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Forscher und Gewerkschaft warnen vor teurem Strom

Jobkiller Energiewende  

Forscher und Gewerkschaft: Teurer Strom kostet 86.000 bis 200.000 Jobs

14.12.2013, 12:55 Uhr | t-online.de , dpa-AFX , AFP

Forscher und Gewerkschaft warnen vor teurem Strom. Droht in der deutschen Industrie ein Kahlschlag wegen teurer Energie? (Quelle: Reuters)

Droht in der deutschen Industrie ein Kahlschlag wegen teurer Energie? (Quelle: Reuters)

Gegen die Energiewende formiert sich eine große Koalition: Forscher des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) haben ausgerechnet, dass der jüngste Anstieg der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) kurzfristig rund 86.000 Arbeitsplätze in der Industrie kosten wird, wie die Zeitung "Welt am Sonntag" berichtet. Die IG Metall warnt wegen des teuren Stroms sogar vor dem Verlust von 200.000 Jobs.

Forscher: Teurer Strom killt Jobs

Die IZA-Forscher haben analysiert, wie sich zwischen 2003 und 2007 eine Erhöhung der Strompreise auf die Beschäftigung in der Industrie ausgewirkt hat, wie "Welt.de" berichtet. Das Resultat: Wenn der Strompreis steigt, beschäftigen die Unternehmen weniger Arbeitskräfte. "Höhere Strompreise haben moderat negative Beschäftigungswirkungen", warnte Nico Pestel, einer der Autoren der Studie.

Ihre Ergebnisse für die Jahre von 2003 und 2007 haben die Forscher laut "Welt" auf die jüngste Erhöhung der EEG-Umlage um etwa 6,7 Prozent auf 6,24 Cent je Kilowattstunde übertragen. So kommen sie auf den Verlust von kurzfristig 86.000 Arbeitsplätzen – was 1,4 Prozent aller Beschäftigten in der Industrie entspreche.

Arbeiter am Band und Ingenieure betroffen

Der Untersuchung zufolge verteilen sich die Kosten ungleich: Höhere Strompreise haben für Arbeitskräfte mit mittlerer Qualifikation so gut wie keine Auswirkungen. Gering- und Hochqualifizierte müssen dagegen eher um ihre Jobs bangen.

"Wir erklären uns dies damit, dass Unternehmen bei höheren Strompreisen den Betrieb von Maschinen zurückfahren", sagt Pestel. "Damit fallen Arbeitsplätze rund um die Anlagen weg, etwa für Ingenieure oder Bandarbeiter."

Auch die Gewerkschaft warnt

Das IZA wird von der Deutsche Post-Stiftung gefördert und ist an den wissenschaftlichen Lehrbetrieb der Universität Bonn angebunden. Das Institut gilt eher als arbeitgebernah, zu den Positionen gehören etwa die Ablehnung der flächendeckenden Einführung von Mindestlöhnen und die Befürwortung flexiblerer und längerer Arbeitszeiten.

Doch beim Thema Energie stieß die IG Metall ins gleiche Horn: Der Vorsitzende Detlef Wetzel mahnte bei der künftigen großen Koalition in Berlin schnelle Reformen in der Energiepolitik an. "Wenn nichts passiert, droht der Verlust von 200 000 Arbeitsplätzen", sagte Wetzel im Gespräch mit dem "Mannheimer Morgen".

IG Metall moniert Investitionsstau

Durch die gestiegenen Strompreise sei für die Industrie in Deutschland eine verheerende Situation entstanden. Die vor der Bundestagswahl eingeführte Strompreisbremse habe zu einem Investitionsstau geführt, der besonders die Kraftwerksbauer betreffe.

An der Belastungsgrenze sind nach Wetzels Ansicht die Energiekosten auch für die Verbraucher. Da könnte allerdings der Staat über die Reduzierung der Stromsteuer leicht für Entlastung sorgen. Durch die steigenden Preise und damit steigenden Steuereinnahmen sei "im Moment der Staat der einzige Gewinner der Energiewende".

Drohendes Ende für Stahl, Alu- und Chemie-Industrie

Der "Bild am Sonntag" sagte der neue IG-Metall-Chef, die künftige Regierung müsse "als allererstes den wahnsinnigen Vorstoß aus Brüssel stoppen, die Befreiung der energieintensiven Industrie von der Ökostromumlage zu kippen". Die EU-Kommission wird vermutlich am Mittwoch ein Verfahren gegen die Rabatte einleiten. Das bedeute die "Entindustrialisierung Deutschlands", warnte Wetzel.

Durch ein Stopp der Nachlässe würden "viele hunderttausend Arbeitsplätze zerstört", sagte der Gewerkschaftschef. Es wäre nach den Worten Wetzels "das Ende der Stahl-, Aluminium- und chemischen Industrie" hierzulande. "Diesen Unfug muss der neue Wirtschaftsminister beenden."

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