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Bundesagentur für Arbeit: Sommer-Arbeitslosigkeit lässt Zahlen steigen

Sommer-Arbeitslosigkeit lässt BA-Zahlen steigen

31.07.2013, 14:55 Uhr | dpa-AFX, AFP, rtr

Im Juli wurden wieder etwas mehr Arbeitslose in Deutschland registriert. Die einsetzende Sommerflaute hat die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland um 49.000 auf 2,914 Millionen steigen lassen, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) mit. Die Arbeitslosenquote legte um 0,2 Punkte auf 6,8 Prozent zu. In Euroland sank die Arbeitslosigkeit jedoch erstmals seit gut zwei Jahren.

"Aufgrund der einsetzenden Sommerpause ist die Arbeitslosigkeit im Juli gestiegen", erklärte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Der Anstieg beruhe vor allem darauf, dass sich Jugendliche nach Ende der Schul- oder Berufsausbildung vorübergehend arbeitslos meldeten. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren diesmal 38.000 Menschen mehr auf Jobsuche; die Quote blieb jedoch auf Jahressicht unverändert.

Konjunkturelle Einflüsse positiv zu spüren

Der Arbeitsmarkt im Juli 2013 (Quelle: dpa)Der Arbeitsmarkt im Juli 2013 (Quelle: dpa) Die Wirtschaft sei im zweiten Quartal aber offenbar wieder stärker gewachsen. "Davon profitiert auch der Arbeitsmarkt", erklärte BA-Chef Weise. In den kommenden Monaten rechnet er aber erst mal mit einer Seitwärtsbewegung bei der Zahl der Arbeitslosen. "Für das dritte Quartal gibt es noch sehr widersprüchliche Prognosen". Dennoch rechne Weise für das Gesamtjahr 2013 weiterhin mit einer durchschnittlichen Arbeitslosigkeit von unter drei Millionen.

Leichter Rückgang bei saisonbereinigten Zahlen

Weise kann sich bei dieser Einschätzung auf die saisonbereinigten Zahlen stützen: Die jahreszeitlichen Faktoren heraus gerechnet ging die Erwerbslosigkeit im Juli um 7000 auf 2,934 Millionen zurück. Volkswirte hatten nur eine Stagnation erwartet. Da in der Sommerpause traditionell wenige Neueinstellungen vorgenommen werden, ist dies ein Hinweis auf die Schubkraft der Konjunktur. Dabei fiel der Rückgang im Westen mit 1000 deutlich schwächer aus als im Osten.

Trotz der weiterhin wenig dynamischen Konjunktur haben Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung erneut zugelegt. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg nach den jüngsten Daten vom Juni binnen Jahresfrist um 233.000 auf 41,89 Millionen. Die Zahl der Menschen mit einem regulären Job legte auf 29,29 Millionen zu, ein Plus zum Vorjahr um 366.000 (Mai-Daten).

Beschäftigung in fast allen Branchen gewachsen

Dabei wuchs die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in fast allen Bundesländern und Branchen. Besonders bei den wirtschaftlichen Dienstleistungen, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im verarbeitenden Gewerbe gab es Zuwächse. Rückgänge gab es vor allem in der Zeitarbeit.

Zugleich scheint sich die Nachfrage nach Arbeitskräften laut BA langsam wieder auf gutem Niveau zu stabilisieren. Im Juli waren den Arbeitsagenturen 440.000 offene Stellen gemeldet. Gesucht sind besonders Fachleute aus den Bereichen Mechatronik, Energie und Elektro, Metall-, Maschinen- und Fahrzeugbau sowie Verkauf, Logistik und Gesundheit.

Arbeitslosigkeit in Eurozone etwas gemildert

Unterdessen ist die Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren gesunken. 19,26 Millionen Männer und Frauen hatten im Juni keinen Job - 24.000 weniger als im Vormonat. Das sei der erste Rückgang seit April 2011, wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte. Die um jahreszeitliche Schwankungen bereinigte Arbeitslosenquote verharrte allerdings auf dem Rekordwert von 12,1 Prozent.

Grund für den Rückgang ist eine stabilere Konjunktur, die die Währungsunion auf ein Ende der längsten Rezession ihrer Geschichte hoffen lässt: Der Einkaufsmanager-Index des Markit-Instituts signalisierte zuletzt erstmals seit eineinhalb Jahren wieder ein Wachstum der Privatwirtschaft, und die von der EU-Kommission ermittelte Stimmung in der Wirtschaft ist so gut wie seit April 2012 nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt war zuletzt sechs Quartale in Folge geschrumpft.

Noch keine echte Trendwende

Nach Einschätzung der Wirtschaftsberatung Ernst & Young wird es bis zu einer echten Trendwende aber noch dauern. Nach ihrer Prognose wird die Arbeitslosigkeit im kommenden Jahr auf 20,3 Millionen steigen und erst ab 2015 wieder sinken - auf 18,5 Millionen im Jahr 2017. Das Vorkrisen-Niveau werde mittelfristig nicht wieder erreicht. Zum Vergleich: 2007 waren nur 11,8 Millionen Menschen ohne Job.

Die Kluft im Währungsraum ist weiterhin sehr groß: Niedrige Arbeitslosenquoten im Juni meldeten erneut Österreich (4,6 Prozent), Deutschland (5,4 Prozent) und Luxemburg (5,7 Prozent), Spanien mit 26,3 und Griechenland mit 26,9 Prozent (letztmals im April erfasst) die höchsten. Die Rechenmethoden der Statistiker von Eurostat und der BA sind allerdings nicht direkt vergleichbar, deshalb ist die EU-Quote für Deutschland etwas niedriger.

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