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140 Prozent mehr: Zahl grundlos befristeter Jobs steigt massiv

Zunahme um 140 Prozent  

Zahl grundlos befristeter Jobs steigt massiv

17.03.2014, 11:55 Uhr | t-online.de, AFP

140 Prozent mehr: Zahl grundlos befristeter Jobs steigt massiv. Wenn Arbeitsverträge eine Frist beinhalten, muss der Arbeitgeber dafür keinen Sachgrund angeben (Quelle: dpa)

Wenn Arbeitsverträge eine Frist beinhalten, muss der Arbeitgeber dafür keinen Sachgrund angeben (Quelle: dpa)

Unternehmen greifen immer häufiger zu befristeten Arbeitsverträgen, auch wenn es dafür keinen Sachgrund gibt. Die Zahl der Arbeitsverträge mit Verfallsdatum, die nicht wegen Saisonarbeit, Vertretung im Krankheitsfall oder Ähnlichem entstanden, ist seit 2001 um 140 Prozent gestiegen. Das berichtet die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ) unter Berufung auf Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA).

In absoluten Zahlen bedeutete das 1,3 Millionen grundlos befristeter Jobs im Jahr 2013. Zwölf Jahre vorher waren es lediglich 550.000. Der "WAZ" zufolge nahm allein 2013 die Zahl solcher Verträge noch einmal um zehn Prozent zu. Laut BA-Institut für Arbeitsmarktforschung erfolgt damit bereits jede zweite befristete Einstellung ohne einen Sachgrund wie Saisonarbeit oder Vertretung für Schwangerschaft oder Krankheit - 2001 lag der Anteil bei einem Drittel.

Besonders verbreitet sei die Befristung ohne Sachgrund im Groß- und Einzelhandel und im verarbeitenden Gewerbe, gab das IAB an. In der Landwirtschaft und den öffentlichen und sozialen Dienstleistungen spiele sie hingegen eine untergeordnete Rolle. Oftmals sei ein befristeter Arbeitsvertrag ein "Sprungbrett in unbefristete Beschäftigung", erklärte das IAB. Es gebe "deutliche Hinweise" auf eine solche "Brückenfunktion".

Grundlose Befristung ist umstritten

Mit dem Thema beschäftigt sich am heutigen Montag auch der Bundestag. Dort äußern sich Experten zu Forderungen nach einem Verbot der sachgrundlosen Befristung. Das IAB erklärte dazu, es sei "wenig wahrscheinlich", dass eine Abschaffung "zu einer deutlichen Erhöhung unbefristeter Einstellungen" führe.

Es sei denkbar, dass Unternehmen stattdessen "verstärkt in Befristungen mit Sachgrund sowie alternative Beschäftigungsformen wie Leiharbeit oder freie Mitarbeit ausweichen". Zudem könne das Risiko bestehen, "dass sich Arbeitgeber bei Einstellungen zurückhalten". Ähnlich äußern sich auch die Arbeitgeberverbände: Die Zahlen seien ohnehin verzerrt, weil der öffentliche Dienst einen besonders hohen Anteil von Beschäftigten etwa im Bereich von Erziehung und Unterricht nur befristet einstelle.

Dagegen plädiert der Deutsche Gewerkschaftsbund für die Abschaffung der "sachgrundlosen Befristung": Die davon erhofften positiven beschäftigungspolitischen Wirkungen seien nicht eingetreten. "Der Effekt war vielmehr, dass bisherige unbefristete Arbeitsplätze sukzessive durch befristete ersetzt wurden."

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