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Schüler-BAföG: Voraussetzung, Höhe und Beantragung der Förderung

Bildungszuschuss  

Schüler-BAföG: Voraussetzung, Höhe und Beantragung der Förderung

Von Sabrina Manthey

11.01.2019, 16:41 Uhr
Schüler-BAföG: Voraussetzung, Höhe und Beantragung der Förderung. Schüler in einem Klassenraum: Für einen berufsqualifizierenden Abschluss oder weiterführenden Schulabschluss kann staatliche Förderung beantragt werden. (Quelle: Getty Images/FatCamera)

Schüler in einem Klassenraum: Für einen berufsqualifizierenden Abschluss oder weiterführenden Schulabschluss kann staatliche Förderung beantragt werden. (Quelle: FatCamera/Getty Images)

Schüler und Auszubildende können unter bestimmten Voraussetzungen mit BAföG eine finanzielle Unterstützung ihrer Ausbildung erhalten. Wie hoch die Förderung ausfällt, wie lange sie gewährt wird und wie es sich mit der Rückzahlung verhält.

Die staatliche Ausbildungsförderung namens BAföG soll den Zugang zu Bildung für jene sicherstellen, die ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenen Mitteln finanzieren können. Bekannt ist das BAföG vor allem als Möglichkeit der Studienfinanzierung. Aber auch Schüler und Auszubildende können BAföG beantragen. Die Voraussetzungen sind ähnlich.

Schüler-BAföG: Voraussetzungen

Ob ein Antrag auf Schüler-BAföG Erfolg hat, hängt im Wesentlichen von zwei Bedingungen ab: erstens die Art der Schule, die besucht wird und zweitens das eigene oder das Einkommen der Eltern.

Gefördert wird ein berufsqualifizierender Abschluss oder ein weiterführender Schulabschluss, der zur Aufnahme eines Studiums berechtigt – jeweils erst ab der zehnten Klasse und wenn eine Unterbringung außerhalb des Elternhauses erforderlich ist. Dies ist der Fall, wenn die Ausbildungsstätte räumlich entfernt liegt oder eine Unterbringung außerhalb des Elternhauses aufgrund von Krankheit oder Behinderung erforderlich ist.

Grundlage einer Förderung nach dem Schüler BAföG ist, dass das angestrebte Ausbildungsziel auch erreicht werden kann. Sprich: Der Besuch der Schule muss nachgewiesen werden. Das Wiederholen einer Klasse wirkt sich nicht negativ auf die Förderung aus.

Art der Schule:

  • Gymnasium
  • Gesamtschule
  • Hauptschule
  • Abendhauptschule
  • Abendrealschule
  • Abendgymnasium
  • Kolleg
  • Fachschule zur Berufsausbildung
  • Berufsfachschule zur Berufsausbildung
  • Berufsaufbauschule nach Berufsausbildung
  • Fachoberschule nach Berufsausbildung

Ausbildungen im dualen System der Berufsausbildung werden nicht mit BAföG gefördert. In diesen Fällen kann Berufsausbildungsbeihilfe beantragt werden.

Anrechnung von Einkommen beim Schüler-BAföG

Schüler-BAföG wird in der Regel als eltern- bzw. familienabhängige Leistung gewährt. Das bedeutet, das eigene Einkommen und das der Eltern wird – unter Anwendung gesetzlicher Freibeträge – in die Berechnung des BAföG-Anspruchs eingerechnet. In den meisten Fällen reicht jeweils der Steuerbescheid des Vorjahres, alternativ die letzte elektronische Lohnbescheinigung oder der Arbeitslosenbescheid. Beim Erwerb der allgemeinen Hochschulreife auf dem zweiten Bildungsweg wird das Einkommen der Eltern zumeist nicht mehr herangezogen, das eigene jedoch sehr wohl. Bei Änderung der Einkommenssituation des Schülers oder der Eltern sollte ein Änderungsantrag gestellt werden.

Freibeträge Eltern
Eltern verheiratet oder verpartnert und zusammenlebend1.715 Euro
Elternteil alleinstehend1.145 Euro
Kinder (nicht in Ausbildung) und sonstige Unterhaltsberechtigte der Eltern520 Euro


Freibeträge Ehegatten oder Lebenspartner
Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner des Studierenden1.145 Euro
Kinder (nicht in Ausbildung) und sonstige Unterhaltsberechtigte der Eltern520 Eu

Bei Antragstellung müssen zudem die Vermögensverhältnisse des Schülers – nicht der Eltern – offengelegt werden. Das heißt, der Antragsteller muss Auskunft über bestehende Sparkonten, Wertgegenstände, Immobilien, Grundstücke oder kapitalbildende Versicherungen geben. Dem Schüler steht ein Freibetrag von 7.500 Euro zu. Bis zu dieser Höhe wird das Vermögen nicht angerechnet.

