Sie sind hier: Home > Finanzen > Karriere >

Formel-1-Einnahmen: Ecclestones dubioser Steuerdeal

Formel-1-Einnahmen  

Ecclestones dubioser Steuerdeal

29.04.2014, 18:14 Uhr | Carsten Volkery, Spiegel Online

Formel-1-Einnahmen: Ecclestones dubioser Steuerdeal. Formel-1-Chef Bernie Ecclestone (Quelle: Reuters)

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone (Quelle: Reuters)

Formel-1-Mogul Bernie Ecclestone steht wegen Bestechung in München vor Gericht. Beim Blick in seine Vergangenheit rückt nun auch das britische Finanzamt ins Rampenlicht: Hat der Steuervermeider Ecclestone einen Schnäppchen-Deal bekommen?

Die Geschichte von Bernie Ecclestone und Gerhard Gribkowsky ist ein Traum für Journalisten. Vor dem Münchner Landgericht geht es seit vergangener Woche wieder um jene Zahlung von 44 Millionen Dollar, die 2006 vom britischen Formel-1-Impresario an den bayerischen Banker geflossen sind. Die Frage lautet: War es Erpressung oder Bestechung?

Doch bevor jemand eine Antwort geben kann, taucht schon die nächste Frage auf. Das investigative BBC-Programm "Panorama" rekonstruierte die Ecclestone-Saga in einer halbstündigen Sendung am Montagabend - und erhob einen weiteren, nicht weniger explosiven Vorwurf: Das britische Finanzamt soll 2008 mit dem Milliardär einen fragwürdigen Deal gemacht haben. Statt eine mögliche Steuerschuld in Höhe von 1,2 Milliarden Pfund einzutreiben, habe man sich nach neunjährigen Ermittlungen auf eine Einstellung des Verfahrens geeinigt - gegen eine Zahlung von 10 Millionen Pfund.

Das offensichtliche Missverhältnis sorgt im Königreich nun für Aufregung. Der Fall werfe erneut ein Schlaglicht auf Vorwürfe, dass die Finanzbehörden "Sweetheart Deals" mit Superreichen und Großunternehmen machten, schrieb die "Daily Mail". Die justizpolitische Sprecherin der Labour-Opposition, Emily Thornberry, forderte in der "Panorama"-Sendung eine neue Untersuchung der Steuerangelegenheiten von Ecclestone.

Der Hintergrund: Nach dem Kauf der Formel-Eins-Übertragungsrechte in den neunziger Jahren hatte Ecclestone die TV-Rechte an seine damalige Frau Slavica übertragen, die sie wiederum an Familienstiftungen in Liechtenstein übertrug. So vermied Ecclestone, auf die Gewinne aus der Formel Eins Steuern zu zahlen. Ein solches Arrangement ist legal, solange Ecclestone selbst keine Kontrolle über die Stiftungen ausübt.

Wie viel Einfluss hat Ecclestone auf seine Stiftungen?

Genau daran gab es jedoch von Anfang an Zweifel. Die britischen Steuerfahnder begannen zu forschen, gaben aber offenbar irgendwann auf und boten Ecclestone die Einigung über zehn Millionen Pfund an. Dies berichtete eine ehemalige Anwältin einer Ecclestone-Stiftung, die Schweizerin Florence Flournoy, bereits 2011 der deutschen Staatsanwaltschaft. Die BBC zitierte nun aus den Ermittlungsakten.

Ecclestone wies den Vorwurf eines Deals am Montag zurück. Die 10 Millionen seien nicht geflossen, um die Ermittlungen zu beenden, sagte er dem "Guardian". Vielmehr habe es sich nur um eine gewöhnliche Steuernachzahlung gehandelt. Das Finanzministerium hüllte sich in Schweigen. Man kommentiere individuelle Steuerfälle grundsätzlich nicht, teilte die Behörde mit.

Enge Beziehungen zu seinen Stiftungen

Die BBC-Reporter (Titel der Sendung: "Lügen, Schmiergelder und die Formel Eins") gingen erneut der Frage nach, wie groß Ecclestones Einfluss auf seine Stiftungen war. Als Indiz wurde unter anderem der Kauf eines neuen Londoner Domizils im Jahr 2001 angeführt. Zwar hatte offiziell die Familienstiftung das herrschaftliche Anwesen in den Kensington Palace Gardens gekauft. Doch Ecclestone selbst habe den Kaufpreis von 50 Millionen Pfund verhandelt, berichtet die BBC. Ebenso sei er persönlich am Verkauf drei Jahre später beteiligt gewesen. Der Bericht kommt zu dem Schluss: Die Beziehung zwischen dem Patriarchen und seinen Stiftungen sei enger als öffentlich eingeräumt.

Das Finanzamt muss sich daher nun unbequeme Fragen gefallen lassen. Doch auch für Ecclestone könnte es erstmals eng werden. Seit vergangener Woche muss er sich wegen Bestechung und Anstiftung zur Untreue vor dem Münchner Landgericht verantworten. Er soll 2006 dem früheren Bayern-LB-Vorstand Gribkowsky 44 Millionen Dollar gezahlt haben, um seinen Job als Chef des Rennzirkus zu retten: Laut Staatsanwaltschaft wollte Ecclestone sicherstellen, dass die Landesbank ihre Formel-1-Anteile an seinen Wunscheigentümer verkauft, das Investmentunternehmen CVC. Ecclestone hingegen behauptet, die Millionen seien ein Schweigegeld gewesen: Gribkowsky habe gedroht, ihn bei den Finanzbehörden anzuschwärzen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Anziehend weiblich - die neuen Kleider der Saison
bei BAUR
Anzeige
Bauknecht Kühl-/ Gefrierkom- bis: „wenn du cool bleibst“
gefunden auf otto.de
Gerry Weberbonprix.deOTTOCECILHappy SizeLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe