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Doktortitel weg – Job weg

Urteil  

Verlust des Doktortitels reicht nicht für Rauswurf

25.11.2013, 15:38 Uhr | dpa

Doktortitel weg – Job weg. Doktortitel futsch, was passiert mit dem Job? (Quelle: dpa/Peter Kneffel )

Doktortitel futsch, was passiert mit dem Job? (Quelle: Peter Kneffel /dpa)

Die Politik hat es vorgemacht: Wer unberechtigt einen Doktortitel führt und damit auffliegt, kann nicht im Amt bleiben. Droht aber auch einem Mitarbeiter die Kündigung, wenn ihm der Doktortitel, den er bei der Einstellung führte, entzogen wurde? In einem konkreten Fall hat das Landesarbeitsgericht Düsseldorf zugunsten eines Arbeitnehmers entschieden (Az.: 2 Sa 950/13).

Anonymer Hinweis brachte Fall ins Rollen

Das Landesarbeitsgericht hatte sich in zweiter Instanz mit dem Fall befasst und bestätigte die Entscheidung des Arbeitsgerichts Düsseldorf. Ein anonymer Hinweisgeber hatte den 50-Jährigen beim Wissenschaftsministerium und bei seinem Arbeitgeber angeschwärzt. Der Abteilungsleiter eines Maschinenbauunternehmens war fristlos gefeuert worden, nachdem das Land Nordrhein-Westfalen ihm das Führen seines Doktortitels einer privaten US-Universität untersagt hatte.

Ihm sei aber keine arglistige Täuschung nachzuweisen, befand das Gericht. Zudem habe das Unternehmen nicht dargelegt, dass der Titel für die Einstellung des Diplom-Kaufmanns entscheidend gewesen sei, sein Verlust somit auch seine Entlassung rechtfertige.

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Doktortitel nicht gekauft

Der Diplom-Kaufmann konnte immerhin eine Doktorarbeit vorweisen und einen Waschkorb voller Unterlagen, die er dafür benötigt haben will. Auch die Meldebehörde habe den "Dr." anstandslos in den Personalausweis eingetragen. Die Promotionsurkunde von 2005 habe er bei der Einstellung vorgelegt, räumten die Vertreter des Unternehmens ein.

Er habe den Titel nicht gekauft, sondern die Doktorarbeit nach "bestem Wissen und Gewissen" selbst geschrieben, beteuerte der Kläger, der die Steuerabteilung des Unternehmens geleitet hatte. Zehn Monate habe er wegen der Doktorarbeit im Beruf ausgesetzt.

Fristlose Kündigung auch wegen Formfehler nichtig

Vom Verbotsschreiben des NRW-Wissenschaftsministeriums und von seiner fristlosen Entlassung sei er völlig überrascht worden: "Für mich ist das ein absoluter Alptraum." Das anonyme Schreiben sei dem Unternehmen vermutlich gerade recht gekommen, vermutete der Kläger. Nach der Übernahme durch einen US-Investor seien die Abteilungsleiterstellen reihenweise abgebaut worden. Die fristlose Kündigung war ohnehin wegen eines Formfehlers nichtig: Es fehlte die Anhörung des Betriebsrats.

Einigung auf Vergleich

Der Kaufmann einigte sich mit seinem Arbeitgeber am Montag schließlich auf einen Vergleich: Bis November 2014 bekommt er freigestellt volles Gehalt und fast 50.000 Euro Bonus, außerdem ein gutes Zeugnis und monatlich fast 600 Euro als Ersatz für den Dienstwagen. Dann endet das Arbeitsverhältnis.

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