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Geht Ferdinand Piëch als Gewinner im VW-Machtkampf hervor?

Experte zum VW-Machtkampf  

Dudenhöffer: "Winterkorns Tage sind gezählt"

13.04.2015, 11:34 Uhr | dpa, AFP, t-online.de

Geht Ferdinand Piëch als Gewinner im VW-Machtkampf hervor?. VW-Aufsichtsrat Ferdinand Piëch (li.) ist öffentlich auf Distanz zu Martin Winterkorn gegangen und damit die Machtverhältnisse in Wolfsburg in Frage gestellt.  (Quelle: dpa)

VW-Aufsichtsrat Ferdinand Piëch (li.) ist öffentlich auf Distanz zu Martin Winterkorn gegangen und damit die Machtverhältnisse in Wolfsburg in Frage gestellt. (Quelle: dpa)

Bei VW tobt der Machtkampf und das Ende ist völlig offen: Am Wochenende ist VW-Aufsichtsrat Wolfgang Porsche auf Distanz zu seinem Cousin Ferdinand Piëch gegangen. Das ist für den Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer jedoch kein Hinweis, dass der VW-Patriarch den Kürzeren ziehen könnte - im Gegenteil.

Dudenhöffer sieht die Tage von Martin Winterkorn als Vorstandschef bei VW gezählt. "Seit Samstag dürfte VW-Chef Winterkorn jedenfalls kaum noch Freunde im VW-Vorstand haben", sagte Dudenhöffer der "Passauer Neuen Presse". Nachdem der Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch öffentlich von seinem engen Wegbegleiter abgerückt sei, werde die Luft um Winterkorn dünn. "Herr Winterkorn konnte die VW-Probleme nicht lösen. Piëch traut Winterkorn nicht zu, den VW-Konzern in die Zukunft zu führen", so der Professor an der Universität Duisburg-Essen und Leiter CAR-Center Automotive Research.

"Piëch wird auch diesen Machtkampf gewinnen. Wer sich hinter Winterkorn stellt, wird am Ende verlieren. Die Porsche-Familie hat sich schon in der Vergangenheit nicht durchsetzen können", so Dudenhöffer weiter. "VW-Pkw ist der schwächste im Verbund der Großen. Jetzt will Piëch offenbar handeln."

Piëch und Winterkorn treffen sich

In den kommenden Tagen werden sich Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch und Vorstandschef Martin Winterkorn dem "Handelsblatt" zufolge an einen Tisch setzen. Zudem sei bald ein Treffen der Familien Piëch und Porsche geplant.

Volkswagen gehört mehrheitlich den Familien Piëch und Porsche. Im 20-köpfigen Aufsichtsrat haben sie aber keine eigene Mehrheit und sind etwa auf Unterstützung des Landes Niedersachsen als Großaktionär angewiesen. Für seinen Vorstoß bekam Piëch allerdings auch von der Familie Porsche keine öffentliche Unterstützung.

Piëch hat für große Aufregung bei Volkswagen gesorgt, weil er dem "Spiegel" über den bislang als seinen engen Vertrauten geltenden Winterkorn sagte: "Ich bin auf Distanz zu Winterkorn." Der 77-jährige Aufsichtsratschef will sich nach seinen bisherigen Plänen in zwei Jahren zurückziehen. Bislang galt der seit 2007 an der VW-Spitze stehende Winterkorn als sicherer Nachfolger.

VW-Pkw mit Problemen

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh rief zur Beilegung des Streits auf. "Wir plädieren dafür, dass wir uns nun wieder dem Unternehmen und seinen 600.000 Beschäftigten zuwenden und weiter am Erfolg arbeiten, statt Debatten zu führen, die nur die Zeitungsseiten füllen", sagte er dem "Handelsblatt". "Mit uns wird es keine weiteren Diskussionen über Personen und Funktionen geben."

Doch der Erfolg hängt eben auch an der Unternehmensführung. Für den Automobil-Experten Dudenhöffer sind die Probleme der Marke VW-Pkw, dem Herzstück des Konzerns, "ganz offensichtlich". Während Toyota im vergangenen Jahr pro Fahrzeug 1647 Euro Gewinn oder 8,6 Prozent Umsatzrendite erzielt habe, dümpele VW-Pkw bei 540 Euro oder 2,5 Prozent Umsatzrendite vor sich hin. Sehr dünn sei auch der VW-Pkw-Vergleich mit GM oder Ford. Beide US-Unternehmen arbeiteten in ihrem Kerngeschäft deutlich profitabler als VW.

Die Familien Piëch und Porsche. (Quelle: dpa)Die Familien Piëch und Porsche. (Quelle: dpa)

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