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Jeder dritte Arbeitnehmer lässt Urlaubstage verfallen

Umfrage des DGB  

Jeder dritte Arbeitnehmer lässt Urlaubstage verfallen

07.07.2016, 13:54 Uhr | AFP

Jeder dritte Arbeitnehmer lässt Urlaubstage verfallen. Unter anderem in der Baubranche verzichten Arbeitnehmer häufig auf Urlaubstage. (Quelle: dpa)

Unter anderem in der Baubranche verzichten Arbeitnehmer häufig auf Urlaubstage. (Quelle: dpa)

Eine Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zeigt: Jeder dritte Arbeitnehmer lässt demnach Urlaubstage verfallen. Hauptgrund dafür sei die Sorge vor einem Jobverlust.

Am stärksten verbreitet ist ein solcher Verzicht demnach in Reinigungs- und Bauberufen, am geringsten in Dienstleistungsbereichen wie Werbung, Marketing oder Öffentlichkeitsarbeit. Vor allem wer viel arbeitet, schöpft laut DGB seinen Urlaubsanspruch häufig nicht voll aus, obwohl er Erholung vermutlich dringend nötig hätte.

4700 Arbeitnehmer befragt

"Wie häufig kommt es vor, dass Sie zugunsten der Arbeit auf Urlaubstage verzichten?", fragte der DGB knapp 4700 Beschäftigte, die pro Woche zehn Stunden oder mehr arbeiten – quer durch alle Branchen, Einkommens- und Altersgruppen. Die Frage war Teil der Erhebung für den DGB-Index "Gute Arbeit 2015" und förderte zu Tage, dass 33 Prozent bereits auf Urlaubstage verzichtet haben.

Zwischen den Altersgruppen und Geschlechtern gab es dabei aber keine großen Unterschiede – dafür aber zwischen unterschiedlichen Berufsgruppen. Von den befragten Beschäftigten aus der Reinigungsbranche gab demnach jeder zweite an, auf Urlaubstage zu verzichten. Bei Berufen in der Baubranche – vom Planer, Architekten bis zum Beschäftigten im Tiefbau – gibt der DGB die Quote mit 45 Prozent an.

Höherqualifizierte verzichten öfter

Zudem geht aus der Analyse hervor, dass vor allem Höherqualifizierte, Arbeitnehmer in Leitungspositionen und Beamte häufig auf Urlaub verzichten – genau wie Beschäftigte, die ständig erreichbar sein oder unbezahlt Überstunden leisten müssen. Während von den Vollzeitbeschäftigten mit 35 Prozent gut jeder Dritte Urlaubstage verfallen ließ, waren es bei den Teilzeitbeschäftigten mit 28 Prozent deutlich weniger.

Der DGB sieht zudem einen Zusammenhang zwischen Urlaubsverzicht und Arbeitsbelastung: Je länger die wöchentliche Arbeitszeit sei, desto häufiger werde auf Urlaub verzichtet, erklärte die Gewerkschaft. So habe jeder Zweite, der 48 Stunden oder mehr in der Woche arbeitet, Anspruch auf Ferientage verfallen lassen. Bei einer Wochenarbeitszeit von bis zu 20 Stunden betreffe es nur jeden Vierten.

Zukunftsangst als Grund

Gründe für Urlaubsverzicht sind laut DGB oftmals Sorgen um den Arbeitsplatz oder die berufliche Zukunft. "Die Arbeitszeit wird über das vereinbarte Maß hinaus verlängert, um Ziele erreichen und Arbeitsvorgaben bewältigen zu können", resümiert die Gewerkschaft.

DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach mahnte die Arbeitgeber, sie müssten dafür Sorge tragen, dass die Beschäftigten ihren Urlaub auch nehmen könnten. "Gerade bei großem Arbeitsdruck ist die Erholung im Urlaub noch wichtiger, um gesund zu bleiben", erklärte sie.

Jeder hat das Recht auf Urlaub

Laut Bundesurlaubsgesetz hat jeder Arbeitnehmer Anspruch auf mindestens 24 Werktage "unbezahlten Erholungsurlaub". Er muss in einem Kalenderjahr genommen werden, kann aber in Ausnahmefällen auch auf die ersten drei Monate des Folgejahres übertragen werden.

Mitarbeiter müssen ihre Rechte allerdings auch einfordern. Wer dauerhaft auf längere Auszeiten verzichtet, wird im schlimmsten Fall krank, warnt Anette Wahl-Wachendorf, Vizepräsidentin des Verbands der Betriebs- und Werksärzte. Ein chronischer Erschöpfungszustand kann die Folge sein.

Mindestens zwei Wochen am Stück

Berufstätige sollten sich mindestens einmal im Jahr zwei Wochen Urlaub am Stück gönnen. "Das braucht man einfach, um richtig abzuschalten", sagt Wahl-Wachendorf. Erste Anzeichen, dass Berufstätige sich zuviel zumuten und in den Urlaub müssen, sind Reizbarkeit und Schlafstörungen. Typisch ist oft auch, dass deutlich häufiger als sonst Fehler unterlaufen.

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