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Warnstreik: Was kostet ein Arbeitsausstand und was sind die Folgen?

Stillstand bei BMW und Audi & Co.  

Warnstreik kann Automobilindustrie teuer zu stehen kommen

01.02.2018, 16:01 Uhr | sm, dpa-AFX

Warnstreik: Was kostet ein Arbeitsausstand und was sind die Folgen?. Banner vor dem Bosch-Betriebsgelände: Seit Mittwoch sind Zehntausende Metaller im Ausstand. Mancherorts stehen die Bänder bis in den Samstag hinein still. (Quelle: dpa/Christoph Schmidt)

Banner vor dem Bosch-Betriebsgelände: Seit Mittwoch sind Zehntausende Metaller im Ausstand. Mancherorts stehen die Bänder bis in den Samstag hinein still. (Quelle: Christoph Schmidt/dpa)

Der Arbeitsmarkt brummt, die Arbeitslosigkeit ist niedrig. Gute Ausgangsvoraussetzungen aus Sicht der Gewerkschaften für einen Arbeitskampf.  Fragt sich, wie viel Puste die Automobilindustrie hat.

In der Metall- und Elektroindustrie hat die Gewerkschaft ihre Beschäftigten zu 24-stündigen Warnstreiks aufgerufen. Seit Mittwoch sind Zehntausende Metaller im Ausstand. Mancherorts stehen die Bänder bis in den Samstag hinein still.

Neben Zulieferern wie Bosch und Mahle oder Bombardier Rheinmetall, hat die IG Metall zu Arbeitsniederlegungen bei Volkswagen in Baunatal und Mercedes in Hamburg aufgerufen. Für Freitag wurden ganztägige Warnstreiks bei allen vier BMW-Standorten, bei Audi in Ingolstadt sowie bei den Automobilbauern Porsche und Daimler angekündigt.

Die Tagesausstände könnten der Auftakt zu einer größeren Streikwelle sein, dessen Nachwirkungen von der Industrie nicht so einfach zu verkraften wären. 

Metallerstreik: eine "teure Angelegenheit"

Lenkrad, Sitzbezug, Reifen … sie machen ebenso ein Auto aus, wie die Karosserie und der Motor. Fehlen sie, kann das Fahrzeug nicht vom Band laufen. Aufgrund der engen Verzahnung und zeitlich kurzen Lieferkette innerhalb der Automobilindustrie wirken sich die Streiks nicht erst aus, wenn die Bänder stillstehen. Es greifen viele Zähne ineinander und sie wirken wechselseitig: Wird bei einem Autobauer die Arbeit niedergelegt, müssen auch Zulieferer die Produktion herunterfahren; bestreiken Mitarbeiter einen Zulieferer, wirkt sich das auch auf den Autobauer aus.

Für den Tarifexperten Hagen Lesch vom IW Köln ist die aktuelle Auseinandersetzung in der Metallindustrie bereits jetzt eine "teure Angelegenheit". Er versucht, die Kosten des Warnstreiks zu beziffern: "Treten pro bestreiktem Betrieb im Schnitt 200 Beschäftigte – also insgesamt 50.000 Beschäftigte – in den Tagesstreik, verlieren die betroffenen Betriebe insgesamt 62 Millionen Euro pro Tag, ausgehend von einer Fünf-Tage-Woche." Würden vor allem größere Betriebe bestreikt, könnten sich die Umsatzausfälle auf 90 Millionen Euro erhöhen.

Legen wir nun ein zehntägiges Streikszenario zugrunde, "lägen die Umsatzausfälle – ohne Berücksichtigung möglicher Fernwirkungen – bei insgesamt 2,5 Milliarden Euro", so der Experte. Nicht zu reden von den Auswirkungen auf die Zulieferindustrie mitsamt vielen kleineren Sepzialunternehmen, die an den Rand der Existenz gedrängt werden könnten.

Ein Streik wirkt auch nach, wenn die Arbeit wieder aufgenommen wird. Um die verlorene Produktion wieder aufzuholen, müssen die Beschäftigen Überstunden schieben und die Unternehmen Mehrarbeitszuschläge zahlen.

So oder so, an lang anhaltenden Streiks können beide Seiten kein Interesse haben. Vorerst haben jedoch beide Parteien bekräftigt, am Wochenende nicht zum Verhandlungstisch zurückkehren zu wollen. Ein nächstmöglicher Verhandlungstermin könne Anfang kommender Woche folgen.

Hintergrund: Metaller fordern sechs Prozent mehr Lohn und 28-Stundenwoche

Die IG Metall fordert für die Beschäftigten sechs Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber halten mit knapp drei Prozent dagegen. Knackpunkt jedoch ist die Forderung der Gewerkschafter, dass jeder Beschäftigte seine Arbeitszeit von aktuell 35 auf 28 Stunden verkürzen kann. Und das bei teilweisem Lohnausgleich für Schichtarbeiter sowie Beschäftigte mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen. "Nicht verhandelbar", sagen die Arbeitgeber. Aus ihrer Sicht verstoße diese Forderung gegen das Gleichbehandlungsgesetz, das Entgelt-Transparenzgesetz und das Teilzeit- und Befristungsgesetz. Deshalb seien auch die Warnstreiks zur Durchsetzung dieser Forderung rechtswidrig, so die Arbeitgeber. 

Verwendete Quellen:
  • dpa/AFX
  • eigene Recherchen

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