Sie sind hier: Home > Finanzen > Karriere > Arbeit & Beruf >

De Maizière bezeichnet Verdi-Warnstreiks als "völlig unangemessen"

Zehntausende Menschen betroffen  

De Maizière kritisiert Verdi-Warnstreiks als "völlig unangemessen"

27.04.2016, 10:48 Uhr | AFP

De Maizière bezeichnet Verdi-Warnstreiks als "völlig unangemessen". An sechs großen Flughäfen in Deutschland haben Warnstreiks der Gewerkschaft Ver.di für massive Flugausfälle gesorgt. Das geht Innenminister de Maizière zu weit. (Quelle: Imago/Heinrich)

An sechs großen Flughäfen in Deutschland haben Warnstreiks der Gewerkschaft Ver.di für massive Flugausfälle gesorgt. Das geht Innenminister de Maizière zu weit. (Quelle: Imago/Heinrich)

Am Mittwoch hat die Gewerkschaft Verdi an mehreren Flughäfen und anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes zu Warnstreiks aufgerufen. Betroffen sind Zehntausende Menschen. Jetzt hat Innenminister Thomas de Maizière (CDU) die Streiks als "völlig unangemessen" kritisiert.

"Für die Bestreikung ausgerechnet von wichtigen Flughäfen und Berliner Kliniken gibt es keinen vernünftigen Grund", sagte de Maizière in Berlin.

Am größten Flughafen Frankfurt am Main wurden 392 von normalerweise geplanten 1330 Flügen annulliert, wie ein Sprecher erklärte. Am Münchner Flughafen fielen nach Angaben eines Sprechers zwei Drittel der Flüge aus, 740 von rund 1100 geplanten Verbindungen.

Tarifverhandlungen gehen am Donnerstag weiter

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will mit den Warnstreiks an den Flughäfen, aber auch mit Arbeitsniederlegungen im Nahverkehr, bei der Müllabfuhr oder in Kindertagesstätten Druck in den laufenden Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen machen. Die Verhandlungen werden am Donnerstag und Freitag in Potsdam fortgesetzt.

De Maizière warf der Gewerkschaft vor, mit Warnstreiks etwa an Flughäfen treffe sie nur Unbeteiligte. "Das ist umso ärgerlicher, da der bisherige Verhandlungsverlauf dafür keinen Anlass geboten hat", sagte der Innenminister.

Es werde "konstruktiv und sachlich" verhandelt. Den Gewerkschaften seien eine Tariferhöhung von drei Prozent sowie weitere Zugeständnisse angeboten worden. "Darüber sollte man doch erstmal reden anstatt zu streiken", forderte de Maizière.

Vorstellungen liegen weiter auseinander

Verdi-Chef Frank Bsirske warf den Arbeitgebern dagegen vor, dass das Angebot einen Reallohn-Verlust bedeute. Da die drei Prozent in zwei Stufen angeboten würden und jede der beiden Erhöhungen erst jeweils im Juni wirksam werden solle, betrage es auf zwei Jahre gerechnet nur 1,8 Prozent, sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Verdi fordert unter anderem sechs Prozent mehr Lohn und eine Anhebung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro pro Monat.

Bsirske verteidigte auch die Ausweitung der Warnstreiks. Der Sinn von Warnstreiks sei es, Tarifverhandlungen zu beschleunigen, sagte Bsirske. Er hoffe, "dass dieses Signal verstanden wird und wir bei der dritten Runde am Donnerstag und Freitag zu einer Einigung kommen".

Arbeitgeberpräsident Kramer: Warnstreiks beenden

Angesichts des massiven Ausfalls von Passagierflügen hat Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer die Gewerkschaft Verdi zur sofortigen Beendigung der Warnstreiks an den Flughäfen aufgerufen. "Diese sogenannten 'Warnstreiks' sind unverhältnismäßig", sagte er.

Der Streik richte sich formal gegen die öffentliche Hand als Tarifverhandlungspartner, treffe aber im Wesentlichen die Fluggesellschaften. "Die wirtschaftlichen Folgen des Streiks zielen auf deren Schädigung", sagte Kramer.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Erstellen Sie jetzt 100 Visiten- karten schon ab 9,99 €
von vistaprint.de
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal