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Siemens streicht 7800 Arbeitsplätze - Radikalkur lässt Börse kalt

Job-Abbau bestätigt  

Siemens-Radikalkur lässt Börsenhändler kalt

06.02.2015, 17:42 Uhr | dpa

Siemens streicht 7800 Arbeitsplätze - Radikalkur lässt Börse kalt. Siemens machte seinen geplanten massiven Stellenabbau offiziell - auch deutsche Standorte trifft es hart  (Quelle: dpa)

Siemens machte seinen geplanten massiven Stellenabbau offiziell - auch deutsche Standorte trifft es hart (Quelle: dpa)

Der angekündigte weltweite Stellenabbau beim Elektrokonzern Siemens hat an der Börse nichts bewirkt. Die offiziellen Zahlen aus München übertreffen dabei die im Vorfeld durchgesickerten Informationen noch. Der Konzern gab bekannt, dass weltweit insgesamt 7800 Stellen gestrichen werden. 3300 Arbeitsplätze sollen allein in Deutschland wegfallen.

Den Kurs der Siemens-Aktie befeuerte die offizielle Ankündigung der massiven Stellenstreichungen nicht. Das Papier des Elektrokonzerns blieb mit einem Prozent im Minus. Einem Händler zufolge enthalten die Informationen "nichts Neues". Im Vorfeld war ohnehin bekannt, dass zusätzlich in der Energiesparte rund 1200 Stellen wegfallen sollen.

An welchen Standorten wieviele Siemens-Jobs abgebaut werden sollen. (Quelle: dpa)An welchen Standorten wieviele Siemens-Jobs abgebaut werden sollen. (Quelle: dpa) Bundesweit am stärksten treffen die Kürzungspläne den Standort Erlangen mit 900 Stellen. In Nürnberg sollen rund 300 Arbeitsplätze wegfallen, am Konzernsitz in München etwa 500 Stellen.

In Nordrhein-Westfalen geht es um insgesamt rund 300 Jobs an mehreren Standorten, darunter Mülheim und Duisburg. Die übrigen 1300 Stellen, die deutschlandweit abgebaut werden sollen, verteilen sich auf zahlreiche Siemens-Niederlassungen - darunter beispielsweise auch Berlin. An diesen Standorten wird der Abbau wohl geringer ausfallen, genaue Zahlen dazu konnten vorerst aber noch nicht genannt werden. Am Donnerstag war bekannt geworden, dass Siemens einen massiven Stellenabbau plant.

"Vision 2020"

Man werde nun zeitnah in Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern eintreten und konstruktiv nach sozialverträglichen Lösungen suchen, erklärte die neue Siemens-Personalchefin Janina Kugel. Betriebsbedingte Kündigungen sollten entsprechend geltender Vereinbarungen in dem Unternehmen vermieden werden.

Kaeser hatte den größten Konzernumbau seit 25 Jahren im Mai 2014 gestartet. Unter dem Schlagwort "Vision 2020" wurde die Sektoren-Einteilung des Geschäfts gekippt und die Zahl der Divisionen von 16 auf neun reduziert. Die Medizintechnik wird verselbstständigt, auch der Verkauf von Randaktivitäten wie der Hörgerätesparte gehört zu dem Konzept.

Mit dem Umbau will Siemens die Kosten um eine Milliarde Euro drücken. Die Einsparungen sollen in Innovationen, eine höhere Produktivität und Wachstum investiert werden, wie Siemens erklärte.

Schlechter Start ins Geschäftsjahr

Das Management hatte sich zuvor mit Vertretern der Arbeitnehmer beraten. Dabei waren bereits erste Zahlen zu dem geplanten Jobabbau durchgesickert. Kaesers Ziel ist es, den Elektroriesen insgesamt stärker auf Trab zu bringen und die Kundennähe zu erhöhen.

Geschäftlich lief es für Siemens zuletzt nicht rund. Für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres (30. September) hatte Kaeser einen Gewinneinbruch vorlegen müssen. Grund dafür waren unter anderem Zinseffekte. Siemens kämpft aber auch mit Problemen im wichtigen Energiegeschäft.

Die IG Metall hatte die Pläne zum Stellenabbau zunächst nicht kommentiert. Arbeitnehmervertreter sehen die Einschnitte aber schon lange kritisch. "Ich habe es satt, dass immer wieder Personalabbau als alternativlose Lösung propagiert wird", sagte die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Birgit Steinborn.

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