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Banker verhalten sich laut Studie "signifikant unehrlich"

Die "Kultur der Gier"  

Banker verhalten sich "signifikant unehrlich"

20.11.2014, 06:58 Uhr | dpa, t-online.de

Banker verhalten sich laut Studie "signifikant unehrlich"  . Berufliche Verhaltensnormen? Im Experiment handelten viele Bankangestellte auffallend unehrlich (Quelle: imago / Emil Umdorf)

Berufliche Verhaltensnormen? Im Experiment handelten viele Bankangestellte auffallend unehrlich (Quelle: imago / Emil Umdorf)

Banker mögen privat ganz anständige Zeitgenossen sein, im Job jedoch verhalten sich sehr häufig anders: Dort erliegen sie - auffallend öfter als andere Menschen - der Versuchung zu betrügen. Schuld daran sei die vorherrschende Unternehmenskultur in der Bankenindustrie. Zu diesem Schluss kommen die Autoren einer Untersuchung der Universität Zürich, die im Fachmagazin "Nature" vorgestellt wird.

"Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die sozialen Normen in der Bankenindustrie unehrliches Verhalten eher tolerieren und damit zum Reputationsverlust der Banken beitragen", erklärte Professor Michel Maréchal vom Institut für Volkswirtschaftslehre. Deshalb empfehlen die Forscher der Finanzwirtschaft einen Normenwandel hin zur Förderung moralisch einwandfreien Verhaltens.

Von einem System, "in dem Geldverdienen um beinahe jeden Preis wichtiger ist als die Einhaltung langweiliger Vorschriften", berichtete die "Baseler Zeitung" im Zusammenhang mit dem Gebaren von Kweku Adoboli, einem Händler der Großbank UBS, der sich 2012 vor Gericht verantworten musste, weil er mehr als zwei Milliarden Dollar verzockt hatte.

"Signifikant unehrlicher"

Die Forscher der Universität Zürich hatten mit rund 200 Bankangestellten ein Experiment durchgeführt. Die Banker wurden in zwei Gruppen zum Münzwerfen eingeteilt. Wer Kopf oder Zahl richtig voraussage, solle einen Gewinn erhalten. Doch im Experiment wurde die Vorhersage nicht protokolliert - Schummeleien waren also möglich.

Während der einen Gruppe von Bankangestellten der Eindruck vermittelt wurde, es gehe dabei lediglich um einen Freizeitspaß, wurde die andere Gruppe an ihre Rolle als Banker sowie an die beruflichen Verhaltensnormen erinnert. Diese Probanden hätten sich anschließend "signifikant unehrlicher" verhalten.

Ähnliche Experimente mit Mitarbeitern aus anderen Branchen hätten hingegen keine derartigen Unterschiede ergeben.

Ähnliche Ergebnisse auch bei Tradern

Die Züricher Studie ist nicht die erste ihrer Art. Zu einem weitaus drastischen Urteil über eine spezielle Gruppe von Bankmitarbeitern, den Händler, kam 2011 eine Untersuchung der Universität St. Gallen. Untersucht wurden die Kooperationsbereitschaft und der Egoismus von Profi-Tradern.

Bei einem Test, bei dem Vertreter dieser Berufsgruppe Computersimulationen durchspielen und sich Intelligenztests unterziehen mussten, stellte sich heraus, das sie zwar nicht erfolgreicher waren als die Vergleichsgruppen. Doch statt sachlich auf den höchsten Gewinn hinzuarbeiten, sei es den Händlern vor allem darum gegangen, erfolgreicher zu sein als ihr Gegenspieler. Dabei hätten sie viel Energie darauf verwettet, ihren Gegner zu schädigen, hieß es.

Letztlich bescheinigten die Autoren der Studie den Tradern sogar einen immensen Hang zur Zerstörung.

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