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Lufthansa-Streik zeigt erste Auswirkungen - Feldbetten für Passagiere

Flugverkehr  

Pilotenstreik begonnen - Bislang kein Chaos an Flughäfen

02.04.2014, 14:30 Uhr | dpa, AFP, t-online.de

Lufthansa-Streik zeigt erste Auswirkungen - Feldbetten für Passagiere. Lufthansa-Flieger auf Parkposition: Etwa 425.000 Passagiere müssen auf andere Verkehrsmittel umsteigen (Quelle: Reuters)

Infolge einer Gewinnwarnung kam der Aktienkurs der Kranich-Airline heftig unter Druck (Quelle: Reuters)

Einer der größten Arbeitsausstände in der Geschichte der Lufthansa hat begonnen. Drei Tage lang soll der Flugbetrieb gemäß dem Aufruf der Piloten-Gewerkschaft Cockpit bestreikt werden. Rund 3800 Flüge wurden von Mittwoch bis Freitag gecancelt. Hier finden Sie die Liste aller gestrichenen Flüge. An den betroffenen Flughäfen sind chaotische Zustände aber bislang ausgeblieben. Man hatte sich auf die Folgen des Streiks vorbereitet.

Auswirkungen des Streiks zeigten sich dennoch. "Es sind deutlich weniger Leute da", sagte ein Sprecher des Flughafens in München. Nur einzelne Lufthansa-Maschinen hoben am frühen Mittwochmorgen ab, die meisten Flüge der Fluglinie von und nach München fielen dagegen aus. Statt Chaos herrscht jedoch Ruhe am zweitgrößten deutschen Airport, die Reisenden waren seit Tagen über den Streik informiert.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in Stuttgart. Insgesamt 75 von 281 geplanten Flügen seien dort gestrichen worden, sagte ein Flughafen-Sprecher. Die Lage im Terminal sei aber sehr ruhig gewesen. Die meisten Passagiere seien gar nicht erst zum Flughafen gekommen. "Bei uns strandet niemand", so der Sprecher weiter, da die meisten Flugreisen erst in Stuttgart angetreten werden oder enden.

Feldbetten für gestrandete Passagiere

Die Drehkreuz-Flughäfen München und Frankfurt bereiteten sich allerdings darauf vor, dass Transitreisende ohne Schengen-Visum in den Transitbereichen festsitzen könnten. "Mit ein paar Gestrandeten wird man rechnen müssen", hieß es in München. In Frankfurt wurden für diese Fluggäste nach Angaben eines Sprechers Feldbetten in den Transitbereichen aufgestellt. Zudem gebe es Snacks und Getränke.

Der Flugbetrieb der Lufthansa wird für drei Tage bestreikt. Um Mitternacht legten Piloten von Europas größtem Luftverkehrskonzern die Arbeit nieder, wie ein Sprecher der "Vereinigung Cockpit" mitteilte. Insgesamt sind rund 425.000 Passagiere von den Flugstreichungen betroffen. (Hier können Sie Ihren persönlichen Flugstatus überprüfen.) Ein großer Teil der Fluggäste sollte auf andere Verkehrsmittel oder Termine umgebucht werden.

Callcenter-Kapazitäten aufgestockt

Bei der Lufthansa rechnete man am Morgen ebenfalls nicht mit einem größeren Chaos. Man gehe davon aus, dass sich viele vorab informiert hatten. "Die Callcenter sind auf die höchstmögliche Kapazität aufgestockt worden", sagte eine Lufthansa-Sprecherin.

Lufthansa hatte zuvor auf die umfassende Streikdrohung der rund 5400 Kapitäne und Co-Piloten reagiert und den größten Teil ihres Flugprogramms bis inklusive Freitag abgesagt. Auch bei der Lufthansa-Tochter Germanwings fallen zahlreiche Flüge aus.

Lufthansa entstehen hohe Kosten

Die Kosten des Streiks schätzt die Lufthansa auf einen zweistelligen Millionenbetrag pro Tag. Bereits am Dienstag strich die Lufthansa nach eigenen Angaben mehr als 60 Verbindungen, um unter anderem zu vermeiden, dass Passagiere später an Flughäfen stranden. Die Lufthansa-Aktie gehörte an der Börse zuletzt aber zu den Gewinnern.

Bundesregierung ruft zu rascher Einigung auf

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat die Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Cockpit zu einer schnellen Einigung im Tarifstreit aufgerufen. "Jeder Tag mit Streik schränkt die Mobilität hunderttausender Menschen ein. Das heißt, eine schnelle Lösung des Konflikts ist geboten und ist auch im Interesse der Tarifparteien", sagte Dobrindt der "Bild"-Zeitung.

Scharfe Kritik am Streik der Lufthansa-Piloten äußerte der Vize-Chef der Unionsfraktion, Michael Fuchs (CDU): "Dieser Streik ist absolut unverantwortlich. Er bringt die Lufthansa in ernste Schwierigkeiten und nimmt eine halbe Million Fluggäste als Geiseln. Bei Leuten, die in einigen Fällen so viel verdienen wie die Kanzlerin, habe ich dafür wenig Verständnis." Der Chef des SPD-Arbeitnehmerflügels, Klaus Barthel, kritisierte, "dass Mini-Gewerkschaften die Interessen weniger auf Kosten vieler vertreten".

Am Vormittag wollen die Piloten am Frankfurter Flughafen für ihre Anliegen demonstrieren. Anlass des Streiks sind die von Lufthansa einseitig gekündigten Übergangsrenten, die den Piloten bislang ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Beruf ermöglichten.

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