Sie sind hier: Home > Finanzen > Karriere >

Watsche für Amazon-Chef: Jeff Bezos zum "schlechtesten Boss der Welt" gekürt

Watsche für Amazon-Chef  

Jeff Bezos zum "schlechtesten Boss der Welt" gekürt

23.05.2014, 16:41 Uhr | t-online.de

Watsche für Amazon-Chef: Jeff Bezos zum "schlechtesten Boss der Welt" gekürt. Unrühmlicher Titel für Amazon-Chef Jeff Bezos (Quelle: dpa)

Unrühmlicher Titel für Amazon-Chef Jeff Bezos (Quelle: dpa)

Mobbing, Druck und GPS-Überwachung der Mitarbeiter: Wegen unmenschlicher Arbeitsbedingungen wurde der Boss des Online-Händlers Amazon, Jeff Bezos, beim Weltkongress des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB) in Berlin zum "schlechtesten Boss der Welt" gekürt. Als Kandidaten standen außerdem C. Douglas McMillon, der Chef der Wal-Mart-Kette, JP-Morgan-Chase-Chef Jamie Dimon und Goldman Sachs-Chef Lloyd Blankfein zur Wahl.

"Jeff Bezos verkörpert die Unmenschlichkeit von Arbeitgebern, die auf das US-amerikanische Unternehmensmodell setzen", heißt es zur Begründung für den unrühmlichen Titel. So würden die Beschäftigten in den Logistikzentren 24 Kilometer am Tag zurücklegen. Zudem müssten regelmäßig Beschäftigte von Krankenwagen abgeholt werden.

"Jeder Schritt wird überwacht"

Dazu komme die Mitarbeiter-Überwachung per GPS: "Die Beschäftigten in den Amazon-Logistikzentren müssen digitale Geräte am Arm tragen, mit denen jeder ihrer Schritte überwacht wird." Noch dazu gebe es keine konkreten Vereinbarungen über Pausen oder das Arbeitstempo. Mobbing und Schikanen seien extrem verbreitet und die Beschäftigten würden alleine schon dann gerügt, wenn sie nur miteinander reden oder eine Verschnaufpause machen, heißt es. Das wiederum erinnert auch an Missstände in einem Erfurter Zalando-Lager, über die eine Undercover-Reporterin von RTL berichtet hatte.

Auch in Deutschland behandele das Unternehmen seine Beschäftigten wie Roboter. Dabei mache Amazon keinen Hehl daraus, dass es diese in nur wenigen Jahren durch Roboter ersetzen will.

"Wie Fabrikarbeiter im 19. Jahrhundert"

"Bezos wird als großer Innovator gesehen, aber Amazon verdient seinen Erfolg damit, seine Mitarbeiter wie Fabrikarbeiter im 19. Jahrhundert zu behandeln", sagte auch Philip Jennings, der Generalsekretär des internationalen Gewerkschafts-Dachverbandes UNI der "Huffington Post" zufolge.

Mit Amazon hat der 50-jährige Bezos den weltweiten Online-Handel regelrecht revolutioniert. Das US-Magazin "Time" kürte ihn dafür schon Ende der 1990er Jahre zur "Person des Jahres". Heute ist Amazon der größte Onlineversandhändler der Welt und und verkauft neben Büchern zahllose andere Artikel wie Elektronik- und Haushaltsgeräte, aber auch Kunst oder Lebensmittel.

Bei der Abstimmung hatten laut IGB mehr als 20.000 Personen ihre Stimme abgegeben. Der Zusammenschluss der Gewerkschaften repräsentiert eigenen Angaben zufolge mehr als 180 Millionen Arbeitnehmer auf der ganzen Welt.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
15,- € Gutschein für Sie - nur bis zum 22.09.2019
bei MADELEINE

shopping-portal