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Nur ein Etappensieg bei VW? Piëch ist mit Winterkorn noch längst nicht fertig

Schlacht verloren, Krieg nicht entschieden  

Piëch ist mit Winterkorn längst nicht fertig

18.04.2015, 13:55 Uhr | rtr, t-online.de

Nur ein Etappensieg bei VW? Piëch ist mit Winterkorn noch längst nicht fertig. VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch (re.)  musste zwar eine Niederlage hinnehmen, könnte aber weiterhin an Winterkorns Stuhl sägen. (Quelle: dpa)

VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch (re.) musste zwar eine Niederlage hinnehmen, könnte aber weiterhin an Winterkorns Stuhl sägen. (Quelle: dpa)

Im Machtkampf bei VW hat das Präsidium des Aufsichtsrats VW-Chef Martin Winterkorn den Rücken gestärkt. Zwar war die 5:1-Entscheidung für Winterkorn eine deutliche Schlappe für den Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piëch. Dennoch vermuten Konzernkenner, dass der Patriarch an seinem Ziel festhalten wird, Winterkorn als seinen Nachfolger an der Spitze des Aufsichtsrates zu verhindern.

Der oberste VW-Kontrolleur ist bis 2017 gewählt. Als Motiv für Piëchs Distanzierung von Winterkorn wird vermutet, dass er einen anderen Nachfolger sucht, der sein Lebenswerk vorantreiben soll.

Autoexperte Helmut Becker, der früher Chefvolkswirt von BMW war, hält Winterkorn nun für geschwächt. "Winterkorn hat nicht gewonnen", sondern habe lediglich einen Etappensieg erreicht, sagte Becker.

Auch Stefan Bratzel, Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule Bergisch Gladbach, hält die Zukunft des Managers beim Wolfsburger Autobauer nicht für gesichert. "Aufsichtsrat-Chef Ferdinand Piëch hat eine kleine Schlacht verloren, aber der Krieg ist noch lange nicht entschieden", erklärte er der Oldenburger "Nordwest-Zeitung".

Die Geschichte gibt den Zweiflern Recht: Wenn Piëch jemandem das Vertrauen entzog, war derjenige erledigt. Winterkorns Vorgänger, Bernd Pischetsrieder, kann ein Lied davon singen. Auch er wurde einstmals von Piëch auf den VW-Chefsessel gehievt. Doch nachdem der ehemalige BMW-Boss zu eigenständig agierte, sägte Piëch ihn ab. Winterkorn war der neue Kronprinz. Auch der ehemalige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking konnte einmal auf den Zuspruch Piëchs zählen. Bis er sich mit seinem Mentor anlegte. Es folgte die öffentliche Demontage. Auch gegenüber seiner Familie zeigte sich der Machtmensch unerbittlich. Auf sein Betreiben musste Porsche sich seinerzeit von VW schlucken lassen.

Kein Wunder also, dass Becker, der das Institut für Wirtschaftsanalyse und Kommunikation in München leitet, nicht daran glaubt, dass Winterkorn tatsächlich über 2016 hinaus im Amt bleibt - obwohl das Präsidium erklärt hatte, den Vertrag mit Winterkorn zu verlängern. "Das ist ein Knochenjob. Ein Mensch alleine kann das auf die Dauer nicht durchstehen, ohne Schaden zu nehmen."

Betriebsrat begrüßt Vertragsverlängerung

Der Betriebsrat dagegen zählt fest auf eine Vertragsverlängerung von Konzernchef Martin Winterkorn. "Wir müssen in den nächsten Jahren gemeinsam mit ihm die neuen Strukturen schaffen, um damit die Grundlage dafür zu legen, dass sein Nachfolger genauso erfolgreich sein kann wie er", sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh der Branchenzeitung "Automobilwoche".

"Generell haben wir viele weitere Manager im Konzern, die in Betracht kämen. Aber die müssen sich in den nächsten Jahren erst noch einmal beweisen", so der Betriebsratschef. Er hatte in der Vergangenheit gefordert, dass Winterkorn nach Ablauf seines Vertrags Ende 2016 zwei weitere Jahre auf dem Chefsessel bleibt.

Ab der Jahresmitte soll der bisherige BMW-Manager Herbert Diess in den Volkswagen-Konzern wechseln und von Winterkorn die Führung der schwächelnden Hauptmarke VW übernehmen. Laut Osterloh ist die Funktion von Diess vergleichbar mit dem Posten eines Chief Operating Officer (COO), der in US-Unternehmen für das Tagesgeschäft verantwortlich ist. Diess werde dafür zuständig sein, dass die von Winterkorn eingeleiteten Maßnahmen erfolgreich umgesetzt werden. "In Brasilien gibt es aktuell viel zu tun, in Russland, Indien, in den USA", erklärte Osterloh.

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