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Lufthansa-Piloten kündigen Streik an - Ostern wohl tabu

Tarifverhandlungen  

Lufthansa-Piloten stimmen für Streik

21.03.2014, 13:27 Uhr | dpa

Lufthansa-Piloten kündigen Streik an - Ostern wohl tabu. Lufthansa: Vereinigung Cockpit will Ausstände 48 Stunden vorher ankündigen (Quelle: dpa)

Lufthansa: Kein neues Tarifangebot für die streikenden Piloten (Quelle: dpa)

Passagiere der Lufthansa müssen wohl bald wieder mit Streiks rechnen. Die Piloten der Kranich-Airline haben für einen Streik bei Europas größter Luftverkehrsgesellschaft gestimmt. Einen exakten Termin nannte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) in Frankfurt zunächst nicht.

Lufthansa müsse sich ab sofort auf Arbeitskampfmaßnahmen einrichten, sagte Tarifexpertin Ilona Ritter. VC werde jeden Streik mindestens 48 Stunden vorher ankündigen. Die Osterfeiertage sollen zunächst tabu sein. "Termine kann man verschieben, Ferien nicht", sagte VC-Sprecher Jörg Handwerg.

Betroffen wären die Gesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings. In dem verzwickten Tarifkonflikt geht es nicht nur um die nächste Gehaltserhöhung, sondern auch um Betriebsrenten und Übergangsregelungen, wenn Piloten im Alter vor 65 Jahren aufhören. Dafür waren zwei getrennte Urabstimmungen abgehalten worden.

Die Lufthansa hat derweil ihre Piloten aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Dort könne man gemeinsam Lösungen erarbeiten, sagte ein Sprecher des Unternehmens in Frankfurt. Lufthansa sei weiterhin bereit, dem fliegenden Personal - also Piloten und Flugbegleitern - ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Berufsleben zu ermöglichen. Das müsse aber für neue Mitarbeiter unter anderen Voraussetzungen als bislang organisiert werden.

Aktie verliert

Die Lufthansa-Aktie sackte nach den Neuigkeiten von der Gewinn- in die Verlustzone. Zuletzt lag das Papier mit knapp einem Prozent im Minus, nachdem es vor Bekanntwerden des Streikvotums zeitweise um mehr als ein Prozent zugelegt hatte.

Wie teuer ein Pilotenstreik die Lufthansa zu stehen käme, hängt vor allem vom Termin und der Dauer des Ausstands ab. Commerzbank-Analyst Frank Skodzik schätzt, dass regionale Warnstreiks den Konzern täglich einen niedrigen einstelligen Millionen-Euro-Betrag kosten. Ein voller Streik auf den Lufthansa-Hauptrouten würde nach seinen Berechnungen jeden Tag mit 30 bis 40 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Den größten Schaden würde aus Skodziks Sicht derzeit ein Streik in den Osterferien in der zweiten Aprilhälfte anrichten. "Unser Wille ist es, die Osterferien nicht zu bestreiken", sagte der Chef der Tarifkommission, Thomas von Sturm. Das könne sich aber im Fall einer aggressiven Reaktion der Lufthansa ändern.

Tarifverhandlungen seit zwei Jahren ohne Ergebnis

In der seit sechs Wochen laufenden Urabstimmung zur Vergütung hatten 97,2 Prozent der rund 5400 Piloten für den Arbeitskampf gestimmt. Die Tarifverhandlungen laufen bereits seit rund zwei Jahren ergebnislos. Zum Jahresende 2013 wurden sie zusätzlich kompliziert, weil Lufthansa einseitig ihre Verpflichtungen zu Betriebsrenten und der Übergangsversorgung für Piloten und Flugbegleiter gekündigt hat. In der Urabstimmung zur Übergangsversorgung stimmten sogar 99,1 Prozent der Piloten für einen Arbeitskampf.

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