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Ferdinand Piech tritt als Aufsichtsrat bei VW zurück

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Piëch verliert Machtkampf  

Der Patriarch schmeißt hin

26.04.2015, 13:20 Uhr | AFP

Ferdinand Piech tritt als Aufsichtsrat bei VW zurück. Hat sich im Machtpoker mit Martin Winterkorn um die VW-Führung verschätzt und tritt ab: Ferdinand Piëch. (Quelle: dpa)

Hat sich im Machtpoker mit Martin Winterkorn um die VW-Führung verschätzt und tritt ab: Ferdinand Piëch. (Quelle: dpa)

Seine letzte Schlacht hat Ferdinand Piëch verloren: Zwei Jahre bevor sein Vertrag als Aufsichtsratschef von Volkswagen ausgelaufen wäre, schmeißt der 78-jährige Patriarch des Wolfsburger Weltkonzerns hin. Auslöser für den Rückzug ist der von ihm selbst angezettelte Machtkampf mit VW-Chef Martin Winterkorn. Mit Nachdruck hatte Piëch versucht, sein Erbe zu regeln. Aber damit, dass darin kein Platz mehr für Winterkorn sein sollte, isolierte er sich selbst.

Außer seinem Bruder schloss sich niemand der Attacke an. Nun erklärte der Aufsichtsratschef mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt.

"Die Richtigen sollen an die Spitze kommen"

Gegenüber dem "Spiegel" hatte Piëch Mitte April mit wenigen Sätzen eine Skizze entworfen, wie er sich die Zukunft von Volkswagen vorstellte: "Ich strebe an, dass an die Spitze des Aufsichtsrats und des Vorstands die Richtigen kommen", sagte er. Beide Spitzenpositionen sollten von einem Techniker besetzt werden - die namentlich von ihm nicht genannten Kandidaten seien bereits im Unternehmen.

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Es seien aber keine Familienmitglieder - auch nicht seine Frau Ursula als künftige Aufsichtsratschefin, wie vielfach spekuliert wurde. Auch sie erklärte am Samstag ihren Rückzug aus dem Gremium.

Piëch wollte alle unterwerfen - und verschätzte sich

Piëch hatte seine Pläne mit der Selbstverständlichkeit des Patriarchen erläutert, dem sich alle unterwerfen. Dass er plötzlich seinen langjährigen Vertrauten Winterkorn nicht mehr zu den Richtigen zählte, sorgte für große Aufregung. Vor allem sein Satz "Ich bin auf Distanz zu Winterkorn" saß. Damit sei Winterkorn quasi gestürzt, mutmaßten in der Branche viele. Auch Winterkorns Vorgänger Bernd Pischetsrieder hatte Piëch mit wenigen, zielsicheren Sätzen 2006 demontiert.

Allerdings wollte sich Winterkorn nicht aus dem Weg räumen lassen, und auch im Konzern hatte Winterkorn Unterstützung. Dagegen wurde die Luft um Piëch dünn. Die niedersächsische Landesregierung, die in dem mehrheitlich im Besitz der Familien Piëch und Porsche liegenden Konzern als Großaktionär ein entscheidendes Wort mitredet, hatte sich in Person von Ministerpräsident Stephan Weil und Wirtschaftsminister Olaf Lies (beide SPD) unmissverständlich auf Winterkorns Seite geschlagen. Auch die Familie Porsche schloss sich nicht dem Angriff auf den Vorstandschef an.

Motive für Machtkampf mit Winterkorn bleiben unklar

Derweil herrschte Rätselraten darüber, was den am 17. April 1937 in Wien geborenen Österreicher geritten hatte. Ging es trotz der unter Winterkorn deutlich von 6,2 Millionen auf über zehn Millionen Fahrzeuge gesteigerten Verkaufszahlen und dem auf 202 Milliarden Euro in der Winterkorn-Zeit fast verdoppelten Umsatz ums Geschäft? Piëchs jüngerer Bruder Hans Michel, der ebenfalls im Aufsichtsrat sitzt, klagte im "Spiegel" über die anhaltenden Probleme im US-Geschäft, eine zu geringe Rendite der Marke VW und der fehlenden Entscheidung über den Einstieg ins Billigsegment.

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Oder ging es doch um eine Machtfrage der Alphatiere - hier der alternde Patriarch, dort der selbstbewusste Konzernchef? In der Vergangenheit hatte Piëch stets mit eigenen Erfolgen seine Autorität gesichert. Er war es, der in seiner Zeit als Vorstandschef bis 2002 VW zum Multimarken-Konzern formte. Unter dem Dach von Volkswagen sind Marken wie VW, Audi, Seat, Bugatti, Lamborghini und Porsche vereint, dazu kommen MAN oder Scania.

"Totgesagte leben länger"

Piëch weiß aus eigener Erfahrung, wie schnell es im Autogeschäft auf- und wieder abwärts gehen kann. Nach Erfolgen bei Audi kam er 1993 in der schwersten Krise von VW als Retter nach Wolfsburg, seit 2002 führt er den Aufsichtsrat. Lange war er selbst wegen seiner Meriten unumstritten.

Als vor eineinhalb Jahren über seinen vorzeitigen Abgang aus gesundheitlichen Gründen spekuliert wurde, spottete er: "Totgesagte leben länger". Diesen Satz kann nun Winterkorn für sich verbuchen.

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