Sie sind hier: Home > Finanzen > Karriere >

Nachfolge-Regelung bei VW: Winterkorn und der mögliche Königsmord in Wolfsburg

Nachfolge-Regelung bei VW  

Winterkorn und der mögliche Königsmord in Wolfsburg

14.04.2015, 18:18 Uhr | dpa, t-online.de

Nachfolge-Regelung bei VW: Winterkorn und der mögliche Königsmord in Wolfsburg. VW-Chef und möglicher Nachfolger: Martin Winterkorn (li.) und Porsche-Chef Matthias Müller. (Quelle: dpa)

VW-Chef und möglicher Nachfolger: Martin Winterkorn (li.) und Porsche-Chef Matthias Müller. (Quelle: dpa)

Vergangene Woche war VW-Chef Martin Winterkorn noch einer der erfolgreichsten und der bestbezahlte Auto-Manager in Deutschland. Wenige Tage später ist seine Demontage in vollem Gange und es wird über seine potenziellen Nachfolger spekuliert. Diese seien bereits im Unternehmen, hatte Volkswagen-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch gesagt, als er die seltsame Debatte in einem "Spiegel"-Interview lostrat. Doch wer genau kommt als Winterkorn-Nachfolger in Frage?

An möglichen Nachfolgern für die VW-Konzernspitze mangelt es nicht: Mit dem früheren Daimler-Vorstand Andreas Renschler und Ex-BMW-Entwicklungschef Herbert Diess lotste der Konzern - und wohl nicht zuletzt Piëch - jüngst zwei absolute Top-Kräfte der Branche nach Wolfsburg. Beiden war bei ihren alten Arbeitgebern der Sprung an die Konzernspitze verwehrt geblieben - ihnen fehlt aber VW-Erfahrung.

Die hat Porsche-Chef Matthias Müller. Der 61-Jährige hatte zuletzt Spekulationen über eine mögliche Winterkorn-Nachfolge wieder angefacht. Er schließe nichts aus und sei für nichts zu alt, hatte er im März gesagt. Noch im Januar hatte das anders geklungen: "Ich bin kein potenzieller Nachfolger für Herrn Dr. Winterkorn." Er sei zu alt für den Job.

Weitere Kronprinzen

Auch Skoda-Chef Winfried Vahland und der Chefentwickler von Volkswagen-Pkw, Heinz-Jakob Neußer, werden als Kronprinzen gehandelt. Außerdem will der oberste VW-Betriebsrat Bernd Osterloh eine ganze Reihe weiterer Talente in der zweiten Reihe ausgemacht haben. Winterkorn sieht das auch so. Er sagte dem "Stern" kürzlich auf die Frage, ob unter seinen 50 bis 60 Topmanagern denn Talente wären: "Da sind mehrere dabei, die den Job genauso gut könnten."

Piëch sagte dem "Spiegel": "Ich strebe an, dass an die Spitze des Aufsichtsrats und des Vorstands die Richtigen kommen." Die Kandidaten dafür seien bereits im Unternehmen, eine Entscheidung falle aber erst 2017, "kurz vor meinem Ausscheiden". Doch zumindest für Winterkorns Posten müsste es schneller gehen: Ende 2016 läuft sein Vertrag aus - und ein Nachfolger muss üblicherweise Monate im Voraus feststehen.

BMW und Daimler regeln Nachfolge ohne Aufsehen

Bei den anderen großen deutschen Autobauern gibt es in der Vorstandsetage derzeit keine Störgeräusche. BMW kündigte im Dezember seinen Generationswechsel an der Spitze an. Der erst 49 Jahre alte Produktionschef Harald Krüger wird diesen Mai auf Norbert Reithofer folgen. Dieser wiederum dürfte ohne Unterbrechung an die Spitze des Aufsichtsrates wechseln. Das ist nur möglich, weil die BMW-Großaktionäre der Familie Quandt/Klatten es so wollen.

Anfang April stellte dann Daimlers Chefaufseher Manfred Bischoff seinem Konzernchef Dieter Zetsche eine Vertragsverlängerung bis 2019 in Aussicht. Während der Manager vor zwei Jahren noch schwer angezählt war und gar seine damalige Verlängerung auf der Kippe stand, sitzt er nun fester denn je im Sattel. Neue Modelle, die Zetsches Handschrift tragen, wurden zum Erfolg. Sollte er bis Ende des Jahrzehnts an Bord bleiben, hätte er satte 14 Jahre als Daimler-Chef und sogar 21 Jahre im Konzernvorstand hinter sich.

Wie will Winterkorn weitermachen?

Dann wird er ziemlich sicher der Letzte der alten Garde sein. Wie viel früher das schon eintreten kann, hängt vom weiteren Verlauf in Wolfsburg und am Piëch-Sitz Salzburg ab. Kann sich Martin Winterkorn auf Dauer gegen die Macht und den Vertrauensentzug des VW-Patriarchen behaupten? Will er eineinhalb Jahre lang bis zum Vertragsende ein Konzernchef ohne Rückendeckung vom obersten Aufseher sein? Wird er gegangen oder wirft er selber hin? In drei Wochen steigt in Hannover die VW-Hauptversammlung. Schwer vorstellbar, dass sich Piëch und Winterkorn dort miteinander aufs Podium setzen.

Daher mühen sich im Machtkampf an der VW-Spitze die Aufsichtsräte hinter den Kulissen nach Kräften um einen Ausweg. In der jetzigen Lage sei das Aktionärstreffen am 5. Mai "undenkbar", sagt ein Aufsichtsratsinsider. Daher glühen im Hintergrund die Drähte. Regulär tagt der Aufsichtsrat am 4. Mai.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
30% auf alle bereits reduzierten Artikel!
bei TOM TAILOR
Anzeige
Dein Wunschmix: Daten, MIN/SMS wie du es brauchst
Prepaid wie ich will von congstar
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal