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Aufstiegs-BAföG: Voraussetzung, Höhe und Rückzahlung der Förderung

Berufliche Fortbildung  

Aufstiegs-BAföG: Voraussetzung, Höhe und Rückzahlung der Förderung

Von Sabrina Manthey

05.02.2019, 08:54 Uhr
Aufstiegs-BAföG: Voraussetzung, Höhe und Rückzahlung der Förderung. Kfz-Werkstatt: Den Meister machen, die Gesellenprüfung ablegen oder eine berufliche Fortbildung absolvieren – in vielen Fällen greift der Staat finanziell unter die Arme. (Quelle: Getty Images/monkeybusinessimages)

Kfz-Werkstatt: Den Meister machen, die Gesellenprüfung ablegen oder eine berufliche Fortbildung absolvieren – in vielen Fällen greift der Staat finanziell unter die Arme. (Quelle: monkeybusinessimages/Getty Images)

Wer sich beruflich weiter qualifizieren will, dem greift der Staat mit dem so genannten Aufstiegs-BAföG finanziell unter die Arme. Wer die Aufstiegsförderung beantragen kann, wie hoch die Unterstützung ausfällt und wie die Rückzahlung funktioniert, erfahren Sie hier.

Gefördert werden Fortbildungsmaßnahmen öffentlicher und privater Träger entweder in Voll- oder in Teilzeit, die auf eine anspruchsvolle berufliche Fortbildungsprüfung vorbereiten. In der Regel ist eine abgeschlossene Erstausbildung die Voraussetzung für die Zulassung zur Fortbildungsprüfung. Doch es gibt auch Ausnahmen.

Was ist das Aufstiegs-BAföG?

Das Aufstiegs-BAföG ist der Nachfolger vom Meister-BAföG. Auf der Grundlage des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (AFBG) werden mehr als 700 Abschlüsse gefördert – Meisterkurse oder vergleichbare Fortbildungsabschlüsse. Ziel ist die berufliche Aufstiegsförderung der geförderten Teilnehmer. Eine anschließende Existenzgründung ist keine Voraussetzung, wird aber gesondert gefördert.

So setzt sich das Aufstiegs-BAföG zusammen

  • Förderung
  • Zuschüsse
  • Freibeträge

Gefördert werden Lehrgangs- und Prüfungsgebühren und die Kosten für die Erstellung eines Meisterstückes. Vom Staat gibt es einen Zuschuss zu den Lehrgangs- und Prüfungsgebühren sowie zu den Materialkosten des Meisterprojektes. Dies kann ergänzt werden durch ein zinsgünstiges Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Alter: Im Gegensatz zu anderen BAföG- Förderungen ist die staatliche Unterstützung im Rahmen des Aufstiegs-BAföG an keine Altersgrenze gebunden.

Welche Maßnahmen werden gefördert?

Die Maßnahme der beruflichen Aufstiegsförderung und auch der Träger der Fortbildung müssen förderfähig sein. Die Förderhöchstdauer beträgt bei einer Vollzeitmaßnahme in der Regel 24 Kalendermonate und bei einer Teilzeitmaßnahme 48 Kalendermonate. Sie muss mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen. In begründeten Fällen – wie zum Beispiel eine Erkrankung, Schwangerschaft, die Erziehung und Pflege eines Kinder unter zehn Jahren, eines behinderten Kindes oder Angehörigen – kann die Dauer der Fortbildung verlängert werden.

Art der förderfähigen Fortbildung

  • Vollzeit
  • Teilzeit
  • schulisch
  • außerschulisch
  • mediengestützt
  • Fernunterricht

Wer kann Aufstiegs-BAföG beantragen?

Nahezu jeder Auszubildende, der sich beruflich weiterqualifizieren möchte, kann das Aufstiegs-BAföG beantragen. Voraussetzung ist, dass der Abschluss am Ende der Fortbildungsmaßnahme höher bewertet wird als ein Berufsschul-, Gehilfen-, Facharbeiter- oder Gesellenabschluss. Dem geht somit in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung voraus.

Beispiele für die Förderung nach dem Aufstiegsfortbildungsfördergesetz:

  • Handwerks- und Industriemeister/in
  • Erzieher/in
  • Techniker/in
  • Fachkaumann/frau
  • Betriebswirt/in
  • sowie über 700 weitere Forbildungsabschlüsse

Die Antragsteller müssen in der Regel über eine erste, abgeschlossene Ausbildung oder einen vergleichbaren Schulabschluss mit Berufserfahrung verfügen. Seit dem 1. August 2016 können auch Studienabbrecher oder Abiturienten ohne einen Erstausbildungsabschluss, aber mit Berufserfahrung sowie Studenten mit einem Bachelor-Abschluss gefördert werden. Studenten mit einem Master-Abschluss (oder einem anderen staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulabschluss) sind von einer Förderung ausgenommen.

Betrachten von Konstruktionsplänen: Die Förderung durch das Aufstiegs-BAföG richtet sich nach den Kosten des Lehrgangs und der Prüfung. Bei Bedarf kann der Lebensunterhalt finanziell unterstützt werden. (Quelle: Getty Images/AleksandarGeorgiev)Betrachten von Konstruktionsplänen: Die Förderung durch das Aufstiegs-BAföG richtet sich nach den Kosten des Lehrgangs und der Prüfung. Bei Bedarf kann der Lebensunterhalt finanziell unterstützt werden. (Quelle: AleksandarGeorgiev/Getty Images)

Wie hoch ist das Aufstiegs-BAföG?

