Sie sind hier: Home > Finanzen > Karriere >

Prozessbetrug: Klage gegen Deutsche Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen

Versuchter Prozessbetrug  

Staatsanwaltschaft klagt Deutsche-Bank-Chef Fitschen an

24.09.2014, 09:35 Uhr | dpa-AFX, AFP, rtr

Prozessbetrug: Klage gegen Deutsche Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen. Co-Chef der Deutschen Bank: Jürgen Fitschen, wegen versuchten Prozessbetrugs im Kirch-Verfahren angeklagt. (Quelle: dpa)

Co-Chef der Deutschen Bank: Jürgen Fitschen, wegen versuchten Prozessbetrugs im Kirch-Verfahren angeklagt. (Quelle: dpa)

Erste Gerüchte gab es bereits im August, nun ist es offiziell: Die Münchner Staatsanwaltschaft hat den Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, und mehrere ehemalige Top-Manager der Bank wegen versuchten Prozessbetrugs im Kirch-Verfahren angeklagt. Das Landgericht München müsse nun entscheiden, ob die Anklage zugelassen werde und es somit zum Prozess komme, sagte eine Gerichtssprecherin in München.

Auch Fitschens Vorgänger Rolf Breuer und Josef Ackermann sowie die ehemaligen Vorstände Clemens Börsig und Tessen von Heydebreck werden angeklagt. Sie werden verdächtigt, vor Gericht falsche Angaben gemacht zu haben, um Schadenersatzzahlungen an die Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch zu verhindern. Da die Bank letztlich doch gezahlt hatte, geht es nur um versuchten Prozessbetrug. Die Angeklagten hatten die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Strafprozess beginnt erst 2015 - wenn überhaupt

Sie können sich nun schriftlich gegen die Vorwürfe verteidigen. Der Sprecherin zufolge setzte das Gericht eine Äußerungsfrist von vier Wochen fest, diese dürfte aber wohl verlängert werden. Erst nach dieser Äußerungsfrist werde das Gericht entscheiden, ob es zum Strafprozess gegen die Angeklagten komme. Ein Prozess würde wohl nicht vor dem kommenden Jahr beginnen. Börsenbrief-Autor Hans Bernecker geht für diesen Fall davon aus, dass die Spitze der Bank neu besetzt werden muss.

Wegen der Höhe des Schadens - Kirch bezifferte diesen mit zwei Milliarden Euro - wertet die Anklagebehörde die Tat als schweren Fall des versuchten Betrugs. Bei einem einfachen Fall ist die möglichste Höchststrafe mit fünf Jahren Haft nur halb so hoch.

Zuständig für den Fall ist die 5. Strafkammer um den Vorsitzenden Richter Peter Noll, der im August den Bestechungsprozess gegen Formel-1-Boss Bernie Ecclestone gegen Zahlung einer Rekordsumme von 100 Millionen Dollar eingestellt hatte.

Letzte offene Baustelle in Sachen Kirch

Das Verfahren ist die letzte offene Baustelle der Deutschen Bank im Streit mit den Kirch-Erben. Leo Kirch und später seine Erben machten die Bank für den Zusammenbruch des Medienimperiums von Kirch im Jahr 2002 verantwortlich und überzogen das Geldhaus mit Prozessen.

Vor dem Oberlandesgericht (OLG) München hatten die Erben Erfolg. Nach einer langen Beweisaufnahme verurteilte das OLG die Bank kurz vor Weihnachten 2012 zu Schadenersatz. Im Februar 2014 schließlich schlossen beide Seiten einen Vergleich. Gegen Zahlung von rund 925 Millionen Euro einigte sich die Bank mit den Kirch-Erben auf ein gütliches Ende der Dauerfehde. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen die Manager liefen aber trotzdem weiter.

Fitschen führt die Deutsche Bank seit Juni 2012 gemeinsam mit Anshu Jain und gilt als einer der wichtigsten Wirtschaftsbosse in Deutschland. Die Deutsche-Bank-Aktie gehörte am Dienstag zu den größten Tagesverlierern im DAX.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
15,- € Gutschein für Sie - nur bis zum 22.09.2019
bei MADELEINE

shopping-portal