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Bodenleger fristlos gekündigt: Arbeit wegen Lohnstreit verweigert - Job weg

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Bodenleger fristlos gekündigt  

Arbeit wegen Lohnstreit verweigert - Job weg

12.12.2013, 10:16 Uhr | t-online.de - sia

Bodenleger fristlos gekündigt: Arbeit wegen Lohnstreit verweigert - Job weg. Im Streit ums Gehalt sollten Beschäftigte sich nicht zu stur verhalten - sonst kann der Rauswurf drohen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Im Streit ums Gehalt sollten Beschäftigte sich nicht zu stur verhalten - sonst kann der Rauswurf drohen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mit dem Gehalt unzufrieden zu sein, ist eine Sache - deshalb die Arbeit einzustellen, eine andere: Wer sich im Streit mit dem Chef um den Lohn stur stellt, riskiert die fristlose Kündigung. Das hat das Landesarbeitsgericht (LAG) Schleswig-Holstein jetzt entschieden (Az.: 5 Sa 111/13). Die Kieler Richter ließen damit einen 49-jährigen Bodenleger abblitzen.

Der Mann war bei seiner Firma seit gut einem Jahr beschäftigt. Für bestimmte Arbeiten hatte er mit dem Arbeitgeber einen Akkordsatz vereinbart, im Übrigen erhielt er einen Stundenlohn von zwölf Euro. Zum Streit kam es, als der Angestellte in 40 fast identischen Häusern im Akkord Bodenbelag verlegen sollte.

Mitarbeiter wollte mehr Geld oder anderen Einsatz

Zu seinem Job gehörte dabei, den Belag in die einzelnen Gebäude zu transportieren, den Untergrund zu reinigen sowie den Belag zu- und Dämmstreifen abzuschneiden. Nach zwei Tagen rechnete der 49-Jährige sich seinen Durchschnittsstundenlohn aus und kam auf einen Betrag von 7,86 Euro brutto. Daraufhin verlangte er vom Geschäftsführer des Unternehmens einen adäquaten Stundenlohn für diese Baustellen oder aber einen anderen Einsatzort.

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Der lehnte beide Forderungen ab und forderte den Mann mehrmals mündlich eindringlich auf, die die ihm zugewiesene Arbeit auszuführen. Zuletzt drohte der Firmenlenker dem Mitarbeiter mit der fristlosen Kündigung. Der blieb jedoch bei seiner Verweigerungshaltung.

Arbeitsgericht gibt Klage statt

Das Unternehmen feuerte ihn daraufhin fristlos. Der Bodenleger wehrte sich gegen den Rauswurf. In erster Instanz stellte sich das Arbeitsgericht Elmshorn auf die Seite des Entlassenen. Die Richter argumentierten, die Firma hätte dem Mann noch die Möglichkeit geben müssen, seine Haltung zu überdenken und zu ändern.

Das Landesarbeitsgericht beurteilte den Fall anders und befand: Der Bodenleger hätte die Arbeit nicht verweigern dürfen, weil zu seinem Job unstreitig Arbeiten wie der Transport der Beläge, die Untergrundreinigung und Zuschneidearbeiten gehörten. Daran ändere auch eine möglicherweise unzureichende Vereinbarung zum Verdienst nichts. Die Abmachung gelte, der Mitarbeiter hätte die zugewiesene Beschäftigung verrichten müssen.

Beharrliche Verweigerung rechtfertigt Kündigung

Über die Vergütung hätte er dem Gericht zufolge nach Erhalt der Abrechnung streiten können. Nicht relevant sei, dass der 49-Jährige seine Zurückbehaltungsrechte offenbar falsch eingeschätzt habe, er trage daher auch das Irrtumsrisiko. Die Beharrlichkeit der Weigerung rechtfertigte laut dem LAG die fristlose Kündigung. Ein Rechtsmittel gegen das Urteil wurde nicht zugelassen.

Generell gilt: Weigert sich ein Mitarbeiter, seine Arbeit zu tun, kann das Unternehmen ihn vor die Tür setzen - unter Umständen auch fristlos. Allerdings sei nicht jede Arbeitsverweigerung ein Grund für eine außerordentliche Kündigung, betonen die Arbeitsrechtsexperten des Portals "haufe.de". In der Regel sei zunächst eine Abmahnung erforderlich.

Voraussetzung für einen Rauswurf ist demnach eine "beharrliche Arbeitsverweigerung", das heißt: Der Beschäftigte will die ihm übertragene Arbeit bewusst und nachhaltig nicht ausführen. Dabei reicht es nach den Angaben nicht, eine Weisung unbeachtet zu lassen.

Den Job riskiere aber schon, wer einmalig eine Anweisung von Chef ignoriere, dafür eine Abmahnung kassiere und dennoch die Arbeit nicht wieder aufnehme. Eine wichtige Rolle spiele dabei, ob der Arbeitgeber befürchten muss, dass sich der Mitarbeiter auch in Zukunft so verhalten wird.

Eine Warnung der Fachleute: Auch die übermäßige private Nutzung des Internets während der Dienstzeit kann eine Arbeitsverweigerung darstellen. Die Weigerung, an einem Personalgespräch über die Kürzung des Gehalts teilzunehmen, stelle hingegen keine Arbeitsverweigerung dar.

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