Sie sind hier: Home > Finanzen > Karriere >

Deutsche Bank: Warum John Cryan kaum der Richtige sein kann

Kommentar  

Ausgerechnet ein Ex-UBS-Banker soll die Deutsche Bank aus Finanzsumpf ziehen

07.06.2015, 17:16 Uhr | mmr, t-online.de

Deutsche Bank: Warum John Cryan kaum der Richtige sein kann. Neuer Chef für Deutsche Bank: John Cryan soll das Finanzhaus in ruhiges Fahrwasser bringen. (Quelle: dpa)

Neuer Chef für Deutsche Bank: John Cryan soll das Finanzhaus in ruhiges Fahrwasser bringen. (Quelle: dpa)

Ein Kommentar von Martin Mrowka.

Neue Besen kehren gut, heißt es im Volksmund. Das versucht nun auch die Deutsche Bank, indem sie ihre ungeliebte, vielfach kritisierte Vorstands-Doppelspitze in die Besenkammer schickt. John Cryan soll ab Mai 2016 die Geschäfte der Großbank leiten.

Die Personalie kommt überraschend. Erst zur Hauptversammlung vor drei Wochen krempelte die Deutsche Bank im Zusammenhang mit ihrer neuen "Strategie 2020" die Führungsetage um. Der Aufsichtsrat unter Paul Achleitner beschloss einen Vorstandsumbau, nahm dem Kirchprozess-gestressten Jürgen Fitschen ein paar Aufgaben ab, stärkte Anshu Jain dafür mit mehr Verantwortung.

Nun kommt also John Cryan. Der Brite, Jahrgang 1960, Cambridge-Absolvent, kennt das Banken-Business aus dem Effeff. Zuletzt verantwortete er das Europa-Geschäft von Singapurs Staatsfonds, zuvor leitete er von 2008 bis 2011 die Finanzabteilung der Schweizer Großbank UBS. Davor hatte er verschiedene Funktionen im Corporate-Finance-Geschäft und in der Kundenberatung von UBS und SG Warburg inne.

Seit 2013 ist John Cryan Mitglied des Aufsichtsrats der Deutschen Bank und bekam als Vorsitzender des Prüfungsausschusses und Mitglied im Risikoausschuss Einblick in die intimsten Bereiche des Finanzriesen.

Auch die "Feuchtgebiete" der UBS - wenn dieser Vergleich gestattet ist - kennt der Ex-Finanzchef der Schweizer: Gemeinsam mit der Citigroup und der Deutschen Bank wurden Währungskurse in Milliarden-Umfang manipuliert - wovon er gewusst haben dürfte. Alle drei Großbanken werden dafür tief in die Rücklagentasche greifen müssen. Sowohl sein neuer als auch sein alter Arbeitgeber UBS stecken zudem im Libor-Skandal und wohl auch in einem ganz neuen Fall, in dem es um faule Hypotheken-Darlehen in Milliarden-Höhe geht.

Und ausgerechnet Cryan soll nun die systemrelevante Deutsche Bank, die in gut 6000 (!) Prozessen steckt, als neuer "Feger" wieder in ruhiges Fahrwasser bringen. So sehr es ihm zu wünschen ist, den Finanzsumpf erfolgreich trocken zu legen - es drohen noch viele weitere Besen darin zu versinken.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
15,- € Gutschein für Sie - nur bis zum 22.09.2019
bei MADELEINE

shopping-portal