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Martin Winterkorn bleibt bei VW: Piëch erlebt herbe Schlappe

Winterkorn "bestmöglicher Vorsitzender"  

Herbe Schlappe für VW-Patriarch Piëch

17.04.2015, 16:14 Uhr | dpa, AP, AFP, t-online.de

Martin Winterkorn bleibt bei VW: Piëch erlebt herbe Schlappe. Die öffentliche Demontage von VW-Chef Martin Winterkorn (re.) könnte sich für den VW-Patriarchen Ferdinand Piëch (li.) als Bumerang erweisen. (Quelle: dpa)

VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch (re.) musste zwar eine Niederlage hinnehmen, könnte aber weiterhin an Winterkorns Stuhl sägen. (Quelle: dpa)

VW-Chef Martin Winterkorn bleibt im Amt. Damit scheint der Machtkampf zwischen VW-Patriarch und Aufsichtsratchef Ferdinand Piëch und seinem einstigen Kronprinzen erst einmal entschieden. Für den machtbewussten Piëch bedeutet die Erklärung des Präsidiums des Aufsichtsrates eine herbe Schlappe.

Fünf von sechs Mitgliedern hätten sich bei einem Krisentreffen in Salzburg am Donnerstag für den Konzernchef ausgesprochen und damit gegen Piëch gestellt, sagten zwei mit den Vorgängen vertraute Personen. Die trockene Erklärung des Kontrollgremiums lautete: "Das Präsidium legt großen Wert darauf, dass Herr Professor Dr. Winterkorn seine Funktion als Vorsitzender des Vorstands auch weiterhin so aktiv und erfolgreich wie bisher verfolgt und hat hierbei die uneingeschränkte Unterstützung des Gremiums."

Die Brisanz liegt jedoch im Detail – normalerweise wird bei solchen Gelegenheiten der Begriff der Einstimmigkeit verwendet. Der kam in dieser Erklärung jedoch nicht vor. Darüber hinaus kommt das Gremium zu dem Schluss, dass Winterkorn der "bestmögliche Vorsitzende des Vorstands für Volkswagen ist". Auch das ist eine Absage an Piëch, der den Machtkampf vergangene Woche entfacht hatte. Gegenüber dem "Spiegel" hatte er erklärt: "Ich bin auf Distanz zu Winterkorn".

Das Gremium werde dem Aufsichtsrat vorschlagen, den Vertrag von Winterkorn in der Februar-Aufsichtsratssitzung des Jahres 2016 zu verlängern. Der Kontrakt des bestbezahlten Dax-Managers (laut einem Bericht des "Focus" verdiente Winterkorn im Jahre 2014 insgesamt 13,2 Millionen Euro) läuft nach bisherigem Stand Ende 2016 aus. Trotz seines guten Gesamtbildes hat der VW-Konzern mit einigen Baustellen zu kämpfen, die Winterkorn nun angehen muss. Eine davon ist das schwache Geschäft in den USA. Experten vermuten, dass der Aufsichtsratschef sich deshalb verpflichtet fühlte zu handeln. 

Debatte beendet

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil, der Mitglied im Präsidium des VW-Aufsichtsrats ist, hat die Debatte um die Führungsspitze bei Volkswagen für beendet erklärt. "Die Diskussionen der vergangenen Woche waren nicht gut für Volkswagen", sagte er. Es sei wichtig, dass jetzt Klarheit herrsche, dass VW an dieser Stelle Kontinuität habe. Mit ihrem Beschluss habe die Aufsichtsratsspitze für "die notwendige Klarheit über den künftigen Kurs" und die "personelle Spitze" gesorgt.

Auch VW-Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh begrüßte die Entscheidung des Präsidiums. "Wir werden unseren Erfolgskurs mit Martin Winterkorn fortsetzen. Er ist der richtige Mann auf dem richtigen Platz", betonte Osterloh am Freitag in Wolfsburg.

"Schlacht noch nicht geschlagen"

Nach Auffassung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer ist die Affäre jedoch noch nicht beendet. "Die Schlacht ist noch lange nicht geschlagen", sagte der Experte von der Uni Duisburg-Essen direkt nach Bekanntgabe der Entscheidung. Anfang der Woche hatte er noch ein schnelles Ende des Vorstandschefs bei VW prophezeit: "Die Luft um Winterkorn wird dünn." Andere Experten sehen das durchaus anders. Das komplette Dudenhöffer-Zitat und andere Reaktionen auf die VW-Entscheidung lesen Sie hier.

Nun bezeichnet Dudenhöffer die geplante Vertragsverlängerung als "Etappensieg" für Winterkorn. Die VW-Mitteilung sei ein "Signal, um zunächst einmal wieder Ruhe in den Konzern zu bringen". Dennoch sei Winterkorn noch immer angezählt und stehe unter genauester Beobachtung Piëchs: "Noch ist ja kein Vertrag unterzeichnet, das ist nur eine Willensbekundung. Piëch wird sich das bis dahin weiter genau angucken."

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