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Deutsche Post wirft Zustellerin nach 88 befristeten Verträgen raus

Zustellerin will klagen  

Post wirft Frau nach 88 Zeitverträgen raus

21.05.2014, 16:48 Uhr | t-online.de

Deutsche Post wirft Zustellerin nach 88 befristeten Verträgen raus. Die Post beschäftigt Zusteller oft nur befristet (Quelle: imago/Geisser)

Die Post beschäftigt Zusteller oft nur befristet (Quelle: imago/Geisser)

Die Deutsche Post hat die befristete Anstellung einer Postbotin in Mecklenburg-Vorpommern nicht verlängert, weil sie "untragbar" geworden ist. Zuvor hatte die Frau innerhalb von 17 Jahren 88 befristete Beschäftigungen bei der Post angesammelt, aber nie eine Festanstellung erhalten. Über den Fall berichtete die Tageszeitung "Die Welt". Mit Hilfe der Gewerkschaft Ver.di will die Frau nun vor dem Arbeitsgericht klagen.

Dem Bericht zufolge hatte die Postbotin seit 1997 praktisch durchgehend für das Unternehmen gearbeitet - 38,5 Stunden in der Woche. Nur von Ende 2003 bis Anfang 2009 habe sie wegen der Erkrankung ihres Sohnes eine Auszeit genommen. Danach sei sie sofort wieder beschäftigt worden.

Die 88 Arbeitsverhältnisse, die Juristen laut "Welt" in dieser Häufung als "ungewöhnlich" bezeichnen, hätten manchmal nur zwei oder vier Wochen, manchmal auch mehrere Monate gedauert. Stets habe die Frau nur wenige Tage vor dem Auslaufen des Vertrags ein neues befristetes Angebot erhalten. In der Zwischenzeit habe sie sich bereits vorsorglich beim Arbeitsamt gemeldet.

Dass sie sich nicht schon früher gegen die dauernden sogenannten Kettenbefristungen gewehrt habe, begründete die Frau der Zeitung zufolge unter anderem damit, dass sie nicht der Typ für hartnäckige Auseinandersetzungen sei, ihr die Arbeit Spaß gemacht habe und sie mit dem Verdienst von 13 Euro zufrieden gewesen sei - auch wenn ihre festangestellten Kollegen mehr verdienten.

Praxis unter Voraussetzungen erlaubt

Zudem sind Kettenbefristungen nach einem Grundsatzurteil des Europäischen Gerichtshofs nicht zu beanstanden, wenn sie ordentlich begründet sind. Genau das soll beim letzten ausgelaufenen Vertrag aber nicht der Fall gewesen sein - eine Hoffnung, auf die sich Ver.di stützt. Dem damaligen Urteil des EuGH lag ein Fall aus Köln zugrunde, bei dem eine Frau über mehrere Jahre insgesamt 13 befristete Anstellungen bei der Stadtverwaltung hatte.

Details im aktuellen Fall wurden nicht genannt, insbesondere habe es bei der Post keine Begründung dafür gegeben, wodurch die Frau nun "untragbar" geworden sei. Allerdings war sie während ihrer letzten befristeten Beschäftigung einmal für zwei Wochen krank.

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