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Arbeitsmarkt: Deutschland braucht deutlich mehr Zuwanderer

Aufnahmebereitschaft sinkt  

Experte: Deutschland braucht deutlich mehr Zuwanderer

31.07.2015, 15:46 Uhr | t-online.de, dpa, rtr

Arbeitsmarkt: Deutschland braucht deutlich mehr Zuwanderer. Immer mehr Deutsche sind einer aktuellen Umfrage zufolge für eine Begrenzung der Zuwanderung. (Quelle: dpa)

Immer mehr Deutsche sind einer aktuellen Umfrage zufolge für eine Begrenzung der Zuwanderung. (Quelle: dpa)

In Deutschland wird die Zahl der Erwerbstätigen in den kommenden 35 Jahren um knapp 20 Prozent sinken. Das prognostiziert das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und schlägt Alarm. Um dem dramatischen Rückgang entgegenzuwirken, müsse Deutschland vermehrt auf Zuwanderer setzen. Aus einer aktuellen Umfrage geht jedoch hervor, dass mehr und mehr Deutsche für eine Begrenzung des Zuzugs sind.

"Wir bräuchten rechnerisch pro Jahr netto 400.000 bis 500.000 Einwanderer, um bis 2050 unsere heutige Anzahl an Erwerbspersonen konstant zu halten", sagte IAB-Experte Herbert Brücker der "Rheinischen Post". Gleichzeitig räumte er ein, dass diese Zahl kaum umsetzbar sei: "Ich halte jährlich aber nur eine Nettozuwanderung von rund 200.000 Personen für realistisch."

Oberflächlich betrachtet sind Zuwanderung für den Arbeitsmarkt und Flüchtlinge zwei verschiedene Themen. Experten weisen aber seit langem daraufhin, dass man mit einer systematischen Einwanderungspolitik auch das Problem des Flüchtlingszuzugs besser steuern könnte. In Politik und Gesellschaft wird seit Jahrzehnten darum gestritten.

Mehr Deutsche für Begrenzung des Zuzugs

Die Bereitschaft der Deutschen, Zuwanderer aufzunehmen, schwindet einer aktuellen Umfrage zufolge zusehends. Im jüngsten ARD-"Deutschlandtrend" sprach sich mit 57 Prozent zwar immer noch die Mehrheit der Deutschen dafür aus, die Aufnahmezahlen von Flüchtlingen beizubehalten oder zu steigern. Allerdings ist der Anteil derjenigen, die sich für eine Begrenzung des Zuzugs aussprechen, im letzten halben Jahr deutlich gewachsen.

Rund ein Drittel (34 Prozent) der Befragten ist demnach der Meinung, dass Deutschland genauso viele Flüchtlinge aufnehmen soll wie bisher. Das sind neun Punkte weniger als bei der Befragung im Januar. Für die Aufnahme von mehr Flüchtlingen sprachen sich 23 Prozent aus - das sind sieben Punkte weniger als zu Jahresbeginn. Im Januar gaben noch 21 Prozent der Befragten an, dass Deutschland weniger Flüchtlinge aufnehmen solle. Nun sind 38 Prozent dieser Meinung

Verschiedene Gründe

Während die große Mehrheit der Deutschen die Flucht vor Bürgerkrieg und Krieg (93 Prozent), politische oder religiöse Verfolgung (80 Prozent), Hunger- oder Naturkatastrophen im Heimatland (78 Prozent) und die Zugehörigkeit zu einer verfolgten Volksgruppe (74 Prozent) als Grund für eine Flucht und Aufnahme in Deutschland akzeptiert, sind nur 28 Prozent der Meinung, dass Deutschland Flüchtlinge aufnehmen soll, die geflohen sind, weil sie in ihrem Heimatland keine Arbeit und kein Auskommen haben.

Das sind elf Punkte weniger als im Mai. Hier ist die Ablehnung mit 69 Prozent deutlich größer. Für die Erhebung wurden von Montag bis Dienstag 1004 Wahlberechtigte befragt.

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