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DGB-Umfrage: Fast 60 Prozent arbeiten länger als im Vertrag steht

Umfrage unter Arbeitnehmern  

Fast 60 Prozent arbeiten länger als im Vertrag steht

04.12.2014, 15:52 Uhr | t-online.de, dpa-AFX, dpa

DGB-Umfrage: Fast 60 Prozent arbeiten länger als im Vertrag steht. Der Hang von Arbeitnehmern, der Forderung nach Überstunden nachzugeben, nimmt laut DGB gelegentlich gesundheitsgefährdende Formen an (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Hang von Arbeitnehmern, der Forderung nach Überstunden nachzugeben, nimmt laut DGB gelegentlich gesundheitsgefährdende Formen an (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die vertraglich geregelte Arbeitszeit hat mit der Realität in deutschen Unternehmen oft wenig zu tun. Das geht aus dem Index "Gute Arbeit 2014" des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervor. Demnach halten sich 62 Prozent der Arbeitgeber nicht an die vereinbarte Arbeitszeit. 59 Prozent der vom DGB befragten Arbeitnehmer gaben an, sie müssten länger arbeiten als vereinbart. In nur drei Prozent der Fälle war die tatsächliche Arbeitszeit kürzer als festgelegt.

Die meisten Überstunden gibt es der Umfrage zufolge in den Bereichen Information, Kommunikation, Energie und Entsorgung. Nur ein Teil der Überstunden werde bezahlt oder abgefeiert. Von den Arbeitnehmern, die länger als vereinbart arbeiten, hätten 24 Prozent gesagt, sie leisteten sehr häufig unbezahlte Arbeit. Weitere 26 Prozent täten dies zumindest gelegentlich. Insgesamt zeige die Erhebung, dass viele Männer mit langen Arbeitszeiten gerne kürzertreten würden, während die meisten Frauen, die in Teilzeit arbeiten, nichts gegen eine höhere Stundenzahl im Vertrag hätten.

Ausmaß bei "Vertrauensarbeitszeit" am höchsten

Dem DGB zufolge würden sich nur wenige weigern, wenn der Arbeitgeber "mit stillem Druck" Überstunden einfordert, die zum Teil nicht einmal bezahlt werden. Der Hang, dieser Forderung nachzugeben, nehme bei den Beschäftigten gelegentlich gesundheitsgefährdende Formen an, warnen die Gewerkschaften.

Wie es weiter heißt, sei gerade da, wo die Arbeitszeit nicht durch Stechuhren, Chipkarten oder den Vorgesetzten selbst erfasst wird, das Ausmaß an unbezahlter Arbeit am höchsten. Das Modell der "Vertrauensarbeitszeit", bei der Arbeitnehmer ihre Aufgaben eigenständig organisieren, sei deshalb in Deutschland kein gangbarer Weg, findet der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau Chemie Energie, Michael Vassiliadis.

Weniger Angst vor Jobverlust

Erfreulich ist indes, dass sich nur noch 20 Prozent der Beschäftigten Sorgen um ihre berufliche Zukunft machten. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008 waren dies noch 80 Prozent. Dass die Sorgen offenbar abgenommen haben, hat nach Auffassung des DGB auch mit den guten Erfahrungen zu tun, die Arbeitnehmer während der Krise mit Kurzarbeit und anderen flexiblen Arbeitszeitmodellen gemacht haben: "Die Menschen haben gesehen, dass es trotz der Krise nicht zu einem Arbeitsplatzverlust kam", sagt der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann.

Laut dem DGB arbeiten knapp 60 Prozent der deutschen Arbeitnehmer mehr Stunden, als in ihrem Vertrag steht. (Quelle: DGB-Index Laut dem DGB arbeiten knapp 60 Prozent der deutschen Arbeitnehmer mehr Stunden, als in ihrem Vertrag steht. (Quelle: DGB-Index "Gute Arbeit")

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