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Middelhoff-Anwälte erheben Folter-Vorwurf: "alle 15 Minuten geweckt"

Anwälte erheben schwere Vorwürfe  

Middelhoff im Gefängnis "alle 15 Minuten geweckt"

06.04.2015, 09:40 Uhr | t-online.de

Middelhoff-Anwälte erheben Folter-Vorwurf: "alle 15 Minuten geweckt". Thomas Middelhoff sitzt seit Mitte November in Essen in Haft. (Quelle: dpa)

Thomas Middelhoff sitzt seit Mitte November in Essen in Haft. (Quelle: dpa)

Seit knapp vier Monaten sitzt der Ex-Banker Thomas Middelhoff in Haft. Nun erheben seine Anwälte schwere Vorwürfe gegen die Justiz: Über einen Zeitraum von 672 Stunden habe der 61-Jährige nicht schlafen können, weil er tagsüber und nachts alle 15 Minuten geweckt wurde, heißt es laut "Bild am Sonntag" in einer Haftbeschwerde.

In den ersten vier Wochen der Untersuchungshaft, zwischen Mitte November und Mitte Dezember, sei Middelhoff in seiner Zelle ständig kontrolliert worden, weil die Essener Justiz ihn als suizidgefährdet eingestuft hatte. Die Verteidiger vergleichen den Fall in der Beschwerde sogar mit den Foltermethoden im US-Gefangenenlager Guantanamo.

Alfred Doliwa, Chef der JVA Essen, bestätigte gegenüber der "BamS" die Maßnahme: Er habe "unregelmäßige Beobachtung in Zeitabständen von höchstens 15 Minuten rund um die Uhr" angeordnet. "Das Leben des Gefangenen hat Vorrang. Was wäre denn passiert, wenn sich Herr Middelhoff etwas angetan hätte?“

Überwachung erst nach mehreren Gesprächen beendet

Die Anwälte bezweifeln dagegen, dass bei dem ehemaligen Chef von Bertelsmann und Arcandor Selbstmordgefahr bestand. Ein JVA-Arzt habe drei Tage nach Haftantritt keine Suizidgefährdung und keine Anhaltspunkte für Depressionen festgestellt. Nach mehreren Gesprächen mit Middelhoff sei die Rund-um-die-Uhr-Bewachung dann beendet worden, so Doliwa.

Laut dem Bericht der "BamS" soll Middelhoff im Gefängnis zudem schwer erkrankt sein. Ob ein Zusammenhang mit dem Schlafentzug besteht, ist aber nicht klar.

Middelhoff wurde Mitte November wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Haft verurteilt. Vor einigen Tagen stellte er zudem einen Antrag auf Privatinsolvenz. Zuvor soll er einen Teil seines Vermögens transferiert haben.

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