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Aufsichtsräte entsetzt über Piëch-Stänkerei

Führungskrise bei Volkswagen  

Aufsichtsräte entsetzt über Piëch-Stänkerei

02.05.2015, 19:55 Uhr | Christian Rickens, Spiegel Online

Aufsichtsräte entsetzt über Piëch-Stänkerei. Kein eitel Sonnenschein: Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche. (Quelle: dpa)

Kein eitel Sonnenschein: Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche. (Quelle: dpa)

Das ging nach hinten los. Erst mäkelt Ferdinand Piëch an seinen Nichten herum, die ihm und seiner Frau im VW-Aufsichtsrat folgen sollen. Jetzt kommt heraus: Die Personalie war offenbar mit dem Ex-Patriarchen abgestimmt.

Ferdinand Piëch stänkert gegen seine beiden Nichten, die ihn und seine Frau im Volkswagen-Aufsichtsrat ersetzen sollen - und erntet nun seinerseits Empörung unter den übrigen Aufsichtsratsmitgliedern. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS). "Die Berufung ist wasserdicht und unverrückbar" zitiert das Blatt Aufsichtsratskreise. Man habe großes Interesse daran, Piëchs Nachfolge anständig zu regeln: "Die Berufung der beiden Frauen war abgestimmt. Wir haben nach Ehre und Gewissen gehandelt."

Am Donnerstag hatte Piëch via "Bild"-Zeitung verkündet, dass er mit den beiden neuen Aufsichtsratsmitgliedern Louise Kiesling und Julia Kuhn-Piëch keineswegs einverstanden sei. Beide seien zu unerfahren und hätten bislang kaum Berührung mit der Autoindustrie. Piëch schlug stattdessen zwei familien- und unternehmensferne Manager vor. Piëchs Kandidaten seien laut "Bild" der ehemalige BMW-Manager und langjährige Linde-Chef Wolfgang Reitzle und Ex-Siemens-Vorstandsmitglied Brigitte Ederer.

Wahl wurde familienintern abgestimmt

Gemeinsam halten die Familien Porsche und Piëch die Aktienmehrheit bei VW. Die Berufung der beiden Frauen soll zeigen, dass man Eigentumsverhältnisse und Symmetrie der beiden Stämme des Clans respektiere. Die Empörung im Aufsichtsrat ist laut FAS so heftig, weil man dort davon ausgeht, dass die Wahl der Nachfolgerinnen innerhalb beider Familienzweige abgestimmt wurde - also auch mit Ferdinand Piëch selbst. Zugleich hat Ferdinand Piëch vor einem Jahr seine Nichte Julia Kuhn-Piëch selbst im Aufsichtsrat der VW-Lastwagentochter MAN installiert.

Julia Kuhn-Piëch ist 34 Jahre alt, wohnt in Salzburg und ist Immobilienkauffrau. Sie studierte Jura und anschließend an der Technischen Universität Wien Immobilien- und Liegenschaftsmanagement. Die 57-jährige Kiesling hat nach Studienabschlüssen in Modedesign (Universität für Angewandte Kunst, Wien) und Automobildesign (Royal College of Art, London) als Designerin in Deutschland, Österreich und Großbritannien gearbeitet. Sie ist Gesellschafterin und Geschäftsführerin mehrerer Unternehmen.

Keine Vorentscheidung für Chefposten

Piëch war im Machtkampf um die Führung bei VW von allen Ämtern in dem weltumspannenden Konzern zurückgetreten. Seine Frau Ursula hatte ihr Aufsichtsratsmandat ebenfalls niedergelegt.

Eine Vorentscheidung für den Chefposten im Aufsichtsrat sind die beiden Neuberufungen aber noch nicht. Das Kontrollgremium wird derzeit kommissarisch vom Vizeaufsichtsratschef Berthold Huber geführt. Der frühere Chef der IG Metall wird auch die VW-Hauptversammlung nächsten Dienstag leiten.

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