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Wechsel bei US-Notenbank: Janet Yellen ist neue Fed-Chefin

Erstmals eine Frau an der Spitze  

Janet Yellen ist die neue Fed-Chefin

09.10.2013, 21:57 Uhr | rtr

Wechsel bei US-Notenbank: Janet Yellen ist neue Fed-Chefin. Bald an der Spitze der mächtigsten Zentralbank der Welt: Janet Yellen (Quelle: Reuters)

US-Notenbankchefin Janet Yellen (Quelle: Reuters)

Stabwechsel an der Spitze der US-Notenbank: Die bisherige Vize-Chefin Janet Yellen wird ab Januar neue Leiterin der Fed. Das gab US-Präsident Barack Obama am Mittwochabend bekannt. Derzeit leitet Ben Bernanke die mächtigste Zentralbank der Welt. Nu wird die Fed erstmals von einer Frau gelenkt - wenn noch der US-Senat mit seiner demokratischen Mehrheit zustimmt. Allerdings könnten die Republikaner dazwischenfunken.

Es gibt sicher günstigere Zeitpunkte, um für einen der wichtigsten Chefposten in der Wirtschaftswelt nominiert zu werden. Doch US-Präsident Barack Obama lief bei der Kandidatensuche für den Vorsitz der Notenbank die Zeit davon. Also entschied er sich, nicht länger mit der Vorstellung von Janet Yellen zu warten. Sie habe ein tiefes Verständnis wie die Märkte und Volkswirtschaften funktionierten und sei eine starke Führungspersönlichkeit, sagte Obama im Weißen Haus in Washington bei ihrer Nominierung.

US-Notenbank mutmaßlich vor Kehrtwende bei Geldpolitik

Die bedeutende Personalie platzt mitten in den größten politischen Etatstreit in Washington seit fast zwei Jahrzehnten, der laut Expertenwarnungen im äußersten Fall in einer massiven Finanzkrise enden kann. Und die Nominierung kommt vielleicht kurz vor einer maßgeblichen Kehrtwende in der Geldpolitik der Federal Reserve - mit ihren völlig ungewissen Auswirkungen auf die globale Konjunktur.

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Die Startbedingungen für die 67-Jährige sind also nicht optimal. Zumal Yellen den Makel trägt, nicht Obamas erste Wahl zu sein. Seit Jahren schon, erzählten Eingeweihte den Fachblättern, hatte der Präsident seinen Weggefährten Larry Summers für den Job im Auge. Doch der zog seine Kandidatur im September wegen starker Gegenwehr aus dem Kongress zurück. Auch andere Wunschkandidaten wie Ex-Finanzminister Timothy Geithner hätten Obama einen Korb verpasst, so die Gerüchteküche.

Yellen genießt ausgezeichneten Ruf

Doch das sind nur Spekulationen, die im Auswahlprozess bewusst von Gegnern gestreut worden sein könnten. Die derzeitige Nummer zwei neben dem Fed-Präsidenten Ben Bernanke stand nämlich von Anfang an weit oben auf der Favoritenliste. Nicht nur genießt sie in der Fachwelt einen exzellenten Ruf. Auch war es Obama selbst, der sie im April 2010 für den Vize-Posten nominiert hatte. Die Demokratin liegt politisch auf seiner Linie.

Was Obama gefallen dürfte: Bei geldpolitischen Überlegungen gibt Yellen dem Kampf gegen die Arbeitslosigkeit stets höchste Priorität. Die aktuelle Nullzinspolitik und die massiven Anleihekäufe, um auch die langfristigen Zinsen zu drücken und Investitionen zu befeuern, befürwortet sie voll und ganz. Die Sorge vor Inflation und Spekulationsblasen sei für sie nachrangig, heißt es. Für konservative Republikaner ist sie deswegen ein rotes Tuch. Sie fordern, die Notenpressen endlich zu stoppen.

Neue Chefin steht für lockere Geldpolitik

Das wird es mit Yellen an der Fed-Spitze so schnell nicht geben. Im Gegenteil: Die laut Experten anstehende Reduzierung der milliardenschweren Anleihekäufe könnte unter ihr langsamer verlaufen als das bei anderen Kandidaten für den Posten der Fall gewesen wäre - etwa bei Summers. Kein Wunder, dass die Börsen bei Bekanntwerden der Personalie am Mittwoch aufatmeten. "Die Märkte fühlen sich mit einem bekannten Gesicht wohl", kommentierte der Chefökonom von JPMorgan Chase, Michael Feroli, in der "Washington Post".

Dennoch folgt Yellen der Verlockung des billigen Geldes nicht blind. Die Gefahren überhitzter Anlagemärkte seien ihr sehr bewusst, sagen Vertraute. Und sie selbst war in den 1990er Jahren eine der größten Befürworterinnen, das Inflationsziel der Fed von drei auf zwei Prozent zu senken. Das doppelte Mandat der Notenbank, das Wachstum ankurbeln, aber die Teuerung im Zaum halten, nehme sie sehr ernst.

"Ich kann mir niemanden anderes als Janet Yellen vorstellen, der so gut darauf vorbereitet ist, die Fed in diesen herausfordernden Zeiten zu führen", sagte der Chef der Kapitalmarktabteilung des Internationalen Währungsfonds, José Viñals. Nur wenige Minuten zuvor hatte er die Zentralbank zu äußerster Vorsicht bei der Geldpolitik ermahnt, um das weltweite Finanzsystem nicht zu gefährden.

Republikaner könnten Wahl verhindern

Erstmals in der 100-jährigen Geschichte der Fed übernimmt also eine Frau den wichtigsten Notenbank-Posten der Welt. Doch ob Yellen die Unterstützung der eigenen Partei genügt, um im gegenwärtig explosiven politischen Klima im Senat bestätigt zu werden, ist nicht sicher. Zwar hat Obamas Partei mit 54 Senatoren die Mehrheit der 100 Mitglieder auf ihrer Seite. Aber die Republikaner benötigen nur 41 Stimmen, um die Wahl Yellens auf den Sankt-Nimmerleins-Tag zu verschieben.

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