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Middelhoff-Insolvenzverwalter erkennt 0,4 Prozent der Forderungen an

1,6 Millionen Euro  

Middelhoff-Insolvenzverwalter erkennt 0,4 Prozent der Forderungen an

21.09.2015, 19:58 Uhr | dpa

Middelhoff-Insolvenzverwalter erkennt 0,4 Prozent der Forderungen an. Im Insolvenzverfahren von Thomas Middelhoff gibt es zwischen angemeldeten und anerkannten Forderungen eine große Diskrepanz. (Quelle: dpa)

Im Insolvenzverfahren von Thomas Middelhoff gibt es zwischen angemeldeten und anerkannten Forderungen eine große Diskrepanz. (Quelle: dpa)

Im Verfahren um die Insolvenz des ehemaligen Top-Managers Thomas Middelhoff hat Insolvenzverwalter Thorsten Fuest bisher nur einen kleinen Teil der Forderungen anerkannt. Uneingeschränkt festgestellt worden seien bislang nur Forderungen von 1,6 Millionen Euro, sagte Fuest in Bielefeld.

Dem stehen angemeldete Forderungen von rund 409 Millionen Euro gegenüber - die Anerkennungsquote liegt damit vorerst bei 0,4 Prozent. Fast alle angemeldeten Forderungen seien zunächst aufgrund von noch zweifelhaften Rechtsfragen bestritten worden, sagte Fuest.

Der weitaus größte Anteil der angemeldeten Forderungen stammt demnach von der Bank Sal. Oppenheim und vom Arcandor-Insolvenzverwalter. Dabei handele es sich jeweils um dreistellige Millionenbeträge. Jeder Gläubiger habe dabei erst einmal die eigenen Maximalforderungen geltend gemacht, berichtete Fuest. Dem stehe ein Kontostand für die Insolvenzmasse von bislang rund 200.000 Euro gegenüber.

Erster Bericht des Insolvenzverwalters

Der ehemalige Top-Manager hatte Ende März Privatinsolvenz anmelden müssen. Am Montag legte der Insolvenzverwalter den Gläubigern die bisherigen Ergebnisse seiner monatelangen Arbeit vor. Ein Ende des umfangreichen Verfahrens ist noch nicht absehbar - es könnte Jahre dauern.

Bei der Suche nach den Middelhoff-Millionen hatte der Insolvenzverwalter Zahlungsflüsse bis zurück zum Jahr 2009 unter die Lupe genommen. Denn schon seit der Pleite des Arcandor-Konzerns habe wahrscheinlich eine Zahlungsunfähigkeit des Managers gedroht, glaubt Fuest. Das ist wichtig, weil der Insolvenzverwalter ab diesem Moment die Möglichkeit zur Anfechtung von Vermögensübertragungen hat, wenn sie den Gläubigern insgesamt schaden.

Die Suche nach Geld geht weiter

Um Geld für die Insolvenzmasse zu bekommen, kann Fuest Pfändungsmaßnahmen einzelner Gläubiger aus den vergangenen Jahren anfechten. Nach seinen Worten hatte spätestens seit 2013 unter den Gläubigern ein regelrechter Wettlauf zur Absicherung ihrer Forderungen begonnen. Anfechten will er aber gegebenenfalls auch frühere Vermögensübertragungen Middelhoffs an Personen aus seinem Umkreis. In die Insolvenzmasse fließen nach Angaben von Fuest auch Renteneinkünfte aus der Zeit bei Arcandor in Höhe von monatlich rund 7000 Euro. Weitere monatlich rund 3000 Euro aus Renteneinkünften von Bertelsmann seien dagegen unpfändbar, berichtete er.

Middelhoff hat die Chance, in fünf bis sechs Jahren schuldenfrei zu sein. Es könnte aber auch noch schneller gehen. Sein Anwalt Hartmut Fromm hat bereits Interesse an einem Insolvenzplan - einer Art Vergleich mit den Gläubigern - signalisiert. Schließlich könnte damit ein jahrelanges juristisches Gezerre vermieden werden, falls eine mögliche Offerte den Gläubigern attraktiv genug erscheint.

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