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Zahl der Nebenjobs in Deutschland erreicht Rekordwert

Anstieg seit Jahren  

Noch nie hatten so viele Arbeitnehmer einen Nebenjob

24.03.2014, 07:51 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Zahl der Nebenjobs in Deutschland erreicht Rekordwert. Nach dem regulären Arbeitstag nochmal putzen gehen: Viele Deutsche kennen Doppelbelastungen wie diese (Quelle: imago/Bernd Friedel)

Nach dem regulären Arbeitstag nochmal putzen gehen: Viele Deutsche kennen Doppelbelastungen wie diese (Quelle: imago/Bernd Friedel)

Die Zahl der Arbeitnehmer mit einem Nebenjob steigt seit Jahren. Nun hat sie wieder einen neuen Rekord erreicht: Erstmals üben in Deutschland mehr als drei Millionen Menschen eine zweite Tätigkeit aus.

Die Zahlen meldet die "Berliner Zeitung" unter Berufung auf Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Demnach hat sich die Zahl der Arbeitnehmer mit einem Nebenjob seit der Wiedervereinigung mehr als verdreifacht auf zuletzt 3,02 Millionen.

Nebenjobs sind seit den Hartz-Reformen deutlich attraktiver

Ein wesentlicher Grund für den Anstieg seien Vergünstigungen für Zweitjobs, die die Politik im Zuge der Hartz-Reformen beschlossen habe, sagte IAB-Forscher Enzo Weber der Zeitung. So müssen Beschäftigte, die neben ihrem Hauptberuf einen Minijob ausüben, seit 2003 für diesen Nebenjob keine Sozialabgaben mehr bezahlen.

Eine solche "Subvention eines zweiten Jobs ist schwer nachvollziehbar", kritisierte Weber. Entlastet würden nicht nur Geringverdiener, die aus finanziellen Gründen zwei Jobs übernehmen müssen. Von der Regelung profitierten auch Gutverdiener mit einer Nebentätigkeit.

"Großteil hat ordentlich bezahlten Hauptberuf"

Welchen Anteil Arme und Besserverdienende im Nebenjob-Sektor ausmachen, versucht das IAB derzeit zu ermitteln. Weber sagte der Zeitung dazu: "Es gibt Geringverdiener, die aus finanzieller Not einen Zweitjob übernehmen müssen. Der Großteil hat aber einen ordentlich bezahlten Hauptberuf."

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit hatten zuletzt elf Prozent aller sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen zusätzlich einen Minijob. Bei den Männern waren es demnach sieben Prozent.

Viele Minijobber werden durch die Einführung des flächendeckenden Mindestlohns mehr Gehalt bekommen. In der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Bundestags-Grünen hieß es, 60 Prozent der Minijobber verdienten weniger als 8,50 Euro pro Stunde. 29 Prozent bekommen nicht einmal sieben Euro und acht Prozent weniger als fünf Euro. Branchenverbände warnen allerdings, viele geringfügig Beschäftigte könnten dann über die Steuer-Freigrenze von monatlich 450 Euro rutschen.

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