Es gibt zwei Möglichkeiten der Förderung: erstens die Bezuschussung der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren sowie der Materialkosten im Rahmen der Erstellung eines Meisterstücks. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Ausbildung in Vollzeit oder Teilzeit erfolgt. Zudem ist sie einkommens- und vermögensunabhängig. Darauf aufbauend kann zweitens bei einer Vollzeitausbildung ein Zuschuss zum Lebensunterhalt beantragt werden. Bei der Berechnung des Anspruches werden die Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Antragstellers herangezogen.

Lehrgangs- und Prüfungsgebühren

Die Gebühren werden in der anfallenden Höhe bis maximal 15.000 Euro gefördert. Davon werden 40 Prozent vom Staat bezuschusst. Für den Rest der Kosten kann ein zinsgünstiger Kredit bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragt werden.

Bei bestandener Prüfung können auf Antrag 40 Prozent des Bankdarlehens erlassen werden. Folgt dem Abschluss eine Unternehmensgründung, können bis zu 66 Prozent erlassen werden.

Materialkosten für das Meisterstück

Hier schießt der Staat die Hälfte der anfallenden Kosten von bis zu 2.000 Euro zu. Auch hier gilt: 40 Prozent sind ein kostenfreier Zuschuss, der Rest kann durch ein Bankdarlehen bei der KfW gedeckt werden.

Zuschuss zu den Lebenshaltungskosten

Bei einer Vollzeitmaßnahme kann zusätzlich der Unterhaltsbedarf des Antragstellers gefördert werden. Dieser ist abhängig von der Einkommens- und Vermögenssituation. Das bedeutet: Bei Antragstellung müssen diese offengelegt werden. Der Antragsteller muss somit Auskunft über bestehende Sparkonten, Immobilien, Grundstücke sowie Wertgegenstände oder kapitalbildende Versicherungen geben. Nicht angerecht werden das Vermögen des Ehe- oder Lebenspartners, eine angemessene und selbst genutzte Immobilie sowie das eigene Auto.

Zusammensetzung des Bedarfssatzes

Alleinstehende können mit maximal 768 Euro monatlich gefördert werden – zum Teil mit einem Zuschuss und mit einem zinsgünstigen KfW-Kredit. Der Höchstsatz bei der Aufstiegs-Förderung setzt sich nach Angaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) wie folgt zusammen:


Förderung
Grundbedarf       372 Euro
Wohnbedarf 250 Euro
Zuschlag Krankenversicherung   71 Euro
Zuschlag Pflegeversicherung   15 Euro
Erhöhungsbeitrag für Antragsteller 60 Euro
Bedarfssatz      768 Euro
Staatlicher Zuschuss bis  333 Euro 

Für Verheiratete oder Verpartnerte gibt es einen Aufschlag von bis zu 235 Euro (mit 50 Prozent bezuschusst) und für Kinder ebenfalls jeweils 235 Euro (mit 55 Prozent bezuschusst).

Übrigens: Unabhängig von der Art der Förderung erhalten Alleinerziehende mit Kindern unter zehn Jahren während der gesamten Förderdauer einen Kinderbetreuungszuschlag in Höhe von monatlich 130 Euro.

Welche Freibeträge gibt es?

Einkommensfreibetrag

Dem Bezieher von Leistungen auf Grundlage des Aufstiegs-BAföG steht ein monatlicher Freibetrag von 290 Euro zu. Mit Sozialabgaben und Werbekosten summiert sich dies auf pauschal 450 Euro. Damit ist ein Minijob im Rahmen der Förderung anrechnungsfrei. Ist der Geförderte verheiratet/verpartnert oder hat ein oder mehrere Kinder, erhöht sich der Freibetrag nach festgelegten Sätzen.


Freibetrag
Antragsteller       290 Euro
Verheiratete / Verpartnerte    570 Euro
Erhöhung pro Kind          520 Euro
Einkommensfreibetrag des Ehe- oder Lebenspartners  1.145 Euro

Vermögensfreibetrag

Für die Berechnung des Zuschusses zu den Lebenshaltungskosten steht dem Bezieher von Aufstiegs-BAföG ein Vermögensfreibetrag in Höhe von 45.000 Euro zur Verfügung, der sich je nach Familienstand noch erhöhen kann.


Freibetrag
Antragsteller      45.000 Euro
Verheiratete / Verpartnerte    2.100 Euro
Erhöhung pro Kind   2.100 Euro

Antrag auf Aufstiegs-BAföG: Welche Unterlagen sind erforderlich?

Die Förderung durch das Aufstiegs-BAföG wird bei den AFBG-Ämtern beantragt (siehe hier: Förderämter und Beratung). Das sind in der Regel die Ämter für Ausbildungsförderung am Wohnort des Antragstellers. Der Antrage auf Förderung einer beruflichen Aufstiegsfortbildung kann auch online gestellt werden (hier gibt es die Antragsformulare).

Nach Bewilligung des Antrags kann ein Darlehensvertrag mit der KfW-Bank abgeschlossen werden. Die Förderung beginnt mit dem Zeitpunkt der Antragstellung und kann nicht rückwirkend bewilligt werden.

Muss das Aufstiegs-BAföG zurückgezahlt werden?

Das Aufstiegs-BAföG setzt sich aus einem Zuschuss des Staates und einem Darlehen der KfW-Bank zusammen. Das KfW-Darlehen ist während der Zeit der Fortbildung und einer anschließenden Karenzzeit für den Zeitraum von insgesamt sechs Jahre zins- und tilgungsfrei.

 

Verwendete Quellen:
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung
  • Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherchen
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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