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Deutsche-Bank-Chefs treten zurück - Nachfolger wird Ex-UBS-Manager

Nachfolger Ex-UBS-Manager  

Deutsche-Bank-Chefs treten zurück

07.06.2015, 15:19 Uhr | t-online.de, rtr, dpa-AFX

Deutsche-Bank-Chefs treten zurück - Nachfolger wird Ex-UBS-Manager. Deutsche-Bank-Chefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain. (Quelle: Reuters)

Deutsche-Bank-Chefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain. (Quelle: Reuters)

Die beiden Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank geben auf. Das meldet die US-Wirtschaftszeitung "Wall Street Journal" (WSJ). Anshu Jain und Jürgen Fitschen werden abgelöst. Das teilte die Deutsche Bank am Sonntanachmittag mit. Neuer Chef solle der frühere UBS-Finanzchef John Cryan werden.

Der 54-jährige Brite, derzeit Mitglied im Aufsichtsrat der Deutschen Bank, werde Co-Vorstandschef Anshu Jain ersetzen, der Ende Juni von seinem Amt zurücktreten werde. Der zweite Co-Chef Jürgen Fitschen soll bis zur Hauptversammlung 2016 im Amt bleiben, dann ebenfalls zurücktreten, aber keinen Nachfolger bekommen. Somit wäre Cryan ab dem nächsten Jahr alleiniger Chef des größten deutschen Geldinstituts.

Außerordentliche Aufsichtsratssitzung

Laut Agentur Reuters hatten die beiden amtierenden Spitzen-Banker dem Aufsichtsrat angeboten, ihre Ämter niederzulegen. Das Gremium treffe sich noch am Sonntag zu einer außerordentlichen Sitzung, auf der es auch um die Nachfolge der seit 2012 amtierenden Doppelspitze gehen dürfte.

Noch Mitte Mai hatte das Führungsduo einen Rücktritt ausgeschlossen. "Das Beste, was ich tun kann, ist die Probleme der Bank zu lösen und ihre Leistung zu optimieren", hatte Jain gesagt. Diese Mission scheint nun doch schneller als erwartet zu Ende zu gehen.

Diverse Strafverfahren

An der Leistung der beiden Spitzenmanager gibt es schon länger Kritik. Zudem steht Deutschlands Bankenprimus seit Monaten im Fokus diverser Ermittlungen und Strafverfahren. Unter anderem solle es Manipulationen von Zinssätzen und beim Handel mit CO2-Zertifikaten gegeben haben. Milliarden wurden bereits gezahlt, weitere hohe Strafen dürften noch folgen.

Unter anderem geht es nun um windige Geschäfte beim Verkauf von mit Hypotheken auf Wohnimmobilien abgesicherten Wertpapieren (RMBS - Residential Mortgage Backed Securities), berichtete das "WSJ" am Freitag unter Berufung auf eingeweihte Kreise.

Die Ermittlungen der US-Behörden richten sich nicht nur gegen die Deutsche Bank. Weitere Großbanken (Goldman Sachs, Morgan Stanley, Barclays, Credit Suisse, Royal Bank of Scotland (RBS) und UBS) stünden im Verdacht. Nachdem die großen US-Geldhäuser bereits insgesamt 37 Milliarden Dollar bezahlt haben, drohten nun weitere bis zu drei Milliarden Dollar pro Institut.

Geldwäsche bei milliardenschweren Russland-Deals?

Am vergangenen Freitag wurde zudem bekannt, dass die Deutsche Bank sich in Russland mit einen möglicherweise milliardenschweren Fall von Geldwäsche konfrontiert sieht. Russische Kunden hätten über die Bank wohl Rubel im Wert von vielleicht mehr als sechs Milliarden Dollar gewaschen, sagte eine mit dem Fall vertraute Person.

Die Bank gehe dem Verdacht in einer internen Untersuchung nach. Das hatte zuvor die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Mitte Mai hatte die Deutsche Bank einen Bericht des "Manager Magazins" hin bestätigt, dass sie "eine kleine Zahl von Händlern in Moskau" bis zum Abschluss einer Untersuchung beurlaubt habe. Auch die deutsche Finanzaufsicht Bafin ist eingeschaltet worden.

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