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Bundesagentur für Arbeit: Chef Weise will Anforderungen für die Blue Card lockern

Kaum Interesse an Blue Card  

BA-Chef Weise für Lockerung der Anforderungen

01.01.2014, 13:00 Uhr | dpa

Bundesagentur für Arbeit: Chef Weise will Anforderungen für die Blue Card lockern. Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise (Quelle: dpa)

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise (Quelle: dpa)

Deutschland sucht händeringend nach Fachkräften und wirbt dafür unter anderem mit der Blue Card im Ausland. Doch der Erfolg ist bisher bescheidend. Nur etwa 7000 Menschen haben seit der Einführung mit der Karte eine Stelle angetreten, wie der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise sagte. Weise hält es deshalb für sinnvoll, manche der hohen Anforderungen für den Erhalt einer Blue Card schrittweise zu lockern.

Im Juli 2012 wurde die Blue Card eingeführt, um die Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte aus Nicht-EU-Ländern zu fördern - doch das Interesse an einer Beschäftigung in Deutschland hält sich in engen Grenzen. Von den bisher 7000 Fachkräften seien bereits 4000 in Deutschland gewesen, erklärt der BA-Chef.

Hürden langsam runtersetzen

"Es gibt ein paar Hürden, wo man sagt, die sollen bestehen bleiben. Aber scheinbar spricht nichts dagegen, die Gehaltsgrenze langsam runterzusetzen", erläuterte der BA-Chef. An die ideale Einstiegshöhe müsse man sich "herantasten".

Derzeit müssen Bewerber ein Bruttojahresgehalt von mindestens 46.400 Euro nachweisen, in besonders nachgefragten Mangelberufen reichen knapp 36.200 Euro aus.

Mangelnde Bereitschaft hierzulande

Gegen die zu schnelle Einführung niedriger Eintrittshürden spricht aus Weises Sicht die noch immer große Zahl qualifizierter Arbeitsloser in Deutschland. Bei ihnen sei häufig nicht die Ausbildung das Problem, sondern die mangelnde Bereitschaft zum Umzug in Regionen mit einem besseren Arbeitsplatzangebot.

Zuwanderung unumgänglich

Generell jedoch sei die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte für Deutschland unumgänglich. Selbst die starke Zuwanderung im Jahr 2013 reiche nicht aus, um die in den kommenden Jahren sinkende Zahl inländischer Arbeitskräfte auszugleichen.

Zudem gelte: Mit der Besetzung von qualifizierten Arbeitsplätzen mit Zuwanderern entstünden oft auch neue Jobs für weniger qualifizierte Arbeitslose.

"System der Grundsicherung in Gefahr"

Problematisch sei das noch nicht rechtskräftige Urteil des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen, wonach EU-Bürgern ohne Arbeit, die sich schon länger in Deutschland aufhalten, Hartz-IV-Leistungen zustehen.

Viele weniger gut ausgebildete Menschen aus ärmeren EU-Ländern könnte es dadurch nach Deutschland ziehen, sagte Weise. "Würde sich dies bewahrheiten, ist das System der Grundsicherung in Gefahr und müsste von der Politik überprüft werden."

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