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VW-Boss Winterkorn lässt sich nicht aus dem Amt jagen

Machtpoker bei VW geht weiter  

Konzern-Boss Winterkorn lässt sich nicht aus dem Amt jagen

11.04.2015, 15:46 Uhr | dpa, rtr, t-online.de

VW-Boss Winterkorn lässt sich nicht aus dem Amt jagen. VW-Chef Martin Winterkorn lässt sich von Piëchs kritischen Äußerungen offenbar nicht beirren. (Quelle: dpa)

VW-Chef Martin Winterkorn lässt sich von Piëchs kritischen Äußerungen offenbar nicht beirren. (Quelle: dpa)

Der kritischen Äußerung von Firmen-Patriarch Ferdinand Piëch zum Trotz denkt VW-Chef Martin Winterkorn offenbar nicht daran hinzuschmeißen. "Winterkorn wird nicht aufgeben, er wird weitermachen", will die Nachrichtenagentur Reuters von einem Unternehmens-Insider erfahren haben. "Winterkorn hat starke Verbündete - Niedersachsen und den Betriebsrat."

Auch die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet unter Berufung auf Unternehmenskreise, dass Winterkorn sich nicht vom Hof jagen lassen will. Der 67-Jährige blicke auf eine außerordentlich erfolgreiche Managerkarriere zurück. So schnell werfe er den Bettel nicht hin, habe es geheißen. Der VW-Konzern wollte dies bislang allerdings nicht kommentieren.

Zweifel an künftigem Posten gestreut

Piëch hatte gegenüber dem "Spiegel" gesagt: "Ich bin auf Distanz zu Winterkorn." Damit säte der 77-Jährige Zweifel, ob Winterkorn ihn nach seiner Amtszeit Ende 2016 als Aufsichtsratschef beerben soll. Unternehmenskenner hatten erwartet, dass Winterkorn, dessen Vertrag bis Ende 2016 läuft, noch zwei weitere Jahre an der Spitze des Unternehmens bleibt und Piëch danach als Aufsichtsratschef ablöst.

Dem Bericht zufolge mehrt sich im Aufsichtsrat Kritik an dem VW-Boss, der den Konzern seit 2007 führt. So werfe auch Piëchs Bruder Hans Michel, der ebenfalls im VW-Aufsichtsrat sitzt, Winterkorn Versäumnisse vor. Zu den Kritikpunkten zählt demnach, dass Winterkorn die Probleme im US-Geschäft bislang nicht in den Griff bekommen hat und die Hauptmarke VW bei der Ertragskraft schwächelt.

"Erfolgreichster Automobilmanager"

Nach dem Bekanntwerden von Piëchs Äußerung stellte sich VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh demonstrativ hinter Winterkorn. Mit ihm habe der Konzern "den erfolgreichsten Automobilmanager an Bord", erklärte er. Wenn es nach dem Willen der Arbeitnehmer gehe, solle Winterkorns Vertrag über 2016 hinaus verlängert werden. Der Betriebsratschef, der im einflussreichen Präsidium des VW-Aufsichtsrats sitzt, rief dazu auf, keine Nachfolgedebatten zu führen.

Auch das Land Niedersachsen stärkte Winterkorn den Rücken. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sei "unangenehm überrascht" über die Aussagen des Aufsichtsratschefs, sagte eine Sprecherin der Staatskanzlei. Niedersachsen sehe die Entwicklung von Volkswagen positiv und pflege eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Vorstandsvorsitzenden.

Winterkorn hatte im vergangenen Sommer ein Sparprogramm aufgelegt, um VW bei der Rendite auf die Sprünge zu helfen. So hinkt die Gewinnkraft der Kernmarke VW-Pkw der Konkurrenz beständig hinterher. Ein weiteres Problemfeld ist, dass VW zwar seit Jahren über den Einstieg ins Billigsegment diskutiert, bislang aber keine Entscheidung getroffen hat.

Absetzung Winterkorns gilt als unwahrscheinlich

Dass es zur Absetzung Winterkorns kommt, gilt indes als unwahrscheinlich. Dazu bräuchte es die Mehrheit von elf Stimmen in dem 20-köpfigen Aufsichtsratsgremium. Die ist aber nicht in Sicht. So entfallen neben den zehn Plätzen der Arbeitnehmerseite bei den Kapitalvertretern zwei Stimmen auf Niedersachsen. Das Land ist nach dem Familienclan Porsche/Piëch der zweitgrößte VW-Eigner. Zwar könnte Piëch als Vorsitzender des Gremiums von seinem Doppelstimmrecht Gebrauch machen. Er müsste aber auch noch die weiteren Mitglieder der Familien Porsche und Piëch sowie das Land Niedersachsen auf seine Seite ziehen.

Dennoch malt Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer nach den Verwerfungen in der VW-Spitze ein finsteres Bild für den Konzern-Boss: "Winterkorn ist seit Freitag eine 'Lame Duck' (Lahme Ente, Anm. d. Red.). Das weiß jetzt auch der Pförtner bei VW. Von daher wäre es für Winterkorn besser, er würde sich in den nächsten Monaten nicht selbst beschädigen, sondern zurücktreten. Ich denke, Piëch hat ihm das nahegelegt."

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