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"Puffauto": Gekündigter verliert Streit vor Arbeitsgericht

Streit um "Puffauto"  

Gekündigter Mitarbeiter verliert Rechtsstreit vor Arbeitsgericht

14.10.2015, 17:30 Uhr | dpa

"Puffauto": Gekündigter verliert Streit vor Arbeitsgericht. Mit diesem Dienstwagen wollte der Kläger nicht mehr fahren. (Quelle: dpa)

Mit diesem Dienstwagen wollte der Kläger nicht mehr fahren. (Quelle: dpa)

Für seinen Arbeitgeber lieferte er viele Jahre lang Kaffee aus. Als er den neuen Firmenwagen mit der sexistischen Werbung sah, weigerte er sich und flog raus. Die Firma durfte dem Mann kündigen, urteilte nun das Arbeitsgericht in Mönchengladbach.

Auf der Tür des Fahrzeugs waren nackte, aus Kaffeebohnen herausragende Frauenbeine mit halb ausgezogenen roten Pumps zu sehen. Der Mann hatte sich im Juni geweigert, mit dem Wagen zu fahren. Er sah sich wegen seiner Homosexualität diskriminiert, da außer ihm kein anderer Mitarbeiter mit einer solchen Werbung fahren musste. Seine Firma kündigte ihm daraufhin fristlos.

Kläger fühlte sich diskriminiert

"Mit so einem Puffauto fahre ich nicht", hatte der 49-Jährige nach Angaben der Richterin im Streit mit dem Geschäftsführer gesagt, als das Fahrzeug nach dem Bild auf der Seitentür auch noch rote Radkappen bekam. Er sah sich als Homosexueller diskriminiert.

"Ich habe kein Problem mit seiner Homosexualität", sagte dagegen der Geschäftsführer des Unternehmens. Das Fahrzeug habe bei den Lieferfahrten in Köln und Düsseldorf auffallen sollen.

Nur fristlose Kündigung unverhältnismäßig

Der Arbeitgeber habe grundsätzlich die Möglichkeit, einem Arbeitnehmer ein nach seinen Vorstellungen gestaltetes Fahrzeug zuzuweisen, stellte das Gericht fest. Die fristlose Kündigung ohne vorherige Abmahnung sei aber unverhältnismäßig.

Nur die ordentliche Kündigung zum Jahresende sei wirksam. Diese hatte das Unternehmen für den Fall der Ungültigkeit der fristlosen Kündigung gleich mit ausgesprochen. Eine Diskriminierung wegen der Homosexualität sahen die Richter nicht.

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