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Martin Winterkorn bleibt Chef bei Volkswagen

Volkswagen überrascht  

Burgfrieden oder Machtkampf gewonnen? Winterkorn bleibt VW-Chef

17.04.2015, 14:58 Uhr | dpa, rtr, AFP, AP

Martin Winterkorn bleibt Chef bei Volkswagen. Martin Winterkorn hat gut lachen: Nach dem Machtkampf bei VW behält er seinen Posten. (Quelle: dpa)

Martin Winterkorn hat gut lachen: Nach dem Machtkampf bei VW behält er seinen Posten. (Quelle: dpa)

VW-Chef Martin Winterkorn bleibt im Amt. Europas größter Autobauer beendet mit dieser Nachricht alle Spekulationen im Vorfeld über einen Rücktritt, nachdem Winterkorn von VW-Patriarch und Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch angezählt worden war.

Hat der 67-jährige Winterkorn den Machtkampf mit Piëch (78) damit gewonnen? Oder bedeutet die Entscheidung nur einen Burgfrieden zwischen den beiden? Die offizielle Mitteilung, mit der VW heute überrascht hat, gibt auf diese Frage keine Antwort. Darin teilt der Konzern lediglich das Ergebnis der gestrigen Krisensitzung des Aufsichtsrats-Präsidiums mit - und das relativ trocken.

Der sechsköpfige Kern des Kontrollgremiums ließ erklären: "Das Präsidium legt großen Wert darauf, dass Herr Professor Dr. Winterkorn seine Funktion als Vorsitzender des Vorstands auch weiterhin so aktiv und erfolgreich wie bisher verfolgt und hat hierbei die uneingeschränkte Unterstützung des Gremiums." Das Gremium werde dem Aufsichtsrat vorschlagen, den Vertrag von Winterkorn in der Februar-Aufsichtsratssitzung des Jahres 2016 zu verlängern. Der Kontrakt des bestbezahlten Dax-Managers (laut einem Bericht des "Focus" verdiente Winterkorn im Jahre 2014 insgesamt 13,2 Millionen Euro) läuft nach bisherigem Stand Ende 2016 aus.

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Wie bewerten Sie die Entscheidung von VW, mit Martin Winterkorn als Vorstandschef sogar zu verlängern?

Winterkorn hatte erheblich unter Druck gestanden, nachdem Piëch mit einem Zitat im "Spiegel" von Winterkorn abgerückt war. "Ich bin auf Distanz zu Winterkorn", hatte das Nachrichtenmagazin Piëch vor einer Woche zitiert. Trotz seines guten Gesamtbildes hat der VW-Konzern mit einigen Baustellen zu kämpfen, die Winterkorn nun angehen muss.

"Schlacht noch nicht geschlagen"

Nach Auffassung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer ist die Affäre noch nicht beendet. "Die Schlacht ist noch lange nicht geschlagen", sagte der Experte von der Uni Duisburg-Essen direkt nach Bekanntgabe der Entscheidung. Anfang der Woche hatte er noch ein schnelles Ende des Vorstandschefs bei VW prophezeit: "Die Luft um Winterkorn wird dünn." Andere Experten sehen das durchaus anders. Das komplette Dudenhöffer-Zitat und andere Reaktionen auf die VW-Entscheidung lesen Sie hier.

Nun bezeichnet Dudenhöffer die geplante Vertragsverlängerung als "Etappensieg" für Winterkorn. Die VW-Mitteilung sei ein "Signal, um zunächst einmal wieder Ruhe in den Konzern zu bringen". Dennoch sei Winterkorn noch immer angezählt und stehe unter genauester Beobachtung Piëchs: "Noch ist ja kein Vertrag unterzeichnet, das ist nur eine Willensbekundung. Piëch wird sich das bis dahin weiter genau angucken."

Erleichterung bei Audi

Bei der VW-Tochter Audi hat das Festhalten an Winterkorn für Erleichterung in der Belegschaft gesorgt. "Martin Winterkorn ist einer der fähigsten Manager der Automobilbranche - der Richtige, das VW-Lenkrad weiter in Richtung Zukunft einzuschlagen", erklärte der Audi-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Peter Mosch.

Er betonte, Winterkorn habe als Audi-Chef und später bei VW maßgeblich am Erfolg des Unternehmens mitgewirkt. "Das Beschäftigungswachstum des VW-Konzerns auf knapp 600.000 Kolleginnen und Kollegen - davon alleine 80.000 bei unserer Marke Audi - hat er zusammen mit dem Betriebsrat erreicht." Das sei eine starke Leistung gewesen. "Und auf diese hoffen wir Arbeitnehmer auch zukünftig setzen zu können." Winterkorn war von 2002 bis 2006 Audi-Chef.

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