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DDR-Häftlinge fordern Entschädigung von der Bahn

Wegen Zwangseinsatz  

DDR-Häftlinge fordern Entschädigung von der Bahn

31.05.2014, 09:58 Uhr | AFP

DDR-Häftlinge fordern Entschädigung von der Bahn. Deutsche Bahn: Nach der Wende ging die DDR-Reichsbahn in dem DB-Konzern auf (Quelle: dpa)

Deutsche Bahn: Nach der Wende ging die DDR-Reichsbahn in dem DB-Konzern auf (Quelle: dpa)

Die Deutsche Bahn gerät unter Druck: Wegen der Ausbeutung von politischen Gefangenen in der DDR sieht sich der Konzern nun mit Entschädigungsforderungen konfrontiert. Einem Bericht zufolge hat die Deutsche Reichsbahn der DDR, die nach der Wende in dem DB-Konzern aufging, in großem Umfang politische Gefangene als Zwangsarbeiter "unter unmenschlichen Bedingungen" für sich schuften lassen.

"Die Deutsche Bahn AG darf sich nicht wegducken", sagte der Vorsitzende der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG), Rainer Wagner, der "Berliner Zeitung". Das Unternehmen stehe als Rechtsnachfolger der DDR-Reichsbahn in der Verantwortung. Diese habe von der Zwangsarbeit in der DDR am stärksten profitiert.

Der Vorsitzende des Rates der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Markus Meckel, widersprach der Forderung. "Das ist kein zusätzliches und besonderes Unrecht", sagte er dem Blatt. Das Unrecht sei auch nicht "spezifisch" gewesen, es habe nicht nur politische Häftlinge, sondern Häftlinge insgesamt betroffen. Nach einer Studie im Auftrag der UOKG, über die das ARD-Fernsehen berichtete, leisteten von 1951 bis 1989 jährlich etwa 1200 bis 1500 Gefangene Zwangsarbeit für die Reichsbahn.

Arbeit "unter unmenschlichen Bedingungen"

Laut "Bild"-Zeitung enthüllt die Studie, dass politische Häftlinge in der DDR auch im Braunkohle-Tagebau eingesetzt wurden. Politische Häftlinge und Strafgefangene hätten im Braunkohletagebau in der Lausitz und in Bitterfeld "unter unmenschlichen Bedingungen" arbeiten müssen, berichtete der Leiter des Forschungsprojekts, Christian Sachse, dem Blatt. Sachse forderte eine Entschädigung vom Energieversorger Vattenfall, der heute allein in der Lausitz fünf Tagebaue betreibt. Er sehe Vattenfall in der moralischen Verantwortung. Der Konzern äußerte sich zunächst nicht zu den Forderungen.

Der neuen Studie zufolge ließ die DDR Gefangene sogar unter Tage zwangsweise arbeiten. "Wir haben herausgefunden, dass im Steinkohlebau in Zwickau in den 50er Jahren Häftlinge eingesetzt wurden, obwohl dies gegen internationale Konventionen verstieß", sagte Sachse der "Bild". Die Zahl der Arbeitsunfälle war laut dem Blatt bei Gefangenen dreimal so hoch wie unter den üblichen Arbeitsbedingungen in der DDR.

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