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Betriebsversammlung: 650 Weltbild-Mitarbeiter verlieren ihren Job

Betriebsversammlung  

650 Weltbild-Mitarbeiter verlieren ihren Job

20.03.2014, 16:18 Uhr | dpa-AFX

Betriebsversammlung: 650 Weltbild-Mitarbeiter verlieren ihren Job. Weltbild-Logistikzentrum in Augsburg: Hier gab es am Donnerstag eine Betriebsversammlung (Quelle: dpa)

Weltbild-Logistikzentrum in Augsburg: Hier gab es am Donnerstag eine Betriebsversammlung (Quelle: dpa)

Bei der insolventen Verlagsgruppe Weltbild verlieren 656 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz und wechseln in eine Auffanggesellschaft. Für Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz ist das die Grundlage für die Rettung des Unternehmens. Geiwitz informierte die Beschäftigten am Donnerstag in Augsburg auf einer Betriebsversammlung über seine Pläne. Wenn die Betroffenen, die in der Verwaltung und der Logistik arbeiten, das Angebot annähmen, müssten derzeit keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen werden. Die Gewerkschaft Ver.di lobte den Tarifvertrag für die Ausscheidenden.

Man sei mit dem Sozialplan sehr zufrieden, er sei "im Rahmen einer Insolvenz einzigartig", sagte Ver.di-Sekretär Thomas Gürlebeck in Augsburg. Die Bedingungen für die Betroffenen seien außerordentlich gut. Die meisten wechseln bereits zum 1. April in die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft.

Weitere Jobs in Gefahr

Insgesamt sind rund 2200 Beschäftigte der Weltbild-Mutter direkt von der Insolvenz betroffen. Bei der Filialtochter, die in ganz Deutschland etwa 220 Weltbild-Geschäfte betreibt, bangen weitere 1400 Mitarbeiter um ihre Jobs. Die Tochter befindet sich in einem sogenannten Schutzschirmverfahren, einer Vorstufe eines Insolvenzverfahrens. Geiwitz machte klar, dass mit Schließungen von Buchläden zu rechnen sei. Eine Größenordnung nannte er nicht. Eine Entscheidung werde es frühestens Ende April geben.

Der Insolvenzverwalter bezeichnete es als sinnvoll, an mehreren Vertriebskanälen mit Online-Handel und Geschäften vor Ort festzuhalten. Er strebe weiterhin eine Gesamtlösung für Weltbild an und plane keine Zerschlagung und Veräußerung einzelner Bereiche. "Der Weg bis zum Gelingen einer gesamtheitlichen Sanierung der Verlagsgruppe ist noch hart und der Ausgang des Verfahrens noch nicht gewiss, ich bin jedoch vorsichtig optimistisch", sagte Geiwitz.

Kirche zahlt 65 Millionen Euro

Die Mitarbeiter, die in die Auffanggesellschaft wechseln, sollen bis zu ein Jahr lang 85 Prozent ihrer bisherigen Nettogehälter erhalten. Zudem sollen sie weitergebildet werden, damit sie neue Jobs finden. Die Laufzeit und Entgeltzahlungen seien außergewöhnlich hoch, sagte Geiwitz. Dazu soll auch die katholische Kirche beitragen, die bis zu 65 Millionen Euro zur Rettung der Arbeitsplätze zur Verfügung stellen will.

Die kirchlichen Gesellschafter hatten Weltbild im Januar den Geldhahn zugedreht und so den Insolvenzantrag herbeigeführt. Im vergangenen Jahr hatte Weltbild laut Geiwitz etwa 100 Millionen Euro Verlust verbucht. Um das Unternehmen zu retten, sei auch der Einstieg eines Investors notwendig. Bislang seien mehrere unverbindliche Angebote eingegangen. Namen von Interessenten nannte Geiwitz nicht. Allerdings hatte am Mittwoch das "Manager Magazin" berichtet, der Holtzbrinck-Verlag habe Interesse an Weltbild und würde mitbieten. Bestätigt wurde diese Information aber von keiner Seite.

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