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Dirk Nonnenmacher rechnet vor Gericht ab: Vorwürfe sind "absurd"

Prozess gegen Ex-HSH-Chef  

Nonnenmacher rechnet mit Staatsanwälten ab

03.09.2013, 08:49 Uhr | t-online.de, rtr

Dirk Nonnenmacher rechnet vor Gericht ab: Vorwürfe sind "absurd". Dirk Jens Nonnenmacher will mit der Planung der umstrittenen HSH-Transaktion "Omega 55" nichts zu tun gehabt haben (Quelle: dpa)

Dirk Jens Nonnenmacher will mit der Planung der umstrittenen HSH-Transaktion "Omega 55" nichts zu tun gehabt haben (Quelle: dpa)

"Dr. No" geht in die Offensive: Im Untreue-Prozess gegen frühere Vorstände der HSH Nordbank hat Ex-Bankchef Dirk Jens Nonnenmacher die Staatsanwaltschaft scharf attackiert. Vor dem Hamburger Landgericht erklärte der Bankmanager, die Vorwürfe gegen ihn seien "absurd" und "mehr als lebensfremd". Zu den Fragen der Ankläger werde er sich nicht äußern.

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Anklage weist Vorwürfe zurück

"Ich sehe eine Haltung, die mit der Suche nach Wahrheit nichts zu tun hat", sagte Nonnenmacher. "Ich konnte nicht glauben, dass eine Behörde, die zur Aufklärung verpflichtet ist, mich nicht vernehmen wollte." Der Banker moniert, er habe sich während der Ermittlungen in dem hochkomplexen Fall selbst Gehör bei der Staatsanwaltschaft verschaffen müssen, und unterstellt ihr damit, sie habe entlastende Argumente nicht hören wollen. Staatsanwalt Karsten Wegerich entgegnete vor Journalisten: "Er hat Gelegenheit gehabt, sich zu äußern."

Die Kritik der Verteidigung entzündet sich auch daran, dass die Staatsanwaltschaft eineinhalb Jahre vor Anklageerhebung Ermittler austauschte. Sie führt dies als weiteren Beleg für eine von ihr vermutete Voreingenommenheit an. Die Ankläger halten dem entgegen, Grund für den Wechsel seien Kommunikationsprobleme gewesen. Einzelne Geschäfte der HSH seien in der Ermittlungsgruppe unterschiedlich bewertet worden.

Verdacht auf Untreue und Bilanzfälschung

Die Anklage wirft Nonnenmacher, der bei der HSH intern "Dr. No" genannt wurde, sowie fünf weiteren ehemaligen Vorstandkollegen Untreue in einem besonders schweren Fall vor. Nonnenmacher und der frühere Kapitalmarktvorstand Joachim Friedrich sind zudem der Bilanzfälschung beschuldigt.

Auch die ebenfalls angeklagten früheren Vorstandsmitglieder Hartmut Strauß, Peter Rieck, Hans Berger und Bernhard Visker haben die Vorwürfe zurückgewiesen. Es ist der erste Prozess überhaupt, in dem ein kompletter Bankvorstand wegen Vorgängen während der Finanzkrise auf der Anklagebank sitzt.

Milliardenrisiken trieben HSH fast in die Pleite

Nonnenmacher wies eine Mitverantwortung für den Vorstandsbeschluss zurück, durch den sich die HSH vor fast sechs Jahren Milliardenrisiken aufhalste, die das Geldhaus fast in die Pleite trieben. Als Finanzvorstand sei er kurz nach dem Einstieg bei der HSH weder an der Planung noch an Umsetzung und Überwachung der umstrittenen "Omega-55"-Transaktion beteiligt gewesen.

Er habe das Geschäft mit seiner Unterschrift lediglich zur Kenntnis genommen. Als er im November 2008 zum Vorstandschef aufgestiegen war, habe er festgestellt, dass "Omega 55" nicht in die interne Risikoüberwachung der Bank eingebunden gewesen sei und einen sofortigen Handelsstopp in London veranlasst. Den Schaden durch die Transaktion beziffert die Staatsanwaltschaft auf 158 Millionen Euro.

Nonnenmacher weist Schuld von sich

Den Vorwurf, er habe die Quartalsbilanz Anfang 2008 vorsätzlich gefälscht, wies Nonnenmacher zurück. An anderer Stelle seiner etwa 40-minütigen Erklärung warf er der Staatsanwaltschaft "abwegige" Einschätzungen vor. Bei allen bisherigen Untersuchungen zu dem Thema seien weder aktien- noch zivilrechtliche Pflichtverletzungen festgestellt worden. Nonnenmacher kündigte an, nur schriftliche Fragen des Gerichts zu beantworten.

"Omega 55" war der Codename für ein komplexes Wertpapiergeschäft, mit dem die HSH Nordbank ihr Kapitalpolster aufhübschen wollte, um für Anleger attraktiv zu werden. Doch damit holte sich die Bank Risiken ins Haus, die sie an den Rand des Abgrunds brachten. Hamburg und Schleswig-Holstein sahen sich gezwungen, die Landesbank mit einem 13 Milliarden Euro schweren Rettungspaket vor dem Aus bewahren.

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