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Jedes vierte Vorstandsmitglied ist eine Fehlbesetzung

Suche bloß nicht überstürzen  

Jedes vierte Vorstandsmitglied ist eine Fehlbesetzung

08.08.2014, 14:57 Uhr | t-online.de

Jedes vierte Vorstandsmitglied ist eine Fehlbesetzung. Bei der Suche nach einem neuen Vorstand sollte nichts überstürzt werden. (Quelle: dpa)

Bei der Suche nach einem neuen Vorstand sollte nichts überstürzt werden. (Quelle: dpa)

Immer mehr Vorstände müssen nach nur weniger als einem Jahr im Amt ihren Hut nehmen. Innerhalb der letzten 20 Jahre hat sich die Zahl der Vorstandswechsel vor Jahresfrist sogar mehr als verdoppelt. Das Problem ist nach Ansicht der Personalberatung Rochus Mummert jedoch hausgemacht: Jedes vierte Vorstandsmitglied hätte vom Aufsichtsrat erst gar nicht in das Führungsgremium berufen werden dürfen. Doch oft wird zu schnell geschossen, werden Kriterien für das Auswahlverfahren nicht klar definiert. Das geht häufig nach hinten los und verursacht dann hohe Kosten, Verunsicherung und gleich das nächste Problem: Wer soll als künftiger Retter verpflichtet werden?

Wenn die Vorstandsetage nicht funktioniert, könnten schon bei einem mittelständischen Unternehmen oft Kosten im Millionenbereich entstehen, so Carlo Mackrodt, Geschäftsführer bei Rochus Mummert, die eine Marktbeobachtung zu diesem Thema durchgeführt haben.

"Die betroffenen Unternehmen leiden aber nicht nur unter einer direkten monetären Belastung. Noch viel gravierender für die Zukunft eines Unternehmens sind die indirekten Folgen wie beispielsweise verunsicherte Mitarbeiter und Investoren oder der Verlust von Schlüsselkunden. Hinzu kommen meist erhebliche Schwierigkeiten bei der künftigen Besetzung von Top-Führungspositionen."

Kandidat muss zum Unternehmen passen

Doch woran liegt es, dass so viele Chefs vorzeitig gehen müssen? "Fast immer fehlt es am 'Cultural fit'." Das heißt, der Kandidat passt einfach nicht zur Unternehmenskultur.

Das wissen die meisten Aufsichtsräte zwar, erklärt Personalberater Mackrodt. Trotzdem nehmen sie sich oft nicht die nötige Zeit, sich auf klare Anforderungsprofile zu einigen und sich bei der Suche ausreichend Zeit nehmen. Dies ist aber laut Mackrodt unabdingbare Voraussetzung, um zu erkennen, ob ein Kandidat zum Unternehmen passt.

"Wenn ein Kontrollgremium hier unbedingt auf der Überholspur fahren will, steigt das Crash-Risiko unweigerlich", weiß der Geschäftsführer der Personalberatung.

Geht ein Vorstand, hat der Aufsichtsrat versagt

Von Rochus Mummert aktuell befragte Aufsichtsratsmitglieder deutscher Unternehmen bestätigen dabei das Bild repräsentativer Untersuchungen aus den Vorjahren. Demnach ist fast jeder zweite Aufsichtsrat mit der Nachfolgeplanung in dem von ihm kontrollierten Unternehmen unzufrieden.

"Auch wenn es weh tut, aber bei einer Fehlbesetzung – insbesondere beim Vorstandsvorsitzenden – hat das Kontrollgremium versagt", findet Mackrodt.

Schnellschuß erweist sich oft als Bumerang

Dabei gibt es seiner Ansicht nach dafür keinen Grund. Die Aufsichtsräte hätten es selbst in der Hand, sich ausreichend Zeit bei der Einschätzung der amtierenden Vorstände und bei der Nachfolgeplanung zu nehmen. Zudem rät er, die Anforderungen an die Vorstände klar zu formulieren und sie möglichst aus den eigenen Reihen zu besetzen. Denn wie Studien bestätigen, ist das Ausfallrisiko intern besetzter Vorstände nur halb so groß.

Das Fazit von Personalberater Mackrodt lautet daher: "Die schnelle Verpflichtung eines vermeintlichen Retters entpuppt sich viel zu häufig als Bumerang."

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