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"Zukunftsvertrag": VW-Betriebsrat fordert jahrelange Jobsicherheit

"Zukunftsvertrag" gefordert  

VW-Betriebsrat will Zusage für jahrelange Jobsicherheit

07.04.2016, 14:15 Uhr | dpa

"Zukunftsvertrag": VW-Betriebsrat fordert jahrelange Jobsicherheit. VW-Mitarbeiter betreten das Gelände vom Volkswagen-Werk in Wolfsburg. (Quelle: dpa)

VW-Mitarbeiter betreten das Gelände vom Volkswagen-Werk in Wolfsburg. (Quelle: dpa)

Das Ringen um den Sparkurs bei Volkswagen eskaliert. Nach einer monatelangen Konfrontation mit der VW-Kernmarke sieht der Betriebsrat keine Basis mehr für die Zusammenarbeit in der bisherigen Form. Da ein "gravierendes Vertrauensproblem" vorliege, rüstet sich die Arbeitnehmervertretung um Chef Bernd Osterloh für eine Machtprobe - mitten in der Abgas-Krise.

Um die aktuellen Spekulationen über die Sicherheit von Jobs und Werken in Deutschland zu beenden, fordert die Arbeitnehmerseite das Management zu Verhandlungen für einen "Zukunftspakt" auf. "Darin wollen wir feste Produkt-, Stückzahl- und Investitionszusagen für die nächsten Jahre festschreiben", schrieb der Betriebsrat an die VW-Belegschaft.

Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur von Vertrauensleuten der IG Metall. Der Brief ging unter anderem per E-Mail auf den Weg. Auch Betriebsratschefs aus Emden, Hannover, Kassel, Salzgitter, Braunschweig und VW-Sachsen hatten ihn unterschrieben.

Betriebsrat fürchtet Stellenabbau

Der mit dem Schreiben in die Belegschaft getragene Konflikt markiert eine neue Qualität. Osterloh und VW-Markenchef Herbert Diess gerieten seit dem Ausbruch der Diesel-Krise schon mehrfach aneinander. Ein offener Bruch blieb aber aus. Das ist nun anders.

Der Vorwurf des Betriebsrates wiegt schwer: Er fürchtet, dass das Management angesichts der Abgas-Affäre den Renditedruck verschärft und die Lage bewusst ausnutzt, um gezielt auch die Axt an den Stellen anzusetzen. "So haben wir den Eindruck, dass der Diesel-Skandal hinterrücks dazu genutzt werden soll, personelle Einschnitte vorzunehmen, die bis vor wenigen Monaten kein Thema waren", heißt es in dem Brief.

"Wir wollen ein Ende der Spekulationen"

Einen Pakt für sichere Jobs gab es zuletzt vor zehn Jahren, als VW die Viertagewoche zu Grabe trug und Zugeständnisse mit Mehrarbeit ohne vollen Lohnausgleich errang. "Auch in der damaligen schwierigen Zeit ist es uns über verbindliche Vereinbarungen gelungen, die Zukunft für Unternehmen und Beschäftigte positiv zu gestalten. Dies ist auch heute unser Angebot an den Markenvorstand von Volkswagen", heißt es in dem Brief. "Wir wollen ein Ende der Spekulationen über die Zukunft von Menschen und Standorten von Volkswagen!"

Osterlohs Team hegt offenbar großes Misstrauen. So spricht es dem Markenvorstand die sprichwörtliche "Handschlag-Qualität" ab. "Ständig wechselnde Zielvorgaben, das Fehlen einer verlässlichen, langfristigen Strategie für die Marke Volkswagen oder pauschale, nicht zu Ende gedachte Sparvorgaben sind hierfür nur einige Beispiele." Nötig sei deswegen ein "klarer Richtungswechsel".

Der Markenvorstand äußerte sich bislang nicht zu den Forderungen des Betriebsrats.

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