Schüler-BAföG beantragen

Der Antrag auf Schüler-BAföG muss schriftlich gestellt werden. Zuständig für das Schüler-BAföG ist das Amt für Ausbildungsförderung am Wohnsitz bzw. der Meldeadresse der Eltern – alternativ der eigene Wohnsitz, wenn bereits ein eigener Haushalt besteht. Sowohl der Antrag als auch die erforderlichen Unterlagen können online unter: www.bafoeg.de eingereicht werden.

Wann Förderbedarf besteht

  • kein ausreichendes Einkommen / Vermögen des Schülers
  • keine ausreichende Leistungsfähigkeit der Eltern, des Ehe- oder Lebenspartners

Einzureichende Unterlagen

  • Formblätter
  • Einkommensnachweise des Antragstellers
  • Vermögensnachweis des Antragstellers
  • Einkommensnachweise der Eltern / des Ehe- oder Lebenspartners
  • weitere Unterlagen je nach Einzelfall (z.B. bei Kindern)

BAföG wird für zwölf Monate bewilligt. Danach muss ein Folgeantrag gestellt werden. Für die Bearbeitung sollten bis zu drei Monate eingeplant werden.

Die Höhe des Schüler-BAföG

Die Höhe der Förderung wird individuell ermittelt. Bewilligt wird zumeist ein Grundbetrag, der mit einem Zuschuss zu den Mietkosten, einen Zuschlag für die Kranken- und Pflegeversicherung in Höhe von 86 Euro und einen Zuschlag für die Kinderbetreuung ergänzt werden kann.

Der einzige Unterschied zum BAföG für Studenten besteht darin, dass der Grundbetrag für Schüler deutlich niedriger ausfallen kann. Der Grund: Der Staat geht davon aus, dass Schüler generell weniger Finanzmittel brauchen als Studierende. So erhalten auch Schüler mit einer Berufsausbildung mehr BAföG als ohne.

AusbildungsstätteBei Eltern wohnendNicht bei Eltern wohnend

Höchstsatz

Höhere Fachschulen, Akademien, Hochschulen

451 Euro649 Euro735 Euro

Abendgymnasien, Kollegs, weiterführende Fachschulen

424 Euro622 Euro708 Euro

Abendhaupt- und -realschulen, Berufsaufbauschulen, weiterführende Fachoberschulen

418 Euro587 Euro673 Euro

Berufsfachschulen

231 Euro504 Euro590 Euro

Allgemeinbildende Schulen ab der 10. Klasse, Fachschulen, Fachoberschulen

504 Euro590 Euro

Der Zuschlag für die Kranken- und Pflegeversicherung beträgt 86 Euro und wird für Auszubildende gewährt, die diese Sozialleistungen selbst tragen. Die beiden ersten Spalten weisen den BAföG-Satz ohne Zuschlag, die letzte Spalte (Höchstsatz) mit KV- und PV-Zuschlag aus. (Quelle: BMBF)

Förderungsdauer für Schüler-BAföG

Die Dauer der Förderung ist beim Schüler-BAföG nicht begrenzt, orientiert sich aber an dem Ausbildungsziel. Sie beginnt mit dem Monat der Antragstellung bzw. dem Beginn der Ausbildung. Das Wiederholen einer Klasse stellt kein Problem dar. Sollte der Schüler jedoch zweimal sitzen bleiben, kann die Frage aufkommen, ob der Schüler die erforderliche Eignung für den angestrebten Abschluss besitzt. Die Förderung endet mit dem Abschluss der Ausbildung.

Muss der Schulbesuch aufgrund von Krankheit oder Schwangerschaft unterbrochen werden, wird für weitere drei Monate das Schüler-BAföG gewährt.

Rückzahlung des Schüler-BAföGs

Schüler erhalten die BAföG-Leistung als Vollzuschuss. Im Gegensatz zu dem Studenten-BAföG müssen Schüler die staatliche Ausbildungsförderung nicht zurückzahlen. Auszubildende an einer höheren Fachschule oder einer Akademie erhalten das BAföG zumeist zur Hälfte als Zuschuss und zur anderen als unverzinstes Darlehen, das zurückgezahlt werden muss.

 

Verwendete Quellen:

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