Sie sind hier: Home > Finanzen > Karriere > Arbeit & Beruf >

Trotz Wutanfalls Anspruch auf Lohnfortzahlung

Neues Urteil  

Trotz Wutanfalls Anspruch auf Lohnfortzahlung

30.12.2013, 10:47 Uhr | dpa-tmn

Trotz Wutanfalls Anspruch auf Lohnfortzahlung. Der Fahrer eines Gabelstaplers bekommt trotz eines Ausrasters Recht (Quelle: imago/Chromorange)

Der Fahrer eines Gabelstaplers bekommt trotz eines Ausrasters Recht (Quelle: imago/Chromorange)

Skurriles Urteil aus der Arbeitswelt: Verletzt sich ein Mitarbeiter in einem Wutanfall selbst, erhält er während seiner Krankschreibung trotzdem sein Entgelt weiter.

Urteil aus Frankfurt

Etwas anders gilt nur, wenn der Beschäftigte besonders leichtfertig, grob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt hat.

Dies hat das Landesarbeitsgericht Frankfurt am Main entschieden (Az.: 4 Sa 617/13). Auf das Urteil aus dem Sommer weist der Deutsche Anwaltverein hin.

Anzeige
Aktuelle Stellenangebote
Stellenangebote

Wählen Sie die gewünschte Branche aus:


Nach Ausraster krank geschrieben

In dem Fall hatte ein Angestellter seinen Arbeitgeber vor Gericht auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall verklagt. Der Mann arbeitete in einem Baumarkt als Warenauffüller. Bei seiner Arbeit benutzte er einen Gabelstapler - auf den er als Wetterschutz ein Plexiglasdach montiert hatte.

Als der Sicherheitsbeauftragte des Betriebs das Dach beanstandete, geriet der Beschäftigte in Rage. Zunächst warf er dem Gericht zufolge mit Verpackungsmaterial um sich. Mit seiner Faust schlug er mehrmals auf ein in der Nähe aufgestelltes Verkaufsschild ein, das auf einer Holzstrebe montiert war. Dabei brach er sich die Hand. Der Arbeitgeber verweigerte nun die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Der Mann habe seine Verletzung selbst herbeigeführt.

Keine gewollte Verletzung

Der Mann war vom 9. August bis 19. September 2012 arbeitsunfähig krankgeschrieben. Die Richter haben der Klage stattgegeben und dem Mann rund 2662 Euro zugesprochen. Um den Anspruch auf Entgeltfortzahlung zu verlieren, hätte der Mitarbeiter besonders leichtfertig, grob fahrlässig oder vorsätzlich handeln müssen. Das konnten die Richter hier jedoch nicht erkennen.

Der Beschäftigte habe sich nicht bewusst selbst verletzen wollen. Weiter habe er auch nicht grob fahrlässig gehandelt. Der Mann sei sehr wütend gewesen und habe kurzzeitig die Kontrolle verloren. Das sei nicht zu billigen - seinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung verliere er dadurch aber nicht.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Sie können alles tragen, wenn Sie Sie sind
MY TRUE ME - Mode ab Größe 44
Anzeige
Jetzt bei der Telekom: Surfen mit bis zu 50 MBit/s!
z. B. mit MagentaZuhause M
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal