laut Medienbericht Aufsichtsratschef Gerhard Cromme zum Rücktritt. Nur wenn auch Cromme aufgebe, wolle Löscher seinen Platz an der Konzernspitze für einen Nachfolger frei machen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) unter Berufung auf Konzernkreise. Ansonsten wolle Löscher es auf eine Kampfabstimmung in der Aufsichtsratssitzung am Mittwoch ankommen lassen und versuchen, die notwendige Zweidrittelmehrheit für seine Abwahl zu verhindern. Dem Bericht zufolge macht Löscher vor allem Cromme für seinen bevorstehenden Rauswurf bei dem Münchener Technologie-Konzern verantwortlich und spricht von einem Komplott.

Dementi von Löscher

Am Montagvormittag wies Löscher den Bericht jedoch zurück. Er fordere im Gegenzug für sein Ausscheiden den Abgang von Aufsichtsratschef Gerhard Cromme. "Es geht mir ausschließlich um das Wohl von Siemens und der 370.000 Siemensianer, die zurecht stolz auf ihr Unternehmen sind", sagte Löscher der "Bild"-Zeitung. Ein Siemens-Sprecher erklärte in München, es stimme nicht, dass Löscher seinen Vorstandsposten nur dann räumen wolle, wenn zugleich auch Cromme das Kontrollgremium verlasse.

Flaggschiff der deutschen Wirtschaft soll schnell in ruhiges Fahrwasser

Die Schockwellen des Führungsdramas erreichten mittlerweile auch Berlin. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wünscht sich ein Ende der Turbulenzen. Aus Sicht der Kanzlerin sei Siemens ein Flaggschiff der deutschen Wirtschaft, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter. "Deshalb ist es ihr wichtig, dass dieses Weltunternehmen wieder in ruhiges Fahrwasser gerät."

Löscher galt in den vergangenen Jahren als wichtiger Berater Merkels. Sie habe den Manager, seine Arbeit und seine Fachkompetenz immer sehr geschätzt: "Sie erinnert sich auch besonders an sein großes Engagement als Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft", sagte der Sprecher.

Finanz-Chef Kaeser soll folgen

Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten sich in Krisensitzungen am Samstag für eine Abberufung Löschers ausgesprochen. "Der Aufsichtsrat der Siemens AG wird in seiner Sitzung am 31. Juli 2013 über das vorzeitige Ausscheiden des Vorstandsvorsitzenden beschließen", teilte Siemens mit. Nachfolger soll Kreisen zufolge Finanzchef Joe Kaeser werden.

Löscher gibt sich kampflustig

Löscher hatte am Donnerstag überraschend die Rendite-Prognose für 2014 gekippt und sich damit den Zorn des Kapitalmarkts zugezogen. Die Siemens-Aktie stürzte am Donnerstag zeitweise um sieben Prozent ab. Am Montag zeigt sich das DAX-Schwergewicht aber wieder deutlich erholt.

Der Spitzenmanager stand wegen der jüngsten Gewinnwarnung und einer Reihe von vorangegangenen Misserfolgen stark unter Druck. Zuletzt hatte sich Löscher noch kampflustig gegeben. "Mir bläst jetzt der Wind ins Gesicht, aber es war noch nie meine Art aufzugeben oder schnell die Segel zu streichen", hatte er der "SZ" (Samstag) gesagt.

Cromme musste nach Milliarden-Verlusten ThyssenKrupp verlassen

Der langjährige Aufsichtsratschef Cromme hatte 2007 mitten im Korruptionsskandals den seinerzeit weitgehend unbekannten Löscher vom US-Pharmakonzern Merck an die Siemens-Spitze geholt. Allerdings musste Cromme sich zuletzt vorwerfen lassen, er schaue den mitunter glücklos agierenden Siemens-Vorständen nicht immer mit gebotener Sorgfalt auf die Finger. Bei ThyssenKrupp hatte Cromme erst im Frühjahr nach Milliardenverlusten, Kartellverfahren und Personalquerelen das Handtuch als Aufsichtsratschef geworfen.

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