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Arbeitsrecht: Gewinnspiel-Telefonate im Büro kosten den Job

Arbeitsrecht  

Gewinnspiel-Telefonate im Büro kosten den Job

16.09.2015, 15:57 Uhr | dpa, AFP

Arbeitsrecht: Gewinnspiel-Telefonate im Büro kosten den Job. Telefonieren am Arbeitsplatz kann den Job kosten - selbst wenn es grundsätzlich erlaubt ist. (Quelle: dpa)

Telefonieren am Arbeitsplatz kann den Job kosten - selbst wenn es grundsätzlich erlaubt ist. (Quelle: dpa)

Zu viele Anrufe bei einer kostenpflichtigen Gewinnspiel-Hotline habe eine Buchhalterin den Job gekostet. Zwar wies das Landesarbeitsgericht Düsseldorf die fristlose Kündigung zurück, bestätigte aber die ordentliche Kündigung (Az.: 12 Sa 630/15).

Die Büroangestellte vom Niederrhein durfte zwar offiziell auch privat am Arbeitsplatz telefonieren, ohne das bezahlen zu müssen. Dass sie jedoch bis zu 37 Mal für jeweils 50 Cent bei der Gewinnspiel-Hotline eines privaten Radiosenders angerufen hatte, war dem Chef dann doch zu viel.

Dass er der Frau fristlos kündigte, fand das Landesarbeitsgericht aber zu hart. Gleichwohl handele es sich um eine Pflichtverletzung, die eine ordentliche Kündigung rechtfertige. Die Frau hatte auch lediglich gegen die fristlose Kündigung geklagt.

Kündigung, aber nicht fristlos

Zur fristlosen Kündigung führte das Gericht aus, dass die Pflichtverletzung nicht schwerwiegend genug war - zumal der Umfang der privaten Telefonate nicht betrieblich geregelt war. Der Anruf bei kostenpflichtigen Sonderrufnummern war weder ausdrücklich genehmigt noch ausdrücklich untersagt. Außerdem habe die Frau in ihren Pausen bei der Hotline angerufen, sodass ihr kein Arbeitszeitbetrug vorzuwerfen sei.

Der Anwalt der Buchhalterin sagte: "Sie hat nicht darüber nachgedacht." Bei dem Gewinnspiel hätte sie 26.000 Euro gewinnen können. Nachdem der Chef die Frau auf die Kosten angesprochen hatte, wollte sie die 18,50 Euro für die 37 Anrufe erstatten. Vergeblich.

Die Frau war nicht zum Prozess erschienen. Sie hat inzwischen einen neuen Job. Dass sie letztlich den Jackpot nicht gewann, war dem Richter nach eigener Aussage gar nicht so Unrecht: "Sonst hätten wir hier wegen der Frage, wem das Geld gehört, noch einen Prozess."

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