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Kennen Sie das Gehalt Ihrer Kollegen?

Gehälter-Transparenz  

Studie: Nur jeder Fünfte weiß, was seine Kollegen verdienen

23.02.2018, 17:31 Uhr | sm, dpa

Kennen Sie das Gehalt Ihrer Kollegen?. Frühstück auf dem Bau: Seit Januar 2018 gilt in Deutschland ein individueller Auskunftsanspruch zur Gehaltsstruktur in Unternehmen. (Quelle: Getty Images/Rainer Elstermann)

Frühstück auf dem Bau: Seit Januar 2018 gilt in Deutschland ein individueller Auskunftsanspruch zur Gehaltsstruktur in Unternehmen. (Quelle: Rainer Elstermann/Getty Images)

Viele Arbeitnehmer fragen sich, wie viel ihre Kollegen eigentlich so verdienen. Eine Studie sagt: Nur die wenigstens kennen die Gehälter in ihrem Unternehmen.

Gut jeder fünfte Arbeitnehmer (21 Prozent) in Deutschland weiß, wie viel er im Vergleich zu seinen Kollegen verdient – und noch mehr sind an diesen Informationen interessiert. Das zeigt eine YouGov-Umfrage im Auftrag der Jobbörse Monster. Gäbe es die Möglichkeit dazu, würde knapp die Hälfte der Befragten (48 Prozent) gerne die Gehaltsstrukturen in ihrem Unternehmen kennen.

Generationsübergreifend gaben 50 Prozent an, dass sie sich mit den Informationen gerne besser auf Gehaltsverhandlungen vorbereiten würden. 15 Prozent würden hingegen das Gehalt der anderen erfragen wollen, weil sie vermuten, weniger als ihre Kollegen zu verdienen.

Am Thema Transparenz generell interessiert sind laut der Umfrage vor allem junge Arbeitnehmer. So wünscht sich jeder Dritte (33 Prozent) im Alter zwischen 25 und 34 Jahren mehr Transparenz beim Thema Gehalt. In der Altersgruppe 45 bis 54 Jahren ist es hingegen nur noch jeder Vierte (25 Prozent). Für die Umfrage hat YouGov Ende Januar 2018 rund 2.000 Menschen in Deutschland ab 18 Jahren befragt.

Wie funktioniert das Entgelttransparenzgesetz?

Seit Januar 2018 gilt in Deutschland ein individueller Auskunftsanspruch zur Gehaltsstruktur. Das sogenannte Entgelttransparenzgesetz ist allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen anwendbar. So muss das betreffende Unternehmen mindestens 200 Mitarbeiter haben. Außerdem sind Vergleiche nur bei mehreren Kollegen in vergleichbaren Positionen möglich.

Erste Anlaufstelle für Arbeitnehmer ist der Betriebsrat. Ist dieser nicht vorhanden, müssen sich die Arbeitnehmer direkt an ihren Arbeitgeber wenden. Das Gesetz schreibt die Text-, aber nicht die Schriftform vor. Eine E-Mail reicht also aus. In dem Antrag müssen Arbeitnehmer außerdem angeben, auf welche Vergleichsgruppe sie sich beziehen.

Was ist eine Vergleichsgruppe: Als Vergleichsgruppe werden alle Kollegen des jeweils anderen Geschlechts herangezogen. Voraussetzung: Sie müssen eine vergleichbare Tätigkeit ausüben. Aus den Gehaltsdaten dieser Gruppe wird dann der Median der Bruttogehälter ermittelt.

Allerdings erfährt auch mit dem Entgelttransparenzgesetz niemand, was ein bestimmter Kollege verdient. Der Arbeitgeber ermittelt einen Mittelwert der Bruttogehälter, die alle Kollegen des jeweils anderen Geschlechts bei gleicher Tätigkeit verdienen. Das Unternehmen muss zugleich offenlegen, nach welchen Kriterien und nach welchem Verfahren die Gehälter festgelegt sind.

Gibt ein Arbeitgeber ohne Tarifbindung innerhalb einer Frist von drei Monaten keine Antwort, muss er bei einem eventuellen Gerichtsverfahren beweisen können, dass keine Benachteiligung vorliegt. Er kann den Antrag aber auch ablehnen, weil er die vom Arbeitnehmer genannte Tätigkeit nicht für gleichwertig hält.

Verwendete Quellen:
  • dpa
  • Eigene Recherchen